Ich fürchte, man würde den ersten Teil, wenn er inhaltlich und von der grundsätzlichen Spielmechanik 1:1 in neuer Technik umgesetzt würde, am Ende sehr enttäuschend finden.
Spiele haben sich seit damals verändert. Unsere Ansprüche haben sich verändert.
Und vor allem: Unsere Erinnerung verklärt die Spiele, die wir früher gespielt haben.
Ganz besonders stark ist mir das bei Mass Effect 1 aufgefallen. Wie habe ich das Spiel damals geliebt. Dreimal hab ich es durchgespielt.
Das Remaster habe ich nach ein paar Stunden zur Seite gelegt. Klar, been there done that, aber vor allem hat mich die altbackene Spielmachanik und die anfangs tröge Erzählstruktur echt nicht mehr gepackt.
Kein Spiel ist perfekt und das waren die früheren Dragon Age Spiele auch nicht. Sachen die schlecht gealtert sind waren evtl. nie wirklich gut. Mit einer Modernisierung von Systemen könnte man sicher viel machen, aber auch viel in die "falsche" Richtung verändern und man wird es nie allen Recht machen können.
Allerdings geht es beim Ändern von Systemen auch schnell eher Richtung Remake als Remaster. Mit dem FF7 Remake sind ja auch viele Fans nicht glücklich, da es sich zu weit vom klassischen RPG entfernt hat. Da immer weniger große RPGs mit rundenbasierten Kampfsystemen daher kommen, ist es natürlich besonders blöd für die Fans dieser, wenn das Kampfsystem in einem Remake so stark verändert wird.
Das neue Dragon Age leidet auch an so einigen "modern game design" Krankheiten und fühlt sich für mich eher wie ein Action Adventure ala Darksiders an. Es ist mir bisschen zu glattgebügelt vom Leveldesign, zu effektlastig (die Kämpfe sehen fast wie aus einem Asia MMO geklaut aus) und kommt einem der größten Übel "modernen" RPG-Designs daher - mit dem Level skalierende Gegner. Ich frag mich bei dem Spiel immer wieder, wieso es Levelups mit mehr Stats wie mehr Leben gibt, wenn es sich trotzdem nie so anfühlt als würde man mehr aushalten, da der Schaden der Gegner recht linear mit den eigenen HP skaliert. Man hätte gleich ein reines Skill-Unlock System machen können. Das Ausrüstungssystem ist auch nicht wirklich zufriedenstellend.
Das die Gegner sich zu 90% auf den Spieler-Charakter fokussieren macht das Spielen eines Magier extrem nervig. Das die meisten Zauber diese "Punkte" benötigen und man nach Nutzung eines keinen weiteren Zauber mit "Punktverbrauch" nutzen kann, fühlt sich auch mies an. Dazu kommt das Limit von 4 gleichzeitig "anlegbaren" Zaubern.
Das alles würde ich in einem Remake von Dragon Age Origins nicht sehen wollen.
Immerhin machen die Partymitglieder auch Schaden, was in etlichen anderen RPGs, wo man zwar eine Party hat, aber nur den Hauptcharakter steuert, nicht der Fall ist.
Übrigens ist das beste im Spiel das Haar! Ich würde sagen, dass es bisher das Spiel mit dem besten Haar ist. Das würde ich in einem Remaster oder Remake gern mitnehmen. xD
Es wäre aber mal interessant zu erfahren, ob das sich recht ähnelnde Design diverser, aktueller Spiele darauf zurückzuführen ist, dass dieses weitverbreitet in Game Design Kursen gelehrt wird.