AW: Battleborn im Techniktest: Quietschbunter Ballerspaß mit aufgemotzter Unreal Engine 3
Ich hab das bereits in der alpha (closed tech test) sowie beta getestet. Die Performance ist absolut geil, 970er @1080p 60FPS - über 100FPS überall, alles maxed out. Da gibts nix was eine 290X von mindestens 60 FPS in jeder Lage abhalten würde.
Und das es gegen Overwatch antritt - ist richtig. Die Spiele sind unterschiedlich, aber so unterschiedlich auch wieder nicht. Multiplayer First Person Shooter mit Comic-Charakteren, fertig.
Und Blizzard sind auch keine Götter, sie failen hier und da ziemlich hart (siehe HotS aka halbe MOBA - hat bis heute nix vernünftiges erreicht, was bei Blizzard als gut zählen würde); dazu ist das Spiel ein einfacher TF2-Klon, hübsch verpackt und mit nem mittleren Preis versehen. Battleborn hat alles um Blizzard ordentlich eins reinzudrücken und die Masse der Spieler von Overwatch abzuziehen, es fehlt nur etwas Marketing.
Nun, die Benchmarks im Artikel sehen eher nach dem Gegenteil aus - und einen Multiplayer-Spiel ohne konstante 60 fps (Minimum!) zu spielen, ist etwas, das ich heute nicht mehr tue. Das mag manchem unnötig elitär oder in anderer Weise unverständlich entscheiden, maximiert für mich aber den Spielspaß, was, wenn man nur begrenzte Zeit zum Zocken hat, ein sinnvolles Ziel ist, soweit es mich betrifft zumindest
Des Weiteren hättest du sicherlich recht, wenn man die Spiele tatsächlich auf diese sehr eingeschränkte Art charakterisieren möchte - meiner Meinung nach enden die Unterschiede bei diesen beiden Gemeinsamkeiten (Comic-Charaktere, Multiplayer-Shooter) auch schon, weshalb ich nicht unterschreiben würde, dass sich die Titel am Ende doch nicht so unähnlich sind. Aus meiner Sicht wird hier eine ganz andere Zielgruppe fokussiert. Gerade deshalb denke ich auch, dass Battleborn es verdient hat, separat und unabhängig von Overwatch, eigene Beachtung zu finden. Das fehlende Marketing, das du nennst, ist hier gerade der Knackpunkt: Ich kann nicht wirklich verstehen, warum Gearbox und 2K hier nicht mehr investiert und dabei gesteigerten Wert darauf gelegt haben, nicht direkt mit dem Blizzard'schen Giganten verglichen zu werden. Denn wie gesagt: Ich denke, dass dieser Vergleich nur sehr begrenzt sinnvoll, für den Titel aber sehr, sehr schädlich ist.
Ich stimme dir zwar insofern zu, dass ich Blizzard ebenfalls nicht für Götter halte (auch wenn ich die Qualität ihrer Spiele gelobt habe - das halte ich für gerechtfertigt - und deine offenbar negative Meinung über HotS nicht teile, das weiterhin sehr aktiv gepatcht wird, eine lebendige Community hat und sich (persönliche Meinung) viel angenehmer spielt als die meisten anderen MOBAs), kann ich die Entscheidung, Battleborn kommentarlos so unmittelbar neben Overwatch zu platzieren dennoch einfach nicht nachvollziehen und auch nicht unterstützen. Jedem Publisher und Entwickler müsste bewusst sein, wie sehr ein solcher Vergleich in der gegebenen Marktsituation für kein Produkt sonderlich gut ausgehen kann - dafür ist allein der Hype um das Blizzard-Spiel viel zu groß, selbst wenn man die Qualitätsfrage für den Moment vollkommen ausblenden will.
Ja, Battleborn ist ein toller Titel, ja, es hat seine eigenen, herausragenden Qualitäten und ja, insofern wäre es möglicherweise objektiv geeignet, mit Overwatch zu konkurrieren. Ich stelle aber ernsthaft in Frage, ob es das, angesichts seiner spielerischen Ausrichtung, der Tatsache, dass es ein anderes Konzept verfolgt und im Grunde ein bedeutend anderes Spiel ist, auch wollen sollte.
Hearthstone hat schließlich nur zu deutlich gezeigt, was ein Blizzard-Titel - trotz sehr hohen Echtgeldpreisen und ansonsten "grindiger" Spielmechanik - mit kleineren Konkurrenten anstellen kann: Es mag zwar viele Alternativen geben, die ebenfalls F2P und zum größten Teil bedeutend tiefer, teils grafisch besser und auch in anderer Hinsicht ansprechender sind, keine davon hat jedoch je eine auch nur annähernd vergleichbare Spielerbasis aufgebaut, manche sind an ihren Ambitionen in mittlerer Geschwindigkeit "gestorben". Der einzige Grund, warum es im klassischen MOBA-Markt mit HotS nicht genauso lief (eine wachsende Spielerbasis verzeichnet dieses Spiel übrigens trotzdem), war, dass man hier zu spät auf der Party auftauchte und die "Großen" den Markt bereits fest im Griff hatten.
Bottom line: Ich habe das Gefühl, dass etwaiger Erfolg, den Battleborn potenziell haben könnte, sehr fahrlässig riskiert und dem Spiel dadurch eventuell höhere Weihen verwehrt wurden. Selbst ein anders gewählter Release-Termin hätte hier womöglich einiges ändern können - zumal mehr Entwicklungszeit dem Titel ganz offenbar nicht geschadet hätte, wenn man sich die Hardware-Optimierung, besonders für AMD-Grafikkarten älterer GCN-Generationen, so ansieht.