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Inaktiver Account von PCGH_Reinhard
Bootloaderkunde, oder "One to boot them all"
Da hier oft Threads eröffnet werden, welche oft ähnliche Probleme bzgl. Dualboot etc. zum Inhalt haben, hier ein kleines How-To, welches die am häufigsten auftretenden Probleme behandeln sollte.
Inhalt:
- Windows XP ist installiert, Windows Vista soll folgen.
- Windows Vista ist installiert, Windows XP soll folgen.
- Windows Vista und XP waren installiert, eines von beiden wurde entfernt.
- Eine Windowsinstallation hat den Linux-Bootloader überschrieben.
- Linux in den Vista-Bootloader integrieren.
- Weitere nützliche Befehle für Bcdedit
- Für Faule: EasyBCD
Hier muss man nichts weiter machen, als Vista zu installieren. Vista erkennt ältere Betriebssysteme der Windowsfamilie und legt dabei automatisch ein Bootmenü an, mit welchem man das zu startende OS auswählen kann. Hierbei ist es egal, ob sich die beiden Partitionen auf der selben oder verschiedenen Platten befinden. Faustregel dabei: die Betriebssysteme immer dem Alter nach installieren, angefangen mit dem Ältesten.
Hier hat man das Problem, dass Windows XP den Bootloader von Windows Vista überschreiben wird, da Windows XP – logisch – Vista nicht erkennen kann. Trotzdem ist das erst mal egal, man installiert XP auf eine leere HDD. Sobald die Installation abgeschlossen ist, legt man die Vista-DVD ein, öffnet eine Eingabeaufforderung, und tippt
Code:
X:\boot\bootsect.exe –NT60 All
Code:
C:\Windows\system32\bcdedit –create {ntldr} –d „Windows XP“
Code:
C:\Windows\system32\bcdedit /delete {ntldr} /f
Danach folgen noch diese Eingaben, die jeweils mit [Enter] bestätigt werden müssen:
Code:
C:\windows\system32\bcdedit -set {ntldr} device partition=C:
C:\windows\system32\bcdedit -set {ntldr} path \ntldr
C:\windows\system32\bcdedit -displayorder {ntldr} –addlast
Wichtig: Die Laufwerksbuchstaben am Anfang der Zeilen stellen die Partition dar, wo Vista installiert wurde, der bei Laufwerksbuchstabe „device partition=C:“ die aktive Partition, welche in der Regel die ein und dieselbe Partition sind. Unter Umständen müssen diese angepasst werden, die Angaben dazu lassen sich in der Datenträgerverwaltung finden. Allerdings dürfte diese Angabe bei den allermeisten PCs stimmen, wo Vista bereits installiert war.
Hier hat man das Problem, dass der Bootloader nicht bemerkt, dass Vista oder XP entfernt wurde. Sollte XP entfernt worden sein, kann man den nun ins Leere laufenden Verweis im Menü mittels
Code:
C:\windows\system32\bcdedit –delete {ntldr} /f
Falls man Vista deinstalliert hat, und man nun das Bootmenü loswerden will, muss man von der XP-CD starten, die Reparaturkonsole öffnen, und dort „fixmbr“ eingeben.
Um nach einer Windows-Neuinstallation auf einem System mit Linux-Dualboot Linux wieder startfähig zu bekommen, kann man entwerder die bei Punkt 5 genannte Methode verwenden (im Vorraus erledigen!), oder GRUB in den MBR zurüchschreiben. Letzteres läuft unter Ubuntu so ab:
Man startet mit der Live-CD, öffnet ein Terminal und legt sich mittels
Code:
sudo mkdir /mnt/root
Code:
sudo mount /dev/sdb1 /mnt/root
Danach tippt man
Code:
sudo grub-install --root-directory=/mnt/root /dev/sda
Linux kann man auch in den Bootloader von Vista integrieren. Das kann sinnvoll sein, wenn man Windows öfter neu installiert als Linux, oder man vermeiden will, dass bei einem bestehenden Dualboot-System von Windows XP und Vista man erst in GRUB Windows auswählt, und man sich dann nochmal im Windows-Bootmenü zwischen XP und Vista entscheiden muss.
