[Kurztest] Antec TruePower New 750 Watt

Klutten

Lötkolbengott/-göttin

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Die Zeit ist reif, ein längst überfälliges Review endlich auf den Weg zu bringen. Mit dem True Power New der Firma Antec steht ein leistungsstarkes und moderates Netzteil in den Startlöchern, welches sich in diesem Kurztest beweisen muss. Das Redesign der altbewährten Serie bringt das Produkt auf den hohen Level aktueller Stromspender und füllt die Lücke zur Oberklasse, den Geräten der High-Current-Pro-Serie.
Inhaltsverzeichnis
Für den der es noch nicht kennt sei gesagt, dass dieses Inhaltsverzeichnis interaktiv nutzbar ist. Man kann mit einem kurzen Klick direkt zu den gewünschten Kapiteln springen. Hat man den gewünschten Teil gelesen, so gibt es an dessen Ende auch wieder einen Sprung zurück zum Inhaltsverzeichnis. Lange Scroll-Orgien gehören daher der Vergangenheit an.

Ebenso verhalten sich die Bilder in diesem Review. Mit einem Klick werden sie größer, was die Übersichtlichkeit doch arg verbessert. Grundsätzlich lässt sich alles vergrößern, was einen grauen Rahmen hat.

Der erste Eindruck
Als altgedienter und bekanntermaßen sehr hochwertig geltender Netzteilhersteller, bietet Antec mit der neu aufgelegten True-Power-Serie solide Kost im großen Markt der Stromspender. Als Mittelklasse unter den Geräten der High-Current-Pro-Serie sollen vor Allem qualitätsbewusste und computerbegeisterte Anwender angesprochen werden. Auf aktuelle Technik wird aber nicht verzichtet und so bietet das Gerät DC-DC-Technik zur Erzeugung der einzelnen Spannungen und einen sehr leisen 120mm-Lüfter, der die nötige Laufruhe bringen soll. Mit einem Preis ab 107€ ist das True Power New 750 (TP-750) zwar nicht billig, gliedert sich aber nahtlos in die unteren Bereiche dieser Leistungsklasse ein.

Das True Power New 750 im Preisvergleich -> LINK

Bei der Umverpackung verzichtet Antec auf Design-Features und konzentriert sich auf das Wesentliche. Das Netzteil kommt gut gepolstert daher und der Karton wartet mit den nötigsten technischen Daten auf, die der Käufer im Handel erwartet. So ist die 80Plus-Zertifizierung sofort ersichtlich und die gelieferten Ausgangsleistungen in einer Tabelle auf der Rückseite ebenso. Diese finden sich auch auf einem Aufkleber direkt am Netzteil wieder.


Technische Daten des Herstellers
Eine kleine Übersicht der Features darf natürlich nicht fehlen. Diese stammen zu großen Teilen von der Homepage des Herstellers.
  • Hoher Wirkungsgrad - 80Plus Bronze (siehe auch in der Unterkategorie Messergebnisse)
  • Dauerleistung: 750 Watt
  • Kombinierte Ausgangsleistung bis 744 Watt (12V)
  • Konform: ATX 12V Version 2.3 / EPS 12V Version 2.91
  • aktiver PFC (Leistungskorrekturfaktor)
  • DC to DC Technik
  • 4 getrennte 12V-Schienen
  • PWM-geregelter, leiser 120mm-Lüfter (50% leiser als ein Standardlüfter)
  • Hybrid-Kabelverlegung für bessere Luftzirkulation im Gehäuse
  • Duales PCB-Layout verbessert die Kühlwirkung
  • Abmessungen: 150 x 150 x 86 mm
  • Gewicht: 2,30 kg
  • 5 Jahre Herstellergarantie
  • Umfangreiche Sicherungsmechanismen: OVP, UVP, OCP, SCP, OPP

Im Folgenden sind dann die einzelnen Schutzfunktionen kurz erläutert:
  • UVP (Unterspannungsschutz) Fallen die Spannungen auf den einzelnen Leitungen unter einen gewissen Toleranzwert, schaltet sich das Netzteil automatisch ab.

  • OVP (Überspannungsschutz) Steigen die Spannungen auf den einzelnen Leitungen über einen gewissen Toleranzwert, schaltet sich das Netzteil automatisch ab.

  • SCP (Kurzschlusssicherung) Bei einem Kurzschluss verhindert diese Sicherung eine Beschädigung der Kernkomponenten des Netzteils und der einzelnen Systemkomponenten.

