[FAQ] CPU hält Takt nicht / Taktet herunter

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BIOS-Overclocker(in)
[FAQ] CPU hält Takt nicht / Taktet herunter

Da das Thema immer wieder aufkommt, soll der Thread ein Anhaltspunkt für alle Fragestellenden sein. Auch eine Verlinkung in andere Threads ist gern gesehen :)

Kritik/Ergänzungen/Korrekturen sind ausdrücklich erwünscht!

[size=+1]DAS PROBLEM[/size]

Die CPU (= der Prozessor) reduziert im laufenden Betrieb den Takt. Die Leistung vermindert sich, Spiele werden ruckelig oder gar unspielbar.

Im englischen wird diesen Verhalten übrigens "CPU Throttling" genannt.

Ob das der Fall ist kann man mit der Freeware CPU-Z überprüfen / beobachten.

[size=+1]DIE GRÜNDE & PROBLEMLÖSUNG[/size]

1) Der Prozessor taktet auf Grund einer Stromsparfunktion herunter.

Dies sollte nur der Fall sein wenn man sich auf dem Desktop befindet oder das Spiel besonders anspruchslos ist. In dem Fall leidet auch die Performance nicht, es wird aber der Stromverbrauch deutlich reduziert.

-> LÖSUNG:

In der Windows-Suchfunktion nach "Energieoptionen" suchen, dort den "Höchstleistung" Modus aktivieren. Achtung: das Verhalten im Leerlauf herunterzutakten ist gewollt und sollte nicht ohne triftigen Grund deaktiviert werden. Höhere Temperaturen und Stromverbrauch sind die Folgen.

2) Der Prozessor wird zu heiß.

Dies kann man mittels HW Monitor ermitteln. Dazu startet man erst HW Monitor und dann die Anwendung bei der man die Überhitzung vermutet. Abhängig vom Grund der Überhitzung kann das erreichen der Spitzentemperatur zwischen einer Minute und mehreren Stunden dauern. Anschließend sucht man in HW Monitor nach seinem Prozessor (grünes, quadratisches Icon) und liest die 3. Zeile, die "Max" Werte aus. Je nach Prozessor können dort 1 bis 12+ Werte stehen, der höchste ist der Wichtigste.

Die Maximalwerte sind vom Prozessor Modell abhängig. Generell kann man aber sagen dass alles unter 65°C unbedenklich ist. Weiters weisen extrem hohe oder unwahrscheinliche Werte auf einen Auslesefehler hin. Häufig sind dies 127 oder 255°C.

Datenbank für Intel CPUs: ARK | Your Source for Intel® Product Information

Datenbank für AMD CPUs: Product Resource Center

Welchen Prozessor ihr nun habt findet ihr mittels CPU-Z (siehe oben) oder der Tastenkombination "Windows Taste" + "Pause" (meist rechts oben auf der Tastatur)

-> LÖSUNG:

Bei einem neuen PC:
- Sitzt der CPU Kühlkörper richtig? Hier ein YT-Tutorial.
- Wurde Wärmeleitpaste richtig aufgetragen? Hier ein YT-Tutorial. Achtung! Manche Kühler haben eine Schutzfolie auf der Unterseite, diese muss von Inbetriebnahme entfernt werden!
- Ist der Kühler stark genug? Billige Kühler können schlicht zu schwach sein für CPUs mit hoher TDP (80W+), da hilft nur ein neuer Kühler.
- Funktioniert das Kühlkonzept? Bei Tower Kühlern ist darauf zu achten dass ein Gehäuselüfter (falls vorhanden immer MIT und nie gegen den CPU Lüfter arbeitet. In welche Richtung ein Lüfter bläst erkennt man an Pfeilen die im Rahmen zu finden sind. Weiters sollte man für ein ungefähres Gleichgewicht an einsaugenden und ausblasenden Gehäuselüfter sorgen. 4 Gehäuse Lüfter die alle Luft in das Gehäuse pusten oder alle absaugen arbeiten gegeneinander und sorgen für einen Wärmestau.
- Sind genug Gehäuselüfter vorhanden? Für Office PCs reicht ein einzelner, Gaming PCs können abhängig von der verbauten Hardware auch 3 oder mehr benötigen.

