Finde die Idee gar nicht mal soo übel ...
Leider dürfte das keiner seriösen Kosten-Nutzen-Rechnung standhalten und es gibt auch auf den Videodiensten dieser Welt einschlägige Videos von Leuten, die es versucht haben und ganz schön aufs Gesicht gefallen sind, denn häufig trägt die Einnahme an Kryptowährung kaum die Anschaffung der teuer verkauften Spezialmaschinen. Geschweige die Energiekosten. Ein bisschen spielt natürlich auch Spekulation mit rein, es kommt ja drauf an ob ich mir die erschürfte Währung direkt in Euro auszahlen lasse oder ob ich diese erstmal im Wallet halte und spekuliere sie bei Kurshöhen teurer zu veräußern. Hier spielt ja auch mit rein wie man das umsetzt, sinnig kann man sowas nur betreiben wenn man sich einem Mining-Pool anschließt. Jeder "Client" führt dabei die komplizierten Berechnungen zum finden von Blöcken aus, die allermeisten davon laufen ja komplett ergebnislos ab, waren also "umsonst gerechnet". Nur der eine, der einen Block findet, bekommt ja den Ertrag. Nur bekommt man den in einem Mining-Pool nicht eben selbst auf sein Wallet, sondern der Pool-Betreiber und der zahlt dann - im Idealfall - den Erlös an alle an der "Suche" beteiligten Clients aus. Man teilt sich also das Risiko nix zu finden, aber eben auch den Erlös wenn was gefunden ("geschürft") wird. Der Pool-Betreiber ist dabei eigentlich immer automatisch Gewinner, denn außer der kommunikation mit dem Netzwerk und den Clients hat dieser nicht viel zu erfüllen, verdient aber natürlich mit.
Die Idee Rechenleistung für externe anzubieten um mit der Abwärme zu heizen ist ja nicht dumm. Das ergibt ja sogar irgendwie Sinn, denn Rechenzentren geben nicht wenig für Kühlung aus.
Problematisch an diesen Gerätschaften ist nur: Bitcoin wird seit langem nur noch nennenswert mit speziellen ASICs geschürft. Das ist spezial-Hardware, die einzig und allein für das Schürfen von Bitcoin entwickelt und produziert werden. Damit bindet man sich also langfristig an das Schicksal dieser Kryptowährung, denn man kann damit nicht so einfach irgendwas anderes machen. Dazu kommt noch der technische Fortschritt und das sogenannte Halving, was ca. alle 4 Jahre bei Bitcoin passiert. Die Rechenleistung des einmal gekauften Geräts wird sich ja nicht signifikant steigern über die Jahre, der Ertrag (in Bitcoin) wird sich aber mindestens alle 4 Jahre quasi halbieren. Damit ist man indirekt davon abhängig, dass sich auch der Wert der Währung entsprechend verhält. Oder man muss wieder neue Hardware kaufen, die mehr Hashes/kWh schafft .. ein Teufelskreis an Investitionen.
Für klassische Rechenzentren sind dagegen einige Stolpersteine drinne: Die Verfügbarkeit ist schlecht, erstens hat der Privatmensch kaum eine redundante Stromversorgung oder Internetanbindung, zweitens braucht dieser natürlich auch nicht ständig Heizwärme. Bei Heizwärme für Wohnräume lässt sich das noch grob anhand der Außentemperaturen vorhersagen, beim Warmwasser verteilt es sich zumindest über das Jahr, dafür ist die Bedarfskurve eher volatil. Wirklich bedarf entsteht nur wenn gerade jemand duscht/geduscht hat, in den meisten Haushalten dürfte dann der Bedarf für einige Stunden bzw. bis zum nächsten Tag eher gering bzw. nicht vorhanden sein.
Dann kommen natürlich noch so Sicherheitsaspekte hinzu wie Datenschutz etc.
Ich sehe das eigentlich nur sinnvoll nutzbar unter ein paar Prämissen:
1. Es kommt multi-purpose-Hardware zum Einsatz
2. Die Hardware ist in eine Art verteiltes Netzwerk eingebunden, in dem Dienste flexibel hin und her gemanaged werden können.
3. Der Betreiber des Netzwerks ist Inhaber der Hardware und kümmert sich um den Betrieb, sowie den Austausch bei Defekten oder geplanten Erneuerungen.
4. Die Abgabeseite ist irgendwie Bedarfsentkoppelt (mindestens ein Energiespeicher) und/oder ist zu Verbraucherverbünden zusammengeschlossen (Mehrfamilienhäuser bzw. ganze Wohnblöcke mit Nahwärmesystem) um die Bedarfskurven zu glätten.