  • OPP (Überlastschutz) Ist das System “überdimensioniert“, und fordert mehr Leistung vom Netzteil als es leisten kann, wird diese Sicherung ausgelöst.

  • OCP (Überstromschutz) Sollte die Last auf den einzelnen Leitungen höher sein als angegeben, schaltet das Netzteil automatisch ab.
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Lieferumfang
Nahezu vollständig präsentiert sich das Zubehör des TP-750, welches im Karton zu finden ist. Eine kurze, mehrsprachige Produktbeschreibung liefert allgemeine Informationen über das Produkt und seine wichtigsten Funktionen. Ansonsten findet man selbstredend die üblichen Schrauben zum Befestigen im Gehäuse, sowie ein Kaltgerätekabel. Strippen für alle möglichen Anschlussmöglichkeiten sind ebenfalls ausreichend vorhanden, denen widmen wir uns aber im nächsten Kapitel. Einzig ein paar zusätzliche Kabelbinder oder Klettbänder wären beim Lieferumfang wünschenswert, da so nochmals mehr Ordnung im Gehäuse geschaffen werden kann. Zwei wiederverwendbare Kabelstrapse befinden sich serienmäßig in der Verpackung, diese sind aber recht klobig zu handhaben.

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Kabel & Stecker
Im Folgenden widmen wir uns den vielen bunten Litzen, die unsere Hardware mit Strom versorgen. Diese gliedern sich in einen fest verdrahteten und einen modularen Teil auf. Das Gute vorneweg - mit den fest am Netzteil befindlichen Kabeln kann bereits ein kompletter PC mit einigen Laufwerken bestromt werden, sodass man meist nicht auf modulare Kabel ausweichen muss. Lediglich Nutzer von SLI- oder Crossfire-Systemen, sowie Nutzer von überdurchschnittlich vielen Laufwerken benötigen diese.

Der 24-polige ATX-Stecker ist wie meist üblich als 20+4-Pin-Stecker ausgelegt und mit einem rot/schwarzen Sleeve ummantelt. Dieses wirkt im Vergleich zu all den anderen Kabeln des TP-750 sehr hochwertig. Ein Verrutschen ist durch einen Kabelbinder und zusätzlich verklebten Shrink unmöglich. Positiv fällt auf, dass alle Stecker durchgängig in schwarz gehalten sind und so nicht die Optik stören. Bild 3 und 4 in der folgenden Gruppe zeigen die Kabel für die zusätzliche Spannungsversorgung der CPU, welche wahlweise als 4-Pin oder 8-Pin vorliegen. Die Ummantelung wirkt eher wie eine Netzstrumpfhose als wie solider Geflechtschlauch - diese ist nicht wirklich blickdicht, auch wenn das Bild schlimmer aussieht als der reale Zustand. Ihren Zweck erfüllt sie aber dennoch und wer es genauer sehen will, der betrachte die anderen Kabel, welche auf den Bildern vorteilhafter aussehen.


Im weiteren Lieferumfang befinden sich die folgend teilweise abgebildeten Kabel. Die genaue Anzahl ist dem Diagramm zu entnehmen, das auch Aufschluss über alle Längen gibt. Wozu also viele Worte verschwenden, wenn Bilder so viel aussagekräftiger sind.


Impressionen
Einige persönliche Eindrücke dürfen natürlich nicht fehlen und so schauen wir uns das Netzteil einmal ganz unverbindlich an. Auf den ersten Blick weiß das schlichte Gehäuse sofort zu gefallen, denn die Optik soll ja auch nicht zu kurz kommen. Die Qualität der Verarbeitung und der Oberflächengüte sind über jeden Zweifel erhaben und weisen keine Kritikpunkte auf. Mit "schlicht und edel" könnte man dieses Konstrukt in allen Lebenslagen beschreiben. Kaum etwas trübt diese Optik und so ist neben einem Aufkleber zu den lieferbaren Leistungen und der Beschriftung der modularen Anschlüsse nur noch das erhaben geprägte Antec-Logo auf dem schwarzen Gewand sichtbar.

Die Rückseite präsentiert sich gewohnt luftig und beherbergt inmitten des Lochgitters einen separaten Netzschalter. Dreht man das TP-750 um 180° um, so erscheint die sehr aufgeräumte Sekundärseite, die neben einem festen Kabelstrang auch die vier Ports für die modularen Kabel beherbergt. Diese sind wie bereits beschrieben beschriftet, in der Größe unterschiedlich und farblich codiert, sodass eine Verwechselung ausgeschlossen werden kann. Die Unterseite bietet dem 120mm-Lüfter unter einem schlichten, schwarzen Gitter seinen Arbeitsplatz.


