Geb ich dir voll Recht. Und nicht zu vergessen auch die Leitungs- und Wandlungsverluste im Stromnetz, um den Strom überhaupt zur Säule zu bekommen.
Für Wasserstoff ist die Effizienz leider durch Kühlung, Transport, Lagerung bei extrem hohen Druck und natürlich schlechtem Wirkungsgrad bei der Erzeugung noch beudetend schlechter.
Von daher kann ich mir nicht vorstellen, dass sich Wasserstoff generell durchsetzen könnte.
Lagerung unter Druck kostet keine Energie, nur das einmalige Unterdrucksetzen. Das sind letztlich auch die beiden Parameter, die über Wasserstoff entscheiden werden: Wie lange müssen wir Energie speichern und wie aufwendig ist es, diese ins Lager zu bekommen?
Ab einer gewissen Speicherdauer und damit -kapazität sind Batterien einfach unbezahlbar (auch ökologisch durch den Materialaufwand) und durch die Selbstenladung auch schlicht unbrauchbar. Schon bei einigen Wochen Zwischenspeicherung sind sie ökonomisch kaum zu rechtfertigen, einige Monate halte ich für gänzlich unmöglich. Wir brauchen aber 6-Monats-Speicher, um die von Sommer zu Winter um Faktor 3 schwankende Leistung der Photovoltaik zu puffern und müssen möglicherweise sogar 12- oder 24-Monatsspeicher für windarme Jahre in Betracht ziehen. Trotz aller Ineffizienz bei der Erzeugung und Rückverstromung ist Wasserstoff derzeit die meist genannte Technik für diesen Anwendungszweck - und wenn man ihn ohnehin produzieren muss (wenn man den Strom nicht wegwerfen will), dann kommt er auch für die Anwendung in PKW in Frage bzw. ist für langstreckentaugliche Autos eine naheliegende Wahl.
(Langfristig würde ich aber nicht wundern, wenn reiner Wasserstoff nie in großem Maßstab genutzt wird. Die Ineffizienz bei der Erzeugung lässt sich nämlich theoretisch auf 0 reduzieren, realistisch ist zumindeste Elektrolyse mit 80-95% Effizienz. Aber die iir rund 20% Energieverlust bei Komprimierung auf 700 bar wird man aus rein physikalischen Gründen immer haben. Konkurrierende Stoffe wie NH3, CH4 und CH3OH lassen sich dagegen sehr einfach in eine dichte Lagerform überführen und der zusätzliche Energieaufwand für ihre Erzeugung ist erneut nur eine Frage der Verfahrenseffizienz. Ich persönlich plädiere mittlerweile sogar für intensive Forschung an effizienter C2H5OH-Synthese, denn damit hat man auch keine Handhabungs- und Umweltprobleme mehr und kann die gesamte bestehende Infrastruktur weiterverwenden. Das spart soviel Kosten, dass eine auch in optimierten Zustand etwas ineffizientere Produktion das kleinere Übel sein sollte.)
Davon abgesehen: in den letzten 10 Jahren hat sich die Akkukapazität verdreifacht. Wenn das nochmal passiert haben wir Autos die jenseits von 1000km fahren können.
Die maximale reguläre verkaufte Batteriekapazität vor 10 Jahren waren 53 kWh (Tesla Roadster). Das Maximum heute, 10 Jahre später, sind 108 kWh im EQS, macht also nur doppelt so viel. Und dieser 120-Monate-Rahmen ist schon astreines Cherrypicking von dir, denn vor 112 Monaten gab es bereits den S85. In den letzten 9,5 Jahren ist die Kapazität also gerade mal um ein 25% gestiegen, nicht um 200%, wie von dir behauptet.
Und es ist auch nicht damit zu rechnen, dass es in den nächsten 9,5 Jahren mehr als weitere 25% sein werden, wenn überhaupt. Aber unter Garantie keine Verdreifachung. Abgesehen davon, dass bereits die drei genannten Fahrzeuge für Normalsterbliche einfach keine Option sind, lässt sich das bis Mitte der 10er Jahre (S100) erfolgeich angewandte Verfahren "lass einfach mehr Batterien reinquetschen" einfach nicht fortsetzen. Die Dinger kosten heute schon zu viel in der Herstellung und sind auch einfach zu schwer. Weitere Steigerung gibt es nur noch durch neue Zellchemie und wenn man die spezifische Leistung eines guten Notebook-Akkus von 2001, einer Smartphone-Batterie von 2011 und eines Batterieautos von 2021 vergleicht, dann wird einem klar, dass sich bei hochoptimierten LiIo kaum noch etwas tut.
Das ist aktuell noch nicht der Fall, aber hier tut sich im Moment einiges. Ist natürlich auch länderspezifisch unterschiedlich.
Wobei letzteres leider auch bedeutet, dass selbst nach erreichen eines guten Ausbaustandes in Deutschland ein Batterieauto ggf. nicht einmal 70% der Fahrstrecke eines Verbrenners ersetzen kann, einfach weil die anderen 30% eben nicht in Deutschland stattfinden

. (Österreich und Schweiz sehen auch ganz gut aus, Frankreich schon deutlich weniger, Kroatien, vor allem der Süden, ist außerhalb der großen Städte afaik ein echtes Problem und über Italien außerhalb des Nordens reden wir vielleicht besser in 10 Jahren wieder...)

das passiert immer mal wieder. Ging mir erst neulich so
Die Frage ist halt, ob man zum letzten mal 700 km vor diesem Moment getankt hat und (bei vorsichtiger Fahrweise) noch 100 km Reserve hat, oder ob es eher 300 km und 30 km sind.
Man muss schnell, schnell gehetzt und gestresst in den Urlaub und ebenso auch wieder zurück!
Ich fahre gerne langsam und lege viele Zwischenstopps auf dem Weg zum Urlaub und vom Urlaub zurück ein, wenn du das mit meinem Arbeitgeber klärst.
Aber Urlaub als solcher beginnt für mich, wenn ich angekommen bin und endet, wenn ich abfahren muss, denn Autobahnen sind definitiv nicht zum Spaß haben da. (Und wenn sie es wären, wäre ich noch schneller am Ziel

.) Und alles, was keinen Spaß macht und keinen Lohn einbringt, gehört minimiert.