Einerseits ist der ganze Artikel geschrieben wie ein Eintrag in einem Tierlexikon und andererseits wieder einmal gnadenlos schubladisierend. "10 Punkte, mit denen sie jeden "Hardcore-Gamer" erkennen können" - is klar, ne? Artikel in diesem Tonus gab's auch schon bei WdW - über Psychopathen...
(geht mal gar nicht! - stellt euch mal vor, was in der Presse los ist, wenn ein solcher Artikel über Schichtarbeiter bei VW kommt. Aber mit Spielern kann man's ja machen...)
Der Hardcore-Gamer ist das Rückgrat der Gamesbranche, der knurrige Freund, auf den noch Verlass ist, wenn sich alle anderen abwenden. Der Fehltritte und - aus seiner Sicht - falsche Entscheidungen erträgt, wenn auch keineswegs klaglos.
Das ist kein "Hardcore-Gamer", sondern der Wirtschaft bestes Zugpferd - ein Fanboy. Produkt ist mies - motzen aber trotzdem preordern.
Wenn Hardcore-Gamer als Gruppe in Wut geraten, erschrecken Konzerne wie
Microsoft,
Sony oder
Electronic Arts und korrigieren ihren Kurs. "Wir haben auf unsere Community gehört", heißt es dann.
...Ihr meint "Wenn sogar Casuals nicht mehr die Börse öffnen". Ob eine kleine Gruppe Enthusiasten sauer ist, interessiert diese Weltkonzerne nicht im Geringsten. Das Interesse geht erst dann los, wenn die Aktionäre ankommen und fragen, weshalb die Bilanz nach unten korrigiert wird und sie 1% weniger Dividenden ausgeschüttet bekommen.
Derzeit aber wächst eine neue Generation heran, die womöglich einiges anders machen wird. Mädchen im Teenageralter, die "Let's Play"-Videomacher wie
Gronkh und Sarazar anhimmeln wie Popstars.

Muss man das eigentlich noch kommentieren? Sogar wenn wir bei der (schwachsinnigen) "Hardcore-Gamer" Definition des Artikels bleiben, ist jemand, der einen Anderen anhimmelt, weil er für sie ein Spiel spielt, kein "Hardcore-Gamer". Genau genommen sind solche Leute gar keine Gamer - sie spielen ja nicht. Sowas ist mehr "Kinobesuch" denn "Gaming".
Meine Definition von "Gamer":
Jemand, der sich mit dem Spiel an sich auseinandersetzt und das Spiel nicht nur "konsumiert" (-> Casual). "Hardcore" ist meiner Meinung nach eine sinnbefreite Erweiterung, mit der ich eher Rager und Fanboys in Verbindung bringe (eben wie Fussballultras, um auf den FCK und den Artikel Bezug zu nehmen) und welche einen entsprechend abwertenden Beigeschmack hat.
Zusammenfassend: Ein typischer Artikel von einem "Gamerversteher", der damit eigentlich nur sein Unwissen bezeugt. Setzen, Sechs.