Gutes Werkzeug fürs löten

shootme55

BIOS-Overclocker(in)
Gutes Werkzeug fürs löten

Hallo erstmal!

Nach den letzten sehr erfolgreichen Lötversuchen und dem gucken diverser Anleitungs-Videos will ich mich ein wenig mehr vertiefen in das Thema löten. Manchmal doch recht praktisch wenn man es kann, sofern man danach das Board nicht fallen lässt oder ähnliches und die ganze Arbeit für die Katz war. :wall:

Auf jeden Fall würd ich mir jetzt gern ein ordentliches Lötwerkzeug zulegen, um auch mal SMDs auf alten Mainboards herumlöten zu können, Kondensatoren tauschen u.s.w. Dass ich mich da auch noch einlesen muss zum Thema Elektrotechnik ist mir schon klar, soll aber ein anderes mal Thema sein. Also was ich denke das ich brauchen werde:

Entlötlitze
Flussmittel
Lot (Welche Legierung?!)
Lötstation
Haltewerkzeuge wie Pinzetten (brauchbares Set?)
Lötpumpe
Multimeter (nur welches?!)
hab ich was vergessen?

Muss jetzt kein 25-Euro Set von Amazon sein. Gutes Werkzeug hat seinen Preis und hat man ein leben lang, dessen bin ich mir bewusst. Nur komm ich aus einer anderen Branche, hab keine Ahnung was da gut und schlecht ist und Hilti hat keine Lötstation im Angebot so viel ich weis. ;)

Außerdem: Gibts beim Einkauf der Bauteile Alternativen zu Conrad (Österreich)?
 
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Hallo shootme55,

ich selber bin Elektroniker für Geräte und Syseme. Dieser Beruf befasst sich in der Industrie noch sehr viel mit Electronic Manufacturing Services. Auf gut deutsch: mit dem Löten von Leiterplatten und Flachbaugruppen, welche selbst heute nicht maschinell bestückt werden.

Maschinelles Löten hat fast in allen Bereichen der Elektronikfertigung, den Menschen abgelöst, da dies viel wirtschaftlicher ist.

In meiner Ausbildung lernt man zum Glück noch wie man lötet und wie das Ergebniss nicht einem Unfall mit dem Bügeleisen gleicht. Wer seine Ausbildung nicht der Luft- und Raumfahrt Industrie oder der Rüstungsbranche macht, hat dieses Glück eben noch, denn hier lohnt es sich noch Fachkräft 5 Tage die Woche lang, spezielle Lötaufgaben durchführen zu lassen.

Wir löten nach IPC-JSTD 001, einem aus den USA stammenden aber auf der ganzen Welt angewandten Standard. Hier kannste dich dazu etwas informieren falls du magst. J-STD-1 | IPC

Natürlich bist du ein Heim-löter, aber ich falls es für dich wirklichum das reparien von Elektronik im SMD-Bereich geht, sind diese Richtlinen Grundlage von den Verfahren die beim Hersteller angewandt worden sind.

Dafür benötigt es auch ein entsprechendes Material. Ich kann dir Premiumalternativen nennen aber auch die etwas günstigeren Modelle.

Die Lötstation ist eigentlich das wichtigste an der Ausrüstung. Hier zu sparen wäre ein Fehler, was aber nicht heißt das du mein Premiumvorschlag nehmen musst ich will nur zeigen wie weit die Sache gehen kann.


Günstiger ist diese Lötstation: Lotstation OKI PS-9, OKI BY METCAL versandkostenfrei | voelkner - direkt gunstiger
Hier hast du eine günstige Lösung vom sehr renomierten Hersteller Metcal (oki ist die Billigmarke von Metcal).

Vorteile: Der Lötkolben hat innerhalb kurzer Zeit (5Sekunden) Arbeitstemperatur. Keine Temperatureinbrüche bei längeren Lötaufgaben und ausreichende Temperaturpräzison.

Das Produkt was ich bei der Arbeit habe:
MX-5S | Metcal MX-5S 2-Kanal Lotstation 1 → 24Vac / 4W, +1degC bis +4degC | Metcal

Vorteile: Präzise Temperatureinstellungsmöglichkeiten, Ebenfalls nur Sekundenlanges Aufwärmen und Standbyfunktion nach einer gewissen Zeit in der nicht gelötet wird. Wechselbare Spitzen um für jede Situation das richtige Werkzeug (Lötspitzen gibt es in den unterschiedlichsten Ausführungen, eine Wissenschaft für sich) benutzen zu können, Integriertes Leistungsanzeigemessgerät.

Ist natürlich sehr teuer, aber wir haben von Metcal die Vorgängerversionen welche schon seit Jahrzehnten genutzt werden und diese Stationen halten ewig und sorgen für optimale Ergebnisse.

Zu den anderen Dingen kommt noch ein Post. Ich hab gerade leider nur Zeit für die Lötstation.
 
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Danke erstmal! Ich weis diese Fragen hört man als Profi nicht gern, aber in einem anderem Forum wurde mir gesagt, dass es bei ca. 100 Euro mit brauchbaren Lötstationen los geht. Da wäre man ca. im Bereich der Weller WHS 40D. Wenn du als Profi 8h pro Tag arbeitest hast ja auch andere Ansprüche an die Geräte, vor allem was die Arbeitsgeschwindigkeit und die Lebensdauer angeht.
Wenn ich das mal grobschlächtig runterbreche: für meine privaten Ansprüche genügt mir voll und ganz eine billige Makita-Akku um 150 Euro. Wenn ich öfter deswegen aufladen muss und ein wenig Wartezeit hab kann ich damit leben, aber an sich ist arbeiten damit sehr gut. Hält auch für meine Zwecke locker 15 Jahre wenn nicht länger. In der Firma haben wir DeWalt Hochleistungsakkus, die jeden Tag 8 Stunden im Betrieb sind und auch einige Jahre halten, dafür aber mindestens das 3-fache kosten, und selbst die waren noch nicht die teuersten Modelle. Da würd mein kleines Heimwerkergerät bald die Grätsche machen. Aber für mich privat bringen die Oberklassegeräte nix. Wär genauso wenn ich mir eine Hilti kaufen würd weil ich 2 Lampen im Jahr aufhänge. Da tuts dann auch ein billiger Einhell. Der ist nach 20 Löchern hinüber, aber das reicht für 10 Jahre. :ugly:
Wenns also nur um Arbeitsgeschwindigkeit oder Lebensdauer geht denk ich kann man da einen Schritt nach unten machen, wenns einfach mit den billigeren nicht richtig funktioniert dann natürlich nicht.
Zur OKI: Mir wurde mehrfach dazu geraten, einen regelbaren Lötkolben zu nehmen, weil man die Lötpunkte bei den Boards anscheinend relativ leicht mit zu viel Temperatur ruinieren kann. Ich kann da nirgends eine Temperaturregelung sehn? Brauch ich das jetzt oder nicht?

EDIT: Mit den 100 Euro waren wohl gebrauchte Lötstationen gemeint :ugly:
 
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wenn du viel Bauteile tauschen willst und nicht Boards neu aufbauen willst, wirst du um eine Heissluft-Lötanlage nicht drum rum kommen....

Mit der kann man schnell mal ein x-Pin IC wechseln ohne große Verrenkungen
(Für den Neubau ist die Heisluft Station auch sehr praktisch)

EDIT:
z.B: Heissluftstation AOYUE 852 fur SMD Reworking
 
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