Die Nottrennung im Falle eines Unfalls (die übrigens nicht mit Relais erfolgt, sondern afaik überall phyrotechnisch mit Schneidladungen) dient nicht dazu, einen Akkubrand zu verhindern. Kann sie auch gar nicht. Sondern dazu, lebensgefährlichen Starkstrom auf der Karosserie auszuschließen.
Das Batterieautos bei Unfällen nicht häufiger als Verbrenner brennen, liegt einfach an der Lage der Batterie in der Sicherheitszelle und mehreren 100 kg Panzerung und Verstärkung. Würden die Zellen verformt werden, würden sie sich auch entzünden - aber das wird jeden Preis verhindert. Bei einem Crash, der dennoch zum Akkubrand führt, wären die Insassen dann vermutlich ohnehin nicht mehr zu retten gewesen. (auch wenn der Tod ggf. extra qualvoll wird)
Das hat aber nichts mit Bränden an einem äußerlich intakten Akku zu tun und in Tiefgaragen sind so schwere Unfälle wohl selbst mit der Beschleunigung eines Batterieautos möglich.
Mich würde ja interessieren wie genau gelöscht wird falls denn doch ein Brand bei einem E-Auto in einer Tiefgarage ausbricht. Meines Wissens nach werden die E-Autos in einen großen Container mit Wasser getunkt, was in einer Tiefgarage problematisch wird.
Das Tunken ist eher eine primitive Abschlusspraktik. Abgesehen davon, dass sie weder immer nötig ist und es teils technische Alternativen gibt (die aber, im Gegensatz zu einer Bauschuttmulde, nicht immer verfügbar sind), hievt niemand das im Vollbrand stehende Auto in einen Container. Wie auch?
Es wird erst gelöscht und dann zur Kühlung und Sicherung getaucht. Im Falle einer Tiefgarage müsste man das Wrack halt zwischendurch unter anhaltender Kühlung mit normalem Löschsystem rausschleifen. Nicht gut und ein deutlicher Nachteil gegenüber einem abschließend gelöschten Verbrenner, aber machbar. Ein prinzipielles Problem damit hat wenn dann eher die Spurensicherung im Falle von Brandstiftung.
Aber löschtechnisch gibt es nur zwei relevante Aspekte bei Batterieautos:
- Sie entwickeln auch ohne Sauerstoffzufuhr Wärme. In einer großen Tiefgarage erst im Worst Case (dutzende Autos brennen) relevant (und das ist unwahrscheinlich, denn Batterien zündet man nicht so einfach durch Wärme von außen an), aber in einer kleinen, schlecht belüfteten Einzelgarage dürfte sich ein Verbrennerfeuer selbst zum Schwelbrand ersticken; ein brennendes Batterieauto nicht.
- Man braucht VIEL mehr Löschwasser. Wenn es eine im Hang gebaute Tiefgarage mit ebenerdiger oder sogar leicht abschüssiger Zufahrt ist: Kein großes Ding.
Bei einem geschlossen Kellertrog steht man am Ende des gelöschten Brandes aber möglicherweise trotzdem mit einem Totalverlust wegen des Überschwemmungsschadens da.
Interessant wäre auch ob die Statistiken über E-Auto Brände tatsächlich richtig sind. Statistiken werden ja gerne mal für bestimmte Zwecke optimal ausgelegt.
Sie sind durch das Alter automatisch geschönt. Fabrikneue Autos brennen viel seltener als alte und Batterieautos gibt es schlichtweg noch nicht so lange. Es ist viele Jahre her, dass ich einen altersbereinigten Vergleich gesehen habe, aber standen Batterieautos ähnlich da, wie Verbrenner. Bei beiden besteht halt nur Gefahr durch Brende vom Antriebsstrang, wenn eine Treibstoffleitung über heißen Teilen respektive was in der Leistungselektronik versagt. Die afaik relevante Brandgefahr durch nicht-Antriebselektrik ist sowieso bei beiden gleich.
Im Spezialfall Tiefgarage müsste man außerdem noch Brände bei Batterieautos INKLUSIVE Laden vs. Brände an Verbrennern EXKLUSIVE Tanken betrachten, denn ersteres findet, im Gegensatz zu letzteren, in Tiefgaragen statt.