Das Innenleben
Viele werden aus Garantiegründen ihr Netzteil nie von Innen sehen, aber hier gibt es die Möglichkeit ins Heiligste zu blicken. Alles in Allem ist der Aufbau sehr übersichtlich und nur wenige Komponenten sind verdeckt, sodass der Luftstrom alle Winkel und die großzügig angelegten Kühlkörper erreichen kann.

Ein erster Blick unter den Deckel des Gehäuses gibt den Blick frei auf den PWM-geregelten 120mm-Lüfter der Firma Adda, welcher unter der Produktbezeichnung AD1212HB-A7BGL geführt wird. Mit 0,37A sollte er schon von Haus aus nicht zu den lautesten Vertretern seiner Zunft gehören. Weiter geht es mit der Eingangsseite, die bei diesem Netzteil deutlich ausgeprägt ist. Auf einer separaten Platine sind diverse Y-Kondensatoren, ein X-Kondensator, sowie eine Spule verbaut. Die beiden anderen Bilder in dieser Vierergruppe zeigen das TP-750 jeweils von den Seiten und dort schön die verbauten Bauteile. Viele davon sind zur Geräuschreduzierung durch Schwingungen miteinander verklebt.


Auf der Eingangsseite zeigt das Bild oben links neben den vier getrennten 12V-Schienen auch noch die separate Platine für die PWM-Regelung des Netzteillüfters. Alle Kabel sind sauber verlegt, zusammengefasst und verlötet. Ebenfalls erblicken kann man die sehr sauber verarbeitete, doppelseitige Hauptplatine. Diese ist unter ihrem schwarzen Lack nett anzusehen und auch hier sind die Lötstellen über jeden Zweifel erhaben. Rechts abgebildet sind die Gleichspannungswandler, die von einer ausgefeilten Elektronik flankiert werden, welche auf separaten Platinen verbaut ist. Weitere Bauteile für die Glättung von Strom und Spannung sind in der zweiten Bildreihe zu sehen. Die Spulen sind zur Reduktion von Schwingungen, wie eingangs bereits erwähnt, miteinander verklebt.


Die sekundärseitige Anschlussplatine für die modularen Stränge sitzt mit dem Gehäuse fest verschraubt an der Rückseite. Auf ihr sind zusätzliche Kondensatoren verbaut, die Spannungsänderungen (Schwankungen) entgegen wirken sollen und gleichfalls dafür sorgen, dass die Hauptplatine aufgeräumter daherkommt. Die Lötqualität ist an dieser Stelle ohne Tadel. Der rechts abgebildete Primärkondensator stammt wie alle anderen in diesem Stromspender von Nippon Chemicon und ist mit seinen 560 µF bis 85 °C spezifiziert.

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Messergebnisse
Kein Test ohne Messungen. Leider fehlen durch einen geänderten Testaufbau Vergleichswerte, die hier herangezogen werden können. Wer dennoch grobe Vergleiche ziehen möchte, der kann in das große Roundup sehen. Dramatisch ist dieser Umstand aber nicht, da ohnehin präzise Messwerte aufgrund fehlender Messtechnik zur Überprüfung der Herstellerangaben ausbleiben. Im geänderten Aufbau findet sich mittlerweile ein neuer Prozessor (i7 980X), der trotz seiner Leistungsstärke deutlich geringer in der Stromaufnahme ist. Folgende Tests werden da natürlich wieder aufschlussreicher.

Auf eine Geräuschmessung habe ich verzichtet, da kein echter Vergleich möglich ist. Fakt ist aber, dass das True Power New 750W zu keinem Zeitpunkt wirklich Wärme produziert hat und folglich auch der Lüfter immer sehr langsam drehte. Man muss sein Ohr schon auf weniger als 50cm an das Netzteil bewegen, um dieses zu hören - TOP. Nebengeräusche bei hohen Lasten sind aber trotzdem im offenen Aufbau wahrnehmbar. Das Netzteil neigt zu deutlichem Fiepen der Bauteile, obwohl diese nahezu durchgängig verklebt sind.

Der 80Plus-Chart des TP-750 -> LINK
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Spannungen habe ich auch dieses Mal mit Everest, sowie mit einem Multimeter ausgelesen. Der Zettel mit fast allen Daten ist aber scheinbar bei einer der letzten Aufräumaktionen meines Büros zum Opfer gefallen. Einen Ausblick kann ich trotzdem noch geben, denn alle gemessenen Spannungen mit dem Multimeter waren unter Last nicht wirklich von den Spannungen im Idle zu unterscheiden. Die 12V-Schiene leistete sich nur extrem geringe Abweichungen von 0,03 - 0,08 Volt. Damit deckt sich das Ergebnis mit vielen internationalen Tests, die ähnliche Werte beschreiben.
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Fazit
Antec liefert mit der überarbeiteten Version der Serie eine grundsolide Leistung in allen Lebenslagen. Im Vergleich zu anderen Netzteilen dieser Klasse ist der Preis relativ günstig angesetzt, ohne das daran die Qualität leiden muss. Sowohl Gehäuse wie auch das Innenleben präsentieren sich erstklassig, wenn auch sehr schlicht - ein Umstand, den viele von uns zu schätzen wissen. Kabellängen und auch die Menge der anschließbaren Komponenten sind massig ausreichend und gut durchdacht. Die allgemeine Geräuschkulisse durch den Lüfter und auch die Temperaturen am Auslass fallen durchweg positiv auf.

Die Kritikpunkte sind indes rar und müssen schon wie die Nadel im Heuhaufen gesucht werden. So ist lediglich die Güte des Geflechtschlauches leicht negativ aufgefallen, sowie der Wunsch nach einigen Kabelbindern. Sonst sammelt das TP-750 nur noch bei den Nebengeräuschen Minus-Punkte. Das wahrgenommene Fiepen ist im offenen Aufbau nervig, sollte aber im Gehäuse wohl zu 100% untergehen. Trotzdem haben Konkurrenzprodukte gezeigt, dass es durchaus auch anders geht.

Fazit -> Wer ein ausgereiftes und modernes Netzteil in der Leistungsklasse um 750 Watt sucht, der findet im TP-750 von Antec einen würdigen Begleiter. Die Leistung ist solide und ohne wirklichen Makel, daher bekommt das Netzteil eine uneingeschränkte Kaufempfehlung.
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Ein herzlicher Dank geht direkt an Antec und besonders an Christoph für die Unterstützung und Geduld mit einem Testsample


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Zuletzt bearbeitet:

...Kurztest ist online...

Ich wünsche viel Spaß beim Lesen und freue mich über Kritik oder Anregungen. :)




 
Sehr schöner Test, sehr schönes Netzteil.

Gut, dass Hardware mit genügend Stromdurst vorhanden ist, bei manchen Testseiten wird ein 750W Netzteil mit nem Athlon X2 4200 und ner 2900XT gebencht. :schief:
 
Hi, mal wieder schön gemacht.
Kleine Kritik muss ich aber trotzdem üben:
Bei den Schutzschaltungen wäre ein wertender Satz schön. Viele Leser werden eben nicht wissen, welches Paket üblich ist und ob das Netzteil daher gut oder ausreichend abgesichert ist.
Ein Satz der Klasse "Das Netzteil verfügt damit über alle üblichen Schutzvorrichtungen" vermittelt viel Information bei geringem Aufwand.
Beim konkreten Modell hier wäre noch "OTP (Überhitzungsschutz) ist nicht vorhanden" eine Anmerkung Wert.
 
OTP ist immer so eine Sache. Es wird im Design Guide nur empfohlen und ist nicht "zwingend" erforderlich. Üblich ist er also nicht.

Der Übertemperaturschutz, wie er momentan dennoch bei machen Netzteilen zu finden ist, ist dafür nicht wirklich gut gelöst.
 
Bezüglich der Schutzschaltung für Überhitzung gibt es unterschiedliche Angaben. Einige Tests im Netz schreiben davon, aber auf der Antec-HP oder der Verpackung steht nichts. Bei der High-Current-Pro-Serie wird diese Schaltung allerdings angegeben. Ich werde da nochmal Rücksprache halten und euch informieren. So extrem wichtig finde ich diese allerdings nicht, denn wenn nicht gerade der Lüfter ausfällt, muss die Wärme ja irgendwo anders herkommen und dann setzen meist die anderen technischen Mechanismen ein.
 
So extrem wichtig finde ich diese allerdings nicht, denn wenn nicht gerade der Lüfter ausfällt, muss die Wärme ja irgendwo anders herkommen und dann setzen meist die anderen technischen Mechanismen ein.

Meinst Du damit Überlast/strom? Im Netzteil geht auch während des geplanten Dauerbetriebes genug an Leistung in Wärme über und summiert sich bei Wärmestau in schlecht belüfteten Ecken. Einige Modelle sind selbst mit Lüfter hart an der Kante, um möglicht leise zu sein. Z.B. das ältere Modu82+ 625W. Außerdem definiert sich Sicherheit ja auch dadurch, dass im unwahrscheinlichen Fall eines Lüfterausfalls nichts passieren kann. Das alles ist natürlich eine Frage der Dimensionierung, Effizienz, der Kühlkörper und der Wärmeübertragung; beim Antec wäre kein OTP nicht so dramatisch.

Ich gebe Dir auch insofern recht, dass die an den Komponenten anliegende Spannung bei Wärmeentwicklung abfällt. Das ist ja auch das Messprinzip in der Diode. Das heißt aber nicht zwangsweise, dass im Netzteil andere Schutzschaltungen greifen, wenn kritische oder zumindest hohe Temperaturwerte zustande kommen.

Hohe Temperaturwerte sind bereits ein Problem. Der Einfachheit halber wird bei OTP gemessen, ob ein bestimmter, vorher definierter Grenzwert überschritten wird. Ist die Messung nur in der Nähe dieses Wertes, kollabiert das Netzteil zwar nicht, aber die Lebensdauer wird trotzdem verringert. Das kann im worst-case und nach einiger Zeit dann so weit gehen, dass das Netzteil schon bei geringeren Temperaturen zusammenbricht. Clever wäre daher, den Temperaturanstieg x im Zeitraum y zu erfassen und dem mit höheren Lüfterdrehzahlen zu begegnen, anstatt sich nur an Maximalwerten zu orientieren. Außerdem findet die Messung oft nur am Sekundärkühlkörper statt, was sehr unvollständig ist.

Bei billigen, also sehr ineffizienten und unterdimensionierten Modellen, geht die Spannung genauso schnell runter, wie die Temperatur steigt. Da würde der Unterspannungsschutz sicherlich schon helfen.

Kurz gesagt, wenn sich die kritischen Werte verschieben, weil die Eigenschaften der Komponenten je nach Temperatur variieren, sind Grenzwerte ggf. zu hoch angesetzt. Dann ist ein eingeplanter Betriebsstrom für eine alternde Komponente schon zu viel. OTP ist daher schon wichtig, nur nicht so, wie es aktuell realisiert wird.

Da Temperatur und Widerstand an der Spannung verfolgt werden können, gibt es indirekt Möglichkeiten, Problemzustände zu erfassen. Wenn die aber nicht explizit darauf ausgerichtet sind, reicht das nicht, um vorzubeugen. Besonders da der Spannungsabfall auch andere Ursachen hat und primär die Ausgangsspannung gemessen wird. Sehr präzise ist das also nicht.
 
Sehr gutes Review, Klutten. :daumen:

Ich finde es schade, dass das NT nicht wirklich Kabelmanagment ist, da ist mir noch zuviel fest dran, als dass man es als KM-NT bezeichnen kann.

Ich hab jetzt nichts zur Lautstärke gelesen, wie ist es denn (subjekt gefühlt) unter Last und im Idle?
Kommt spürbar warme Luft aus dem Netzteil oder ist sie selbst bei Last noch vergleichsweise kühl?
 
Fakt ist aber, dass das True Power New 750W zu keinem Zeitpunkt wirklich Wärme produziert hat und folglich auch der Lüfter immer sehr langsam drehte. Man muss sein Ohr schon auf weniger als 50cm an das Netzteil bewegen, um dieses zu hören - TOP. Nebengeräusche bei hohen Lasten sind aber trotzdem im offenen Aufbau wahrnehmbar. Das Netzteil neigt zu deutlichem Fiepen der Bauteile, obwohl diese nahezu durchgängig verklebt sind.
Direkt bei den Messergebnissen. =)

Ein vollmodulares Netzteil wäre natürlich noch feiner, aber auch teurer.
 
Hi und frohes Fest,

sehr schöner Test.
...aber mein Antec ist vorgestern nach nur 4 Wochen kaputt gegangen. :(
Es hat einmal aus dem inneren gefunkt.

Gruß creutzfeld
 
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