Nvidia konnte den Marktanteil im Q4 2020 sogar ausbauen gegenüber AMD, verzweifelt ist dort sicher niemand.
Genaugenommen hat AMD hier sogar einen lokalen Tiefpunkt erreicht. Die haben bei dGPUs nur noch einen Anteil von 18 % in 4Q20. In 1Q19 / 2Q19 hatten sie noch einen Anteil von 28 % bzw. 29 %.
Und "verzweifelt" wird da bei nVidia niemand sein, eher im Gegenteil, denn AMD hat keine Produkte, mit denen sie die Konkurrenz kategorisch übertrumpfen könne, sie müssen weiterhin, wie schon in den letzten Jahren auch, über den Preis und die Speicherausstattung ihre Produkte platzieren und liefern nur einen Bruchteil dessen in den Markt, was nVidia abliefert.
Alleine für 4Q20 beläuft sich das Verhältnis bei AddInBoards auf 9,1 Mio.. zu gerade mal 1,9 Mio. Boards bei AMD, d. h. bei der hohen Nachfrage kann sich nVidia sicher sein alles loszuwerden und davon gleich
etwa 5x mehr als AMD.
Und auch Steam bescheinigt nVidia, dass man sich bzgl. der Konkurrenz keine allzu großen Sorgen machen muss. Expizit ausgewiesene Ampere-Karten erreichen hier mittlerweile einen Anteil von 2,60 % wohingegen noch keine einzige RDNA2-Karte bisher separat gelistet wird aufgrund ihres geringen Marktanteils. Schlussendlich auch nicht überraschend, denn indirekt reflektiert das schlicht AMDs geringes Fertigungsvolumen.
Letzten Endes, wie Pu244 schon oben skizzierte, geht es hier derzeit für nVidia eher darum den unter den gegebenen Umständen optimalen Weg zu finden für ergänzende Produkte in ihrem Portfolio und hier gibt es einiges gegeneinander aufzuwiegen bzgl. den zu erreichenden Umsatz- und Gewinnzielen. Was kann man in welcher Menge und zu welchen aktuellen Preisen fertigen, wie passt das ins eigene Portfolio, wie positioniert es sich relativ zur Konkurrenz, wie ist die Verfügbarkeit weiterer Ressourcen, die für die Fertigung der Endprodukte erforderlich sind?
Die grundlegende Roadmap sah zweifellos schon Mitte 2020 eine festgelegte, schrittweise Portfolioerweiterung mit bspw. 16- und 20-GiB-Karten vor (
und dementsprechend sickerten hier auch Ankündigungen durch, so von bspw. Lenovo), nur wird die sich zunehmend verschärfende, industrieweite Krise hier zur einer nachträglichen Neubewertung und Überarbeitung des Projektplans gezwungen haben, sodass man das ein oder andere vorgesehene Produkt etwas hinauszögert(e) und teilweise gar umarbeiten und an die aktuelle Fertigungssituation anpassen muss(te).
Das Problem ist ja weniger das RAM, das Problem ist, dass den Herstellern zu wenige Chips geliefert werden von AMD und Nvidia.
Das kann man nicht einmal so genau sagen, da auch die Knappheit bei GDDR6-Bausteinen (nicht nur von Micron) in der jüngeren Vergangenheit mehrfach thematisiert wurde. Zudem hatten einige Fabs von Micron und Samsung zum Jahresende hin Probleme und mussten die Produktion aussetzen und die Wiederaufnahme bis zum vollen Fertigungsdurchsatz dauert etliche Wochen bei einer solchen Fab.
Hier spielen viele Faktoren eine Rolle, handfest quantifiziert hat das aber bisher noch niemand. Beispielsweise bei der Knappheit bzgl. der eigentlichen GPUs ist auch immer noch unklar wie sich das nun verteilt auf eine zu geringe Fertigung direkt bei TSMC/Samsung und in wie weit fehlende Ressourcen für das Packaging die Ursache sind.