Bei einem benutzen PC:
-Dreht sich der CPU Lüfter? Nein: Steckt das Kabel? Ja: läuft der Lüfter auch nicht wenn man einen anderen Anschluss verwendet? Nein: Lüfter defekt.
-Ist die Wärmeleitpaste vertrocknet? Kühler ausbauen, die alte WLP mit einem trockenen Tuch/Küchenrollte etc. entfernen, bis die Metalloberflächen der CPU und des Kühlers sauber sind. Eine neue WLP auftragen (persönlich habe ich gute Erfahrungen hiermit da sie sehr einfach in der Handhabung ist), Kühler verbauen und das Lüfterkabel nicht vergessen! (Anleitung zur Aufbringung der WLP siehe oben)

Auch kann es sein dass die Zimmertemperatur höher ist als sonst - Stichwort Sommer:
- Hier könnte man sich an "Undervoltig" versuchen. An dieser Stelle verweise ich auf das entsprechende Subforum da das Thema doch recht komplex ist. Dort findet man zu vielen CPUs einen entsprechenden Guide.
- Das Kühlkonzept kommt mit der Temperatur einfach nicht klar: Es helfen nur weitere Gehäuselüfter oder ein stärkerer CPU Kühler.

3) Die Spannungswandler am Mainboard werden zu heiß. (Besonders bei AM3(+) Boards!)

Es gibt 2 Arten von Mainboards: die, die ihre Spannungswandler durch einen Kühlkörper kühlen, und welche (billigere) die es nicht tun.

Welche Art habe ich? Dazu muss man das Gehäuse offen und nachsehen.

MB mit SpaWa2.jpg MB ohne SpaWa 2.jpg

Wichtig ist dass sich die Spannungswandler immer direkt neben dem CPU Sockel befinden, meist Richtung Rücksteite des PCs. Kühler, die unter dem Sockel angebracht sind, sind Chipsatzkühler und haben nichts mit den Spannungswandlern zu tun.

Leider gibt es keine einfache Methode zu überprüfen ob die Spannungswandler überhitzen, aber 3 Faktoren in Kombination sind sehr häufig der Grund.

- Ein Mainboard ohne SpaWa Kühler.
- Ein "Tower - Kühler", sprich ein CPU Kühler dessen Lüfter nicht auf das Mainboard bläst (und somit nicht mitkühlt).
- Eine AM3(+) CPU. (Es können auch Intel CPUs das Problem haben, aber das ist eher die Ausnahme).

-> LÖSUNG

- Auch hier kann sich Undervolting als nützlich erweisen. Dadurch reduziert sich die Belastung der SpaWas und somit auch ihre Temperatur. Wie bereits oben, verweise ich an dieser Stelle nur auf das entsprechende Subforum, in dem es ausführliche Guides zu dem Thema gibt.
- Man kann versuchen eine Kühlung für die Spannungswandler selbst nachzurüsten. zB hier oder hiermit. Dies würde ich aber nur bastelfreudigen/erfahrenen Benutzern empfehlen, löst sich ein Kühlelement im Betrieb kann das sehr unangenehme Folgen haben.
- Wesentlich sicherer und mit höherer Erfolgsaussicht ist ein sogenannter "Top-Blow Kühler", dieser kühlt die Bauteile am Mainboard durch einen Luftstrom mit.
- Alternativ könnte man auch den Tower Kühler behalten und auf ein Mainboard mit SpaWa Kühlern wechseln. Dies empfiehlt sich aber nur dann falls man mit dem aktuellen Mainboard auch sonst nicht zufrieden ist.
 

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