AW: GTA 5: PC-Version wohl mit Always-On-DRM für "gelegentliche Prüfungen"
Ja, das die Publisher die Kunden mit DRM abstrafen und sich dann wundern weshalb viele zur bequemeren/kostenlosen Lösung greifen zeigt eigentlich was aus der Spielebranche geworden ist, es geht halt nicht mehr darum ein gutes Spiel herauszubringen, sondern viel mehr darum so viel Geld wie möglich zu verdienen.
Alleine das man sich Spiele vorbestellen kann ist ja ein starkes Indiz für den Verfall, von kostenpflichtigen DLC's möchte ich gar nicht erst anfangen.
Aber solange Leute diese Praxis unterstützen wird sich da auch nichts ändern, warum sollte es auch, momentan verdienen sich die Publisher ja dumm und dämlich...
Ganz so negativ sehe ich den Aspekt mit der Knete dann auch wieder nicht. Die Entwickler von Spielen wollten schon immer Geld verdienen, das ist nichts Neues. Und warum auch nicht? Spieleentwicklung hat schon immer einen Haufen Arbeit bedeutet und Arbeit muss auch angemessen bezahlt werden. Von irgend etwas müssen Programmierer und Designer ja schließlich auch leben und das bitte mehr als deutlich über dem Existenzminimum. Deren Gehalt muss nun einmal jemand bezahlen und dieser Jemand sind die ehrlichen Käufer. Dafür meinen Dank an dieser Stelle an alle, die ihre Spiele bezahlen anstatt klauen. Ohne euch würde es viele Spiele, mit denen ich schon viel Spaß hatte, gar nicht geben. Und nein, ich bin kein Spieleentwickler und auch mit keinem befreundet oder verwandt.
Du meinst es vermutlich nicht so, aber du klingst an der oben zitierten Stelle so, als würdest du erwarten, Spiele sollten nur aus Spaß an der Sache entwickelt werden. Und bei manchen Leuten in diesem Forum habe ich manchmal den Eindruck, die würden das allen Ernstes erwarten. Die Kostenlos-Unkultur lässt grüßen.
Man darf nicht vergessen, dass die Entwicklung eines Spieles wie Far Cry 4 zwei- bis dreistellige Millionenbeträge kostet und solche Summen bekommt man nur am Kapitalmarkt zusammen. Dieser Markt will tatsächlich nur eines: Geld verdienen, so viel wie möglich und sonst nichts, aber auch absolut gar nichts anderes. Da sagt niemand: "Oh Mann, wir haben jetzt dermaßen abartig viel Geld verdient, das reicht für´s Erste." (Hallo, Apple!)
Z. B. die Deutsche Bank hat lange Zeit Jahr für Jahr immer größere Rekordgewinne gemacht. Und weißt du, was der damalige Chef nach einigen Jahren dazu gesagt hat? Er sagte, dass man tatsächlich eine extrem gute Rendite eingefahren hätte, dass man aber immer noch viel zuviel Geld dafür investieren müsste. Mit anderen Worten: "Wir können zwar vor lauter Geld kaum laufen, aber das hindert uns nicht daran, auch weiterhin die Dumpinglöhne in der dritten Welt zu drücken, um unseren Gewinn noch mehr zu steigern." Das hat jetzt nicht direkt mit den Spieleentwicklern zu tun, ich wollte damit nur illustrieren, wie diese Branche tickt.
Das darf man beklagen, aber wenn man auf diesem Wege finanzierte Waren kauft, macht man sich zum Teil dieses Systems und dann ist die Klage im Grunde nur Heuchelei. Spiele wie Star Citizen, die ohne Kapitalmarkt finanziert werden, sind bis jetzt noch die absolute Ausname und ich rate jetzt mal, dass das auch so bleiben wird. Es würde ohne den Kapitalmarkt die sogenannten AAA-Spiele gar nicht geben. Die dafür nötige Hardware übrigens auch nicht. Mancher würde das vielleicht begrüßen, aber mir würden Spiele wie die Batman-Reihe oder Skyrim durchaus fehlen. Terraria ist ein tolles Spiel, aber nur in Pixeloptik will ich definitiv nicht mehr zocken.
Und was die DLC´s angeht: Ich finde, es kommt ganz einfach auf den Mehrwert für die Spieler an. Wenn das eine dämliche Pferderüstung ist (Hallo, Oblivion!), dann ist es unverschämt, dafür mehr als ein paar Cent zu verlangen. Aber wenn das ein komplett neuer Spieleteil mit neuen Inhalten ist, wie der tolle DLC "You Monster" für Defense Grid oder die DLC´s für Bioshock Infinite, dann ist das doch völlig legitim. Auch so ein DLC macht viel Mühe und die Entwickler können auf diese Weise aus ihrer Arbeit noch etwas mehr Kohle quetschen, was wiederum die Entwicklung neuer Spiele unterstützt.
Übrigens verdienen sich die Publisher keineswegs dumm und dämlich. Dieser Markt gilt an der Börse als Hochrisiko-Anlage. Dass ein Spiel so viel Geld einbringt, dass es sich für die Finanziers lohnt, ist keineswegs sicher. Die Publisher haben, ähnlich wie die Hollywood-Studios, gar keine andere Wahl, als jedes Jahr ein paar sichere Einnahmequellen wie Call of Duty rauszubringen. Damit werde nämlich ihre risikoreicheren Projekte querfinanziert. Ich finde diese immer gleiche Schießbude Call of Duty schrecklich, aber die unzähligen Millionen Leute, die das kaufen (das verstehe wer will) finanzieren indirekt erzählerische Perlen wie Bioshock Infinite. Und mir ist jetzt wurscht, ob diese beiden Spiele vom gleichen Publisher kommen oder nicht, ich will das Prinzip verdeutlichen.
Mit einer Sache hast du aber absolut Recht: solange die Call of Dutys dieser Welt sich verkaufen wie geschnitten Brot, solange innovative Spiele wie Beyond Good and Evil kaum gekauft werden und solange Spiele mit Allways-On-Gängelung nicht in den Regalen verschimmeln, solange werden die Publisher auch nicht umdenken. Würdest du es anders machen, wenn du dort Manager wärst? Vielleicht ja, aber diese Leute mögen sehr oft nicht einmal Computerspiele. Für die ist das nur eine Ware, die könnten genau so gut auch eine Schuhfabrik leiten. Aber warum sollte es verwerflich sein, sich nicht für Computerspiele zu interessieren?
So, ich habe fertig. Wer bis hierhin mitgelesen hat: Respekt!
Munter bleiben!