Lian Li PC-Q36 Airflow

Kr4iT

Schraubenverwechsler(in)
Hallo werte Gemeinde,

ich bin schon seit langem ein PCGH-Leser und heimlicher Mitleser dieses Forums. Ich habe vor kurzem ein neues System auf Basis des Lian Li PC-Q36 Gehäuses zusammengestellt (daher Mini-ITX), um mein betagtes 2600K und GTX680 System zu ersetzen und komme einfach nicht darauf wie Lian Li den Airflow geplant hat. Ich bin in der Spielentwicklung tätig und brauche für das neue Projekt relativ viel Leistung, am besten auf so kleinem Raum und so leise wie möglich (sollte im Office-Betrieb unhörbar sein). Deshalb versuche ich einen i7 7700K und eine EVGA GTX 1080Ti SC2 ausreichend gekühlt unterzubringen. Das will mir aber mit dem beQuiet! Dark Rock 3 nicht so recht gelingen. WLP ist Thermal Grizzly Kryonaut, die ich ordnungsgemäß aufgetragen habe.

Mittlerweile habe ich die Grafikkarte als Hauptroblemquelle ausgemacht. Unter Last spuckt die so viel heiße Luft ins Gehäuse, dass sich alles darin befindliche stark zu erwärmen scheint. Während die Grafikkarte ackert, gibt es 80°C CPU-Kerntemperatur bei 15-25% Auslastung pro Kern. Das bin ich von meinem durch einen Scythe Ninja 3 gekühlten 2600K nicht gewohnt gewesen. Klar, der IHS ist nicht mehr verlötet (ich plane auch in Zukunft die CPU zu köpfen), aber die Temperaturen sind dennoch schlimm. Das ganze nähert sich dann 100°C inklusive Drosselung wenn eine größere Auslastung auf CPU und GPU anliegt.

Ich mag das Gehäuse an sich sehr und würde es ungern durch ein anderes ersetzen. Ich glaube, mir fehlt einfach eine geeignete Lüfterkonfiguration. Ich ging davon aus, dass das Gehäuse mit so gut wie allen Komponenten klar kommen sollte, weil die heißen Sachen im oberen Bereich des Gehäuses von Lüftungsöffnungen umgeben sind. Deshalb habe ich auf nur zwei Lüfter gesetzt: Zwei 120mm PWM eLoops (die PS Variante). Einer auf dem Kühler, einer hinten als Exhaust. Die waren flüsterleise, aber die CPU Temperaturen waren noch schlimmer, als bei dem mit dem Kühler mitgelieferten 135mm Slient Wings 3.

Habt ihr vielleicht einen guten Einfall, wie ich da bessere Temperaturen ohne Wasserkühlung und ohne Löcher ins Gehäuse zu schneiden hinbekomme? Wasserkühlung kommt leider nicht infrage, weil es keine Blocks für die EVGA 1080Ti SC2 gibt. Die hat einen anderen Fancontroller, welcher bei Kühlblocks für die Referenzkarten stört.

(Verkabelung ist noch wirr, weil ich das Ding zügig zum Arbeiten brauchte. Das kommt später. :D)
 

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Naja 7700k ungeköpft und ne 1080Ti in Dual Slot Design in einem ITX System wird eben schwer zu kühlen sein. Kannst noch versuchen oberhalb, bzw. rechts vom CPU Kühler (Bild1) die Lüfterplätze zu belegen, notfalls mit 15mm Lüftern wenn was anderes nicht rein passt. Bei der Grafikkarte würde ich die Staubfilter entfernen, das dürfte auch etwas helfen und so viel sammelt sich da sowieso nicht wenn man ab und an mal drüber wischt.

Ansonsten bleiben nur noch Undervolting der CPU und GPU. Im Regelfall machen die meisten 1080Ti ~1800Mhz bei 0,8V oder ~1900MHz bei 0,9-0,95V mit. CPU musst du selbst probieren was möglich ist.

Leise bei der Hardware in nem ITX Case der Größenordnung wird aber so gut wie unmöglich ohne externe Wakü.
 
In solch einem kleinen Gehäuse, worin die Hardware 1/3 des Platzbedarfs einnimmt, ist die Luftzirkulation zu sehr beeinträchtigt, insbesondere die Lüfter von der Grafikkarte ziehen zu wenig an. Die Lüfter am Gehäuse sind viel zu wenige - Das regt geradezu zu stehenden Wellen an wie bei einer Raummode. Diesem Konstrukt ist bloß mit einem kontinuierlich, hohen Luftdruck beizukommen, so wie es bei solch kleinen Bauformen generell gang und gäbe ist.
 
