FloosWorld
Schraubenverwechsler(in)
Das Spiel sah schon zu seiner Zeit alles andere als perfekt aus – europäische PCler haben praktisch gleichzeitig Quake II gefeiert und damals waren Shooter nicht zwingend die Grafikreferenz, sondern eher Rennspiele oder Flight-/Space-Sims. Schleichfahrt zum Beispiel ist über ein Jahr älter und kann locker mithalten, Dethkarz ebensoviel jünger und Lichtjahre voraus. Und auch im Shooter-Bereich war die Entwicklung damals rasant. Mir persönlich ist Goldeneye Anfang 2000 das erste Mal begegnet. Da haben es die Konsoleros immer noch gefeiert, weil es auf dem Nintendo 64 halt nichts in dieser Richtung gab, dass besser aussah oder sich besser steuern ließ und auf der Playstation sowieso nicht. Ich dagegen spielte längst Unreal Tournament und konnte über den Pixelbrei mit der unmöglichen Joystick-Konstruktion nur den Kopf schütteln. Aber Splitscreen-Multiplayer ist natürlich seit jeher geil für Party & Co – hoffentlich behalten sie den bei.
GoldenEye war damals u.a. wegweisend, weil es zusammen mit MDK (PC/PS1 - auch 1997) als eines der ersten Spiele einen richtigen Snipermodus hatte. Ebenfalls war GoldenEye eines der ersten Filmlizenzspiele, die wirklich gut waren, wenn man sich aus der damaligen Zeit und den 1980ern andere Lizenztitel ansieht. Außerdem muss man bedenken, dass mit Ausnahme von Grant Kirkhope und Graeme Norgate, die beide für den Soundtrack verantwortlich waren, keiner vom Team davor Erfahrung mit Videospielen hatte.
GoldenEye hatte als eines der ersten Spiele auch eine Art Achievementsystem, da man Cheats wie Unverwundbarkeit, Alle Waffen etc. freispielen konnte bzw. musste, indem man bestimmte Level der Einzelspielerkampagne auf einem bestimmten Schwierigkeitsgrad innerhalb einer bestimmten Zeit beendet. Unverwundbarkeit schaltet man z.B. frei, indem man den 2. Level (Facility) auf dem höchsten Schwierigkeitsgrad (00 Agent) innerhalb von 2:05 Sekunden durchspielt und das ist alles andere als leicht, wenn man sich nicht weiß, wo sich die Gegner und Items befinden.
Das 360 Remaster, was letztes Jahr geleakt wurde, zeigt auch ganz gut, wie gut GoldenEye trotz seines Alters sich noch spielen lässt, wenn man die Steuerung vernünftig ändert.

Für alle interessierten - auf YouTube gibt's eine Doku bzw. Making of in Spielfilmlänge, in der die damaligen Entwickler zu Wort kommen und erklären, wie war so war, zwei Jahre lang an GoldenEye zu arbeiten: Klick.
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