Geht es schneller/flüssiger wenn das System auf der schnellen Platte ist oder wenn die Videos im Schnitt auf der schnellen platte sind?
Kurze Antwort: nein.
Lange Antwort:
Unter der Annahm, dass Du nicht zu wenig Ram hast, wird das System und das Programm (jeweils die genutzten Teile davon) beim Start einmal ins Ram geladen und die Lesegeschwindigkeit der SSD ist für weitere Systemzugriffe völlig irrelevant.
Bei den Videos kennst nur Du die Datenrate, die dort gelesen oder geschrieben werden muss. Auch 71k zu 500k IOPS beim Lesen dürften sich nicht bemerkbar machen. Aber gut, es gibt sicherlich Luete, die dutzende Audio- und Videospuren über einander legen, da wäre sowas denkbar.
Was soll sonst flüssiger laufen? Das Schnittprogramm greift permanent lesend auf die Videos zu (je nach Ram-Ausstattung sollte ein Teil davon im Ram gepuffert werden, aber das hängt von der individuellen Arbeitsweise und dem konkreten Videoschnittprogramm ab) und zeigt sie an. Falls Du nicht einzig und ausschließlich harte Schnitte machst, muss Deine CPU das Ergebnis (Überblendungen, Titel etc.) entweder Live oder als Preview berechnen (und dann auf SSD zwischenspeichern). Ähnliches gilt für den Ton.
Selbiges gilt auch beim Rendern des fertigen Films, wobei Du das ja extremst einfach selber testen kannst. Ob ein HW-Encoder das Quellvideo mit mehr wie 1500 MB/s encoden kann, hängt vor zu vielen Faktoren ab. Falls Du nicht gerade einen Threadripper 3990X hast und 720p Videos renderst, dürfte bei SW-Encoding immer die CPU der limierende Faktor sein, nicht die Lesegeschwindigkeit der Quell-SSD.
Und ja, ich merke, ob bei meinem höchst individuellen Videoschnitt die Daten auf der SATA-SSD, der NVMe (auch eine 970 Evo) oder der Ramdisk liegen. Das ist aber sprichwörtlich Videoschnitt (Entfernung von Werbung oder von verwackelten Stellen aus eigenen Videos) und das Ergebnis wird meist ohne Neuencoding kopiert. Da meine 50 GB Ramdisk dazu ausreicht, findet alles auf dieser statt (und es ist einer von vielen Gründen, mir in ein paar Jahren keine auf nur zwei Speicherkanäle kastrierte Desktop-CPU mehr zu kaufen).
Mal ganz davon abgesehen, dass es keinne Grund gibt, für das Experiment das System neu aufzusetzen:
- falls nötig, das vorhandenen Backup-Image des Systems auf den aktuellen Stand bringen
- alle übrigen Daten sichern
- Das System auf die 970 EVO klonen (dann hat man auch den meist missachteten Restore-Test durchgeführt).
- System auf der Intel SSD löschen
- erst DANACH von der 970 EVO erstmalig Windows booten
- und verwundert feststellen, dass man absolut nichts davon merkt und man allenfalls (mit extrem viel Glück) die "doppelte" Leseleistung im Boot-Tracing von Windows erahnen kann.
Anders sieht es allenfalls aus, wenn Du 32-128 GB Ram hast, dieses immer voll (also wirklich zu 70-90% mit echten Daten gefüllt) ist und Du den PC in den Ruhezustand versetzt. Dann würde ich beim Shutdown einen Geschwindigkeitsvorteil, erwarten, u.U. sogar beim Aufwecken aus dem Ruhezustand.