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Mit den Staubfiltern habe ich bereits ein paar A/B Tests gemacht. Die brachten die Grafikkarte von etwa 75°C unter Last auf etwa 73°C. Ohne den Gehäusedeckel sinken die GPU Temperaturen gar nicht. Nur beim Abnehmen der Seitenwand sinkt die Temperatur auf 65°C und die Karte wird viel leiser. Da werde ich aber wahrscheinlich nichts tun können, außer neue Lüftungslöcher bohren, was ich aber ungern tun würde.

Da ich gerade keinen PWM-Splitter zur Hand habe, konnte ich nur maximal drei Lüfter testen (einen im Pump Header des Asus Strix Z270I), wobei ich zu dem hinteren eLoop noch zwei weitere (gleiche Variante) als Intake an die Seitenwand neben der CPU angebracht habe (dann ohne den beQuiet auf dem Kühler). War eine knappe Kiste, aber passte gerade so. Die CPU Temperaturen unter Last haben sich kurzfristig um etwa 5°C verringert auf etwa 75°C. Dann ging es nach und nach wieder bergauf zu den alten 80°C. Die Lüfter waren laut (kennt man ja von den eLoops wenn die beim Einsaugen zu wenig Platz haben), aber war ja trotzdem keine wirklich gute Lösung. Ich habe allerdings nicht probiert die zwei eLoops an der Seite umzudrehen. Könnte es sein, dass es mehr bringen würde die warme Luft schneller raus zu bekommen, als kühle rein zu kriegen? Der CPU Kühler wäre bei der Konfiguration aber so oder so im Weg und wird vom linken GPU Lüfter direkt angepustet. Der wird oben auch heiß. Unten dagegen ist er etwas wärmer als handwarm.
Undervolten habe ich zumindest bei der CPU probiert (weil Precision XOC keine Undervolting-Optionen hat, da werde ich mal zu Afterburner greifen). Da ging nicht mehr viel, weil das Mainboard beim noch frühen BIOS (aktuellste Version, 0808) von sich aus relativ wenig Spannung liefert. Laut CPU-Z, HWINFO und anderer Software liegt der Vcore unter Last bei 1.152v. Da kann ich keine 30mV weiter runter gehen ohne ständig Bluescreens zu haben.

Ich überlege gerade noch, ob nicht vielleicht die eLoops das Problem an der Sache sind. Als "Allroundlüfter" soll man sie ja als Gehäuselüfter und auch für Radiatoren und Kühler einsetzen können. Der Noctua S12-A scheffelt aber mehr Luft bei niedrigerem Schalldruckpegel. Gibt es dazu irgendwelche allgegenwärtigen Meinungen derer ich mir nicht bewusst bin? :D

EDIT: Achja, bei den Tests mit den zusätzlichen Lüftern drehten diese bei um die 850rpm.
 
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Ich rate seit jeher von eloops ab weil die einfach viel zu empfindlich sind. Und ja, klar muss die warme Luft dringend raus. Also rechts vom Kühler auf jeden Fall Exhaust und nicht als Intake montieren. Du hast ja massiv viel Abwärme im Case, da bringt es nichts noch mehr Luft reindrücken zu wollen.
Dann würde ich mal MSI Afterburner installieren und STRG+F drücken für den Curved Editor. Dann ziehste mal den Punkt bei bei 0,95V auf 1911MHz und den bei 1,062V auch auf 1911Mhz und machst Apply. Mit GPU-Z kontrollieren und mal Last anlegen. Dann sollte die Karte bis 1911Mhz boosten und 0,95V anliegen anstatt 1,0X. Bringt auch gleich ein paar Watt weniger und TDP sowie Temperatur sinkt.

Selbes Spiel gilt dann für weniger Takt und Spannungen.
 
Spontan hätte ich schon vorne am CPU Kühler noch einen Gehäuselüfter angebracht, der Frischluft reinpumpt und zumindest die CPU mit kühlerer Luft kühlt, den hinteren Gehäuselüfter so eingestallt, dass er schneller läuft als der, der rein pumpt. So kriegst du tendenziell auch die warme Luft raus, was dann auch die GPU mitbekommen sollte.
 
