Da muss man differenzieren. Ich habe in meiner Anfangszeit auch genug Mist gemacht. Na ja, ob man nach 2 Jahren sagen kann, dass man kein Anfänger mehr ist?
Was man macht, kommt drauf an, was das Ziel der Sache ist. Du hast praktisch 2 Achsen bei der Übungsauswahl: Isolation vs Verbundübungen auf der einen, Geräte vs freie Gewichte auf der anderen Seite. Fangen wir mal bei den Verbundübungen an.
Allgemein gibt es 6 grundlegende Übungen, die die wichtigsten Bewegungsabläufe darstellen: Kniebeuge (Aufstehen), Kreuzheben (Sachen hochheben), Bankdrücken (Druck nach vorne), Schulterdrücken (Druck nach oben), Klimmzüge (Zug von oben), Rudern (Zug von vorne). Damit hätte man prinzipiell 90% abgedeckt, der Rest ist Bauchtraining, Außenrotation, Bein-Abduktion und so ein Krempel, den man üblicherweise nicht priorisieren muss. Das geht jetzt maschinengeführt oder mit der Hantel bzw. Körpergewicht.
Isoliert bearbeitest du eben jeden Muskel einzeln und nicht im Verbund. Für den einzelnen Muskel ist das wirksamer und du kannst gezielter Disbalancen zwischen funktionsähnlichen Muskeln angehen. Außerdem ist es oft einfacher, weil man weniger Gewicht verwenden kann und damit auch weniger Körperstabilität aktiv nutzen muss. Die Nachteile sind jedoch, dass man eben einzelne Muskeln und nicht ganze Gruppen trainiert. Bei der Kniebeuge bearbeitet man Quadrizeps, Hamstrings, Arsch, Adduktoren und in gewissem Maß den Rumpf. Isoliert müsste man die ganzen Muskel(-gruppen) einzeln abarbeiten. Außerdem sind Isolationen vor allem maschinengeführt, weil es mit freiem oder Körpergewicht kaum geht.
Wenn man nicht viel Zeit hat, dann sollte man bei den 6 Basisübungen bleiben. Isos sind was für gezielte Arbeit an einzelnen Muskeln, was länger dauert und nur dann was bringt, wenn man irgendwelche Schwachstellen gezielt bearbeiten will. Sonst ist man mit Verbundübungen besser dran.
Maschinen gegen freie Gewichte ist weniger eindeutig. Maschinen geben einen Bewegungsablauf vor und das ist insofern gut, dass man die Bewegung nicht gänzlich falsch machen kann. Die stabilisierende Wirkung hilft sehr, wenn man bis ins Versagen trainiert. Da verliert man mit freiem Gewicht viel eher die Kontrolle. Außerdem muss man weniger selbst stabilisieren, verringert das Verletzungsrisiko und die Belastung des Herz-Kreislauf-Systems. Abfälschen geht auch nicht so leicht. Zudem kann eine gute Maschine einen passenden Winkel und eine gute Widerstandkurve für die Bewegung bieten.
Freies Gewicht hingegen hat das alles nicht und das ist Fluch und Segen zugleich. Sobald man Anfängergewichte hinter sich lässt, muss man viel mit Körperspannung und der richtigen Atemtechnik arbeiten (was bei Maschinen erst später passiert) und das erhöht die Belastung natürlich deutlich. Gleichzeitig ist es funktionaler, weil man lernt, den Körper stabil zu halten und in gewissem Maß den Rumpf mit bearbeitet. Außerdem kann man leichter abfälschen oder aber einfach unterschiedliche Techniken für die Bewegung verwenden. Zwischen Frontkniebeugen und Low Bar Kniebeugen ist eben doch ein ganz erheblicher Unterschied, wo man im Maschinentraining unterschiedliche Maschinen bräuchte. Das ist der größte Vorteil des freien Gewichts: Die Einfachheit. Man braucht eine Langhantel mit Gewichten, ein Rack und eine stabile Bank und kann alles machen. Umgekehrt kann das freie Gewicht aber auch vorteilhaft für den Bewegungsablauf sein. Zugübungen (Rudern und Latziehen) gehen bei mir maschinengeführt immer stark auf den Bizeps und landen nicht im Rücken. Mit freiem Gewicht (Langhantel- oder Kurzhantelrudern und Klimmzüge) hingegen klappt das wesentlich besser und die Übungen landen auch da, wo sie sollen, nämlich im Rücken.
Was man jetzt macht, kommt auf die Umstände und die Ziele an. Ich selbst trainiere fast nur noch im Homegym mit der Langhantel und halte mich an die 6 Basisübungen. Im Studio mit Fokus auf Muskelaufbau oder worauf auch immer würde ich die Vorteile von Maschinen und Geräten nutzen. 30-60% freies Gewicht, 40-70% Maschinentraining. Isolationsübungen nach Bedarf und wo es sinnvoll ist, vorzugsweise gegen Ende des Trainings. Wie man das jetzt im Detail durchführt, kommt auf die jeweiligen Trainingsziele und -umstände an.