Dazu startet man erst mal Linux, öffnet ein Terminal, und kopiert sich mittels „dd“ die ersten 512Byte auf der Platte, wo sich GRUB im MBR eingenistet hat. Danach mountet man das Windows-Verzeichnis, und verschiebt den Dump auf C:\. Ich musste hier zusätzlich noch die Besitzrechte der Datei anpassen.
Danach neu starten, diesmal mit Windows. Dort wird nun wieder eine Eingabeaufforderung mit Adminrechten geöffnet, wo Folgendes eingegeben wird:
Code:
bcdedit -copy {ntldr} -d "Fedora 9"
Code:
bcdedit -set { HEX-Code } device boot
bcdedit -set { HEX-Code } path \bootldr.img
bcdedit -displayorder { HEX-Code } -addlast
War alles erfolgreich, dann sollte die Eingabe von „bcdedit“ folgendes zum Vorschein bringen (der HEX-Code kann variieren):
Nach einem Test kann man GRUB wieder mit dem Vista-Bootloader überschreiben, die Windowsverweise in der menu.lst löschen, und sich über ein übersichtliches Bootmenü freuen.
Damit das ganze auch einen Sinn hat, sollte man sich dem MBR-Dump von Linux sowie auch die Einstellungen von bcdedit mittels "bcdedit –export [Pfad + Dateiname]" sichern, um sie später bei Bedarf parat zu haben.
- Reihenfolge der Auflistung im Bootmenü ändern:
Erst besorgt man sich mittels Eingabe vondie Liste aller Bezeichner, das wären in diesem Fall alle, bis auf den im Punkt Windows-Start-Manager genannte.Code:bcdedit
Danach kann man die Reihenfolge im Bootmenü mitfestlegen. Die Aufzählungreihenfolge hier entspricht dann der Reihenfolge der zukünftigen Liste im Bootmenü.Code:bcdedit –displayorder {Bezeichner1} {Bezeichner2} {Bezeichner3} {…}
- Bezeichnung eines Eintrags ändern
Will man z.B. den Eintrag von Windows XP, der sich nach der Installation von Vista „Frühere Windows Version“ nennt, umbenennen, geht man wie folgt vor:Code:bcdedit –set {Bezeichner} description „Neuer Name“
Code:bcdedit –set {ntldr} description „Windows XP“
- Anzeigedauer des Bootmenüs einstellen:
Anzeigedauer auf XX Sekunden einstellen. Nach Ablauf wird das Default-OS geladen.Code:bcdedit –timeout XX
- OS ändern, das standardmäßig gebootet wird
Festlegung des Betriebssystems, das nach Ablauf der Anzeigedauer des Bootmenüs geladen wird.Code:bcdedit –default {Bezeichner}
Die letzten beiden Optionen lassen sich auch unter einer grafischen Oberfläche ändern:
Rechtsklick auf „Computer“ – „erweiterte Systemeinstellungen“ - Reiter „Erweitert“ – Button „Einstellungen“ bei der Kategorie „Starten und Wiederherstellen“:
Das Vorhergehende war jetzt für die, die alles gerne selber machen, dennoch gibt es für konsolenscheue Menschen eine, wenn auch eine weit weniger coole Lösung
, nämlich EasyBCD. Mit diesem lassen sich per Klick auf „Add/Remove Entries“ die meisten oben genannten Dinge erledigen, einzig bei der Integration von Linux gab es bei mir kleinere Probleme, es ließ sich nur mit einigen Schlägen auf die Tastatur zum Start bewegen (kein Scherz, Any Key-Problem?)
Das Schema läuft eigentlich immer so ab, dass man auf „Add/Remove-Entries“ [1] klickt, die Art und Installationsort des Betriebssystems auswählt [2], und danach auf „Add Entry“ [3]. Gespeichert wird alles mit einem Klick auf Save [4].
Einträge werden entfernt, indem man in der Liste in der Mitte einen Eintrag auswählt, und auf „Delete“ klickt.
Das wars fürs erste, ich hoffe, dass dieser Guide die wichtigsten Fragen zum Thema Bootloader beantworten konnte. Diesem Guide fielen 6 Windows- und 3 Linux-Installationen zum Opfer. (R.I.P)
MfG
DooM
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