Ist halt wie mittlerweile überall in börsennotierten westlichen Unternehmen: Qualität und echte Arbeit wird generell als zu teuer und wegrationalisierbar betrachtet.
Jap, KI tut ihr übriges. Wenn Kollegen ohne ausreichende Fähigkeiten früher Müll produziert haben, produzieren die heute einfach sehr viel schneller sehr viel mehr undurchsichtigeren Müll, Vibe Coding und Copiloting sei Dank.
Der Publisher will den Crunch nicht entlohnen, weil der das so eingesparte Geld lieber dem Shareholder und dem eignen entkoppelten upper Management in den Rachen schieben will und nebenher irgendwelche Bilanzen zum Anlocken neuer Investoren frisieren kann.
Witzigerweise kann ich das nicht bestätigen. Bei uns hieß es gerade in heißen Projektphasen bisweilen jedesmal, das Geld da ist und jede Überstunde gerne vergolten wird, aber bloß nicht aufs Zeitkonto damit und später abbumeln.
Generell ist bei der Abwägung, ob nun ein Meilenstein oder das Budget sich anpassen soll, die klare Präferenz der Entscheidungsträger immer dieselbe.
Eine gewisse Entkopplung dieser ist aber definitiv da. Hatte schonmal einen Manager, der vor versammelter Belegschaft gefordert hat, jetzt nochmal alles zu geben und soviel zu leisten wie geht, für Familie und Kinder können wir doch nächstes Jahr wieder Zeit haben. Das Jahr drauf war auch wieder Taskforcemodus.
Ausbaden tun es die demotivierten und ausgebrannten Reste der produktiven Belegschaft und dann der Kunde, der teuren Schrott bekommt.
Imo ein mittlerweile in nahezu allen größeren westlichen Unternehmen nicht mehr wirklich lösbares Dekadenzproblem...
Ist das nicht eigentlich mittlerweile ein branchenübergreifendes wenn nicht sogar generelles Problem? Es kommen seit Jahren nur Druck und Stress und schlechte Nachrichten in der Kombination. Ich habe langsam eher das Gefühl, die Bevölkerung ist ausgebrannt. Und das nicht nur bei uns.
B2T: Entwickler sind in der Masse nicht fauler geworden oder Optimierung abgeneigter als vor 30 Jahren. Die Wahrheit ist: die Hardware stagniert, aber die Ansprüche steigen. Von Kundenseite und Entwicklerseite. Es gibt neue Techniken? Geil, natürlich wollen wir die ins nächste Spiel packen. Aber halt, der durchschnittliche Kunde hat dieselbe Hardwarekonfiguration wie vor drei Jahren und vielleicht 2 GB mehr VRAM als vor 10 Jahren. Das funktioniert nicht, irgendwas muss weichen.
Und mit der Auflösung skaliert halt alles. Also wirklich alles. Texturen? Die sind mehr oder minder fixe Größen, auch in Zeiten von RVT. Und ja, bei kleinen Auflösungen wie 1080p machen die den großen Teil aus. Aber vervierfacht du die Auflösung? Fast alle Buffer vervierfachen oder stellenweise versechzehnfachen sich. Das macht den Braten bei 4K fett, von VR Auflösungen ganz zu schweigen. Und da jetzt doch bitte noch 120 FPS+ drauf? Ja ne, mit modernen Renderingfeatures braucht das halt mehr als die homöopathischen Sprünge der letzten Dekade. Also Auflösung mit DLSS und Co runter und eine Balance finden.
Und die Upscaler sehen doch mittlerweile echt gut aus.
Meine Ansicht - ymmv
VG
IcheBins