Also zu diesem Thema und speziell diesem Gehäuse kann ich einiges sagen, da ich es selbst besitze! (siehe Bild)

Vorab: Das ITX für die verbauten Komponenten zu klein ist halte ich erstmal für absoluten Quatsch, speziell beim Lian Li Q36.

Zunächst mal meine Konfiguration, sie hat etwas weniger Leistung als deine und ist 1 Jahr älter:

i7 6700k @ 4,6 Ghz
MSI GTX 980 @ 1500 Mhz
MSI Z270I Carbon AC

Kühlung:

Prolimatech Megahalems Red Series
Lüfter Coolink Swif 2 PWM @ 800 U/min



Meine Anordnung:

Wie du im Bild siehst habe ich eine völlig andere Lüfter- und Kühleranordnung. Der Prolimatech Megahalems ist um 90 Grad gedreht. Das hat zwei große Vorteile:

- Es können die rechten Lüfterplätze mit 25 mm dicken Lüftern besetzt werden.

- Der Airflow ist von links nach rechts konsequent ausgeführt und wird vom CPU Lüfter noch unterstützt.

- Die GPU bleibt bei mir ganze 8 Grad Kühler

Kleiner Nachteil:

- Die CPU bekommt etwas Wärme von der Grafikkarte ab, die Vorteile überwiegen allerdings massiv



Was es in der Praxis bringt:

Ich hatte auch zuerst kurzzeitig deine Konfiguration. Die Temperaturen waren deutlich höher. Die Hitze staute sich im Gehäuse. Die Luft wird nur unzureichend abgeführt.

Ein Lüfter für Air out ist hier deutlich zu wenig. Lüfter in Air in Konfiguration bringen bei diesem Gehäuse und auch allgemein viel weniger als Air out, vor allem wenn großzügige Lufteinlässe vorhanden sind.

Eventuell gibt es auch noch potentere CPU Kühler. Den Dark Rock hatte ich auch mal. Der Megahalems ist etwas besser. Als starker Single Tower für den 90 Grad gedrehten Einbau fallen mir noch der Prolimatech Armageddon, der Thermalright Silver Arrow ITX-R und Noctua NH U14S ein. Speziell der Noctua und der Prolimatech sind vielleicht noch etwas potenter als der Dark Rock Single Tower.



Zu den Temperaturen:

Ich bringe unter Last die Grafikkarte nur schwer über 50 Grad. Vor allem wenn die eigenen Lüfter anlaufen. Im Desktopbetrieb bleiben die Lüfter aus und ich habe aktuell während ich hier schreibe 33° GPU und 45 - 53° CPU Temperatur. Je nach Kern, es springt etwas.



Lüfterkurve und Lüfter:

Meine Lüfter für CPU und Gehäuse sind so eingestellt (im BIOS), dass sie bis 75° nur bis 800 U/min drehen. Ab 75° geht die Drehzahl per PWM hoch. Das passiert allerdings so gut wie nie! Vor allem nicht beim Desktopbetrieb. Auch nicht in Spielen. Nur wenn ich CPU intensive Simulation betreibe (FEM Simulationen usw, bin Ingeneur) gehen die Lüfter mal hoch weil die CPU wärmer wird als die eingestellten 75°.

Vorher waren die Temperaturen in der alten Konfiguration deutlich höher, auch bei der CPU weil sich die Wärme einfach anstaut.

Zu den ELoops kann ich nichts sagen, da ich diese noch nie verbaut habe. Die von mir verwendeten Coolinks sind bei 800 U/min schön leise (bei einem Meter Sitzabstand höre ich sie kaum) und schaufeln ganz gut Luft. Wenn sie hochdrehen hört man sie natürlich deutlich. Bestimmt gibt es noch leisere aber die Swif 2 sind unschlagbar günstig für das was sie leisten.

Hoffe ich konnte dir helfen, finde auch dass das Q36 ein Hammer Gehäuse ist. Vor allem optisch, aber auch von der Funktionalität her.

Bei weiteren Fragen einfach fragen, schaue bestimmt nochmal hier rein.
 

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Ui! Vielen Dank für deine ausführliche Antwort. Ich finde das PC-Q36 auch klasse, stellte aber beim Einkaufen der Komponenten mit Schrecken fest, dass man es mittlerweile nur noch leicht überteuert von irgendeinem spanischen Amazon Händler kaufen konnte. Kam zum Glück heile an. :D

Ich dachte auch schon daran, dass es klug wäre den CPU-Kühler zu drehen, kam aber nicht auf die Idee den hinteren Lüfter einfach außerhalb des Gehäuses zu montieren, damit es passt. Das könnte tatsächlich helfen. Ich warte dann noch die paar Tage auf den Delid Die Mate 2 und probiere dann einmal deine Konfiguration aus. Wenn sie bei dir funktioniert, müsste es bei mir ja ähnlich gut klappen.

Danke dir und euch anderen für die hilfreichen Tipps. Ich melde mich dann wieder wenn die CPU geköpft und alles umgebaut ist.
 
Kein Ding :) Probier auch mal andere Lüfter aus. Mit ELoops habe ich gar keine Erfahrung. Ich weiß daher nicht ob die hier gut sind. Sehe die eigentlich meistens auf Radiatoren von Wasserkühlungen.

Gut sind hier denke ich irgendwelche die ordentlich Luft schaufeln aber dabei in Sachen Lautstärke noch erträglich sind. Bequiet, Alpenföhn, Noctua, Nanoxia, Coolink was auch immer. Optik spielt bei dem Case ja wahrscheinlich auch eine Rolle.

Was ich zu meinen Lüftern sagen kann: Bei 800 U/Min spüre ich mit der Hand außerhalb des Cases (rechts von der CPU) in einem Abstand von 5 - 6 cm noch schön den Luftstrom. Das kannst du ja mal mit den ELoops vergleichen, wie der Luftstrom hier nach dem Lochgitter noch ausgeprägt ist. Zusätzliche wirst du sowieso brauchen. Zwei sind zu wenig.
 
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So, ich hab den Delid Die Mate erhalten, den 7700K geköpft, mit etwas Conductonaut beschmiert und alles wieder zusammen gesetzt. Siehe da: 65-70°C unter Prime 25.11 (ohne AVX), fast wie mein alter 2600K (allerdings taktet der 2600K mit 4.4GHz). Im Idle nach einem Kaltstart dann zwischen 33°C und 40°C bei derzeit etwa 27°C Raumtemperatur. In Spielen ist es dann auch ungefähr bei der Marke, aber immerhin viel angenehmer als vorher. Außerdem nun auch keine Temperaturspitzen bei Office-Arbeiten. Dazu habe ich drei Noctua NF-S12A PWM bestellt und bin wirklich überrascht darüber wie leise die sind, auch im Vergleich zu den eLoops. Die erzeugen bis etwa 70% Duty ein ziemlich tiefes Rauschen, welches für mich absolut okay klingt. Sie sind alle als exhaust montiert.

Beim Wiederzusammenbau habe ich allerdings gemerkt, dass die Heatpipes des Dark Rock 3 gegen RAM und einen der VRM Kühler des Mainboards kommen. Die RAMs sind bereits low-profile. Den Heatspreader dort abzunehmen wird nicht helfen. Somit kann ich den Kühler leider nicht um 90° drehen. Also bleibt dann auch das Problem, dass ich, weil die Seitenwand zu nah dran ist, keinen Lüfter auf den Kühler montieren kann, weil die Halteklammern in den Rotor eines Seitenwandlüfters reinragen. Ich werde deshalb erstmal schauen wie diese suboptimale halbe Passivkühlung läuft und wenn notwendig einen neuen Kühler kaufen. Dann aber einen, bei dem die Heatpipes etwas weniger weit auseinander gehen. :D
 
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Also vom Prolimatech Megahalems weißt du ja nun dass er zu 100% gedreht passt mit Corsair LPX RAM. Er ist sehr schmal für so einen potenten Kühler. Ansonsten könnte ich auch nur mutmaßen welcher noch passt.

Ich glaube wir haben sogar das gleiche Mainboard: MSI Z270I Carbon AC. Liege ich da richtig? Wenn ja wärst du mit dem Kühler auf der ganz sicheren Seite, da er bei mir ja auch passt.

Der Prolimatech wird nicht mehr produziert. Besser gesagt Prolimatech produziert leider gar nichts mehr... Also falls du den haben willst kaufen bevor die aus sind ;)

Noctua Lüfter sind nie verkehrt, aber leider hässlich wie die Nacht finster.

Edit: Ich denke nun nach genauerem Hinsehen du hast ein Asus ROG Strix Z270I. Sollte aber auch passen.
 
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