Falls er bei der Gesamtleistung im Schnitt wirklich 35% schneller wird, dann werden die Preise am Anfang wieder hoch angesiedelt sein.
Das wird zu einem wesentlichen Teil von Intel's Konkurrenzfähigkeit abhängen. Bei Zen3 hat AMD 2020 erst mal ordentlich zugelangt und das gesamte Portfolio teuerer gemacht und zudem auf etwas wie einen 5700X verzichtet ... wie günstig es dann am Ende mit ausreichendem Marktdruck geht, