Das sind mal Arbeitsbedingungen. 12 Stunden am Tag arbeiten und eine Halbestunde Pause. Da muss mal was gegen unternommen werden. Ich glaube Apple und die anderen Hersteller ist das egal was da passiert.
Ach, schonmal in einem deutschen Call-Center in Deutschland gearbeitet? Nein? Ist das gleiche. Eine halbe Stunde Pause, wenn du Zeit hast sie zu nehmen. 10+ Stunden arbeiten zum Hungerlohn. Und nein, die billigen "Ich rufe nur Kunden an"-Jobs zählen nicht, dass sind keine richtigen Call-Center-Jobs.
Ich persönlich wäre schon bereit einen € mehr auszugeben wenn ich wüsste das ich damit diese Ausbeutung damit etwas eindämme....
Interessant wäre auch mal zu wissen welche Firmen nicht in China produzieren (und natürlich auch nicht in indien etc.

)?
Der eine Euro nutzt gar nix. So ziemlich jede Firma ist irgendwie von der Produktion in China abhängig, und sei es das deutsche Kleinunternehmen, dass Zwischenprodukte von seinem deutschen oder europäischen Lieferanten bezieht der diese wiederum in China zusammenbauen lässt.
Und natürlich geht´s noch viel undurchsichtiger.
Meine Frage: Wo ist "Made in Africa"? Da kann man auch billiger produzieren als hier und wenn man sich vom Flying-Geese abwendet und mal was anderes probiert, profitieren die auch mal davon.
Und anstatt mit dem Finger auf China zu zeigen und "Pfui, schämt euch" zu sagen: In Deutschland sieht das genauso bescheiden aus mit den Arbeitsbedingungen im Niedriglohnsektor. Das Call-Center ist da nur das viel bekannte Beispiel für.
In deutschen Call-Centern ist es tatsächlich so, dass du offiziel zwar nur 8 Stunden am Tag arbeitest, inoffiziel bist du aber mindestens 10+ da unter Bedingungen, die jeder Beschreibung spotten. Pausen kannst du da teilweise gar nicht erst antreten, weil einfach zu wenig Leute da sind. Ruhe herrscht da auch nicht, weil du da mit x Leuten im Raum sitzt ohne gescheite Schalldämmung und dich richtig anstrengen musst, um den Kunden zu verstehen und dich nicht von deinen Kollegen ablenken zu lassen. Ist überhaupt nicht witzig, den ganzen Tag an einen Stuhl "gefesselt" zu sein, weil permanent das Telefon klingelt, es selbstverständlich ist, dass du 2-3 Kunden GLEICHZEITIG bearbeitest, Emails beantwortest und natürlich noch Kunden anrufst. Und dann noch Zusatzaufgaben, die dir ständig aufgehalst werden und die du weder ablehnen noch abgeben kannst. Nichts mit Verkaufsprovisionen, auch wenn das vorher in Aussicht gestellt wird. Gekündigt wird der zuerst, der die Situation des Unternehmens (!) und der Kunden verbessern will, nicht der, der bereits 2 Abmahnungen hat weil er das Unternehmen in Schwierigkeiten bringt obwohl der das Unternehmen nur mehr kostet, weil der nicht mehr als Ablage machen darf.
Das ist natürlich nicht mit den Luxus-Call-Center-Jobs vergleichbar, wo man ausschließlich Leute anruft. Das ist der Himmel verglichen zum richtigen Call-Center-Job und da spreche ich aus Erfahrung.
Ohne Zweifel sind die Arbeitsbedingungen in China mehr als bescheiden für den Großteil der Bevölkerung, man kann sowas aber leider auch nicht von heute auf morgen ändern. Anstatt immer nur vor China zu kuschen, sollte man vielleicht mal wieder auf Afrika oder Südamerika als Produktionsland zurückkommen.
Wenn man die Abhängigkeit von China löst, kann man die auch besser vor die Wahl stellen: Bessere Arbeitsbedingungen für die Arbeiter oder wir produzieren woanders. Tut natürlich niemand, ist ja Arbeit.
Zudem darf man nicht vergessen, das in China eine vollkommen andere Mentalität vorherrscht als bei uns. Stichwort Wanderarbeiter und die generelle Einstellung der Chinesen z. B. zur Finanzkrise. Wir sehen das ausschließlich als Katastrophe, die Chinesen sehen das auch als Chance und nicht ganz so schwarz.
Ausserdem: Wenn ihr China boykottieren wollt, viel Spaß. Es weiß doch niemand mehr, was alles in China produziert wird und dann in "Made in [Europe]"-Produkte eingebaut wird.
Chinas größtes Problem ist übrigens Energie. Ein Schelm wer jetzt böses denkt.