Bemerkst du eigentlich selber, wie herablassend du rüberkommst?
Ist überhaupt nicht herablassend gemeint. Es gibt nun einmal hinsichtlich der digitalen Kommunikation mit Behörden den "normalen Bürger", andere Behörden (z.B. Polizei und Gerichte), besondere natürliche Personen (z.B. Rechtsanwälte) und vereinzelt Unternehmen mit einem vergleichsweise herausragendem technischem Know-How aufgrund ihres Sektors (z.B. größere IT-Dienstleister).
Diese "Pillepalle"-Form der Kommunikation/des Austauschs ist nunmal, wie der Großteil der "normalen Bürger" (Ihgitt!) mit Behörden überhaupt in Kontakt kommen.
Dass sich die unverschlüsselte Mail (sowohl Transport als auch Inhalt) als vorrangige digitale Übertragung von Daten so wacker hält und vom Bürger genutzt wird, ist aber nicht die Schuld der Behörden. Man müsste den unverschlüsselten Mail-Verkehr komplett "abschalten", um die Bürger dazu zu zwingen, sicher mit Behörden zu kommunizieren. Ich glaube, du siehst ein, dass das in Deutschland (zumindest aktuell noch) keine Alternative darstellt. Somit bleibt als Behörde nur übrig, ein paar sichere Varianten in der Hinterhand zu haben (DE-Mail, sichere Mailgateways, S/MIME, Portale) und lediglich anzubieten.
Woher sollen "wir" auch sonst etwas mitkriegen?
Mal 5 Minuten Googlen? Mit das erste, was man findet, wenn man nach "sichere Kommunikation mit Behörden" sucht, ist ein Artikel vom BMI zu DE-Mail. Anderes Beispiel für unsere Kreisverwaltung: Auf deren Website findet man den Hinweis zum sicheren Mailgateway des Landes über welches verschlüsselte Nachrichten verschickt werden könnten. Den öffentlichen S/MIME-Schlüssel findet man da übrigens auch. Oder dieser Hinweis hier ist auch leicht zu finden:
www.bva.bund.de
Und ja, ich bin nicht zuständig. Für solche Dinge muss es doch Rahmenvereinbarungen geben. Wenn die öffentliche Verwaltung Aufträge vergibt an soziale Träger, dann muss doch wohl von Auftraggeberseite ein Standard vorgegeben und ermöglicht werden, der mindestens (!) dem rechtlich erforderlichen Minimum entspricht oder - besser! - mit gutem Beispiel vorangeht.
Wenn du es nicht weißt, wie die Rahmenvereinbarungen zwischen Behörde und deiner Arbeitsstelle aussehen... Ich kann es dir auch nicht sagen.

In deinem Profil steht, du kommst aus Bremen. Auch Bremen nutzt beispielsweise DE-Mail. Angenommen, dein AG hat mit den Bremer-Behörden zu tun, hätte man das ja auch mal ansprechen können. Dir scheint der Missstand des mangelhaften Übertragungsweges ja aufgefallen zu sein. Ach ne, du bist/warst ja "nicht zuständig" als Vermittler zwischen Bürger und Behörde.
Wenn in eurer Behörde bezüglich Datenschutz im "Kundenkontakt" alles vorbildlich geregelt ist - fantastisch
Geregelt ja - halten sich die eigenen Mitarbeiter dran? Nein. Warum nicht? S.o. - man müsste den normalen Mailverkehr verbieten. Ist das realitätsnah? Nein. Würde das die Organisationsleitung überhaupt verstehen und mit tragen? Oh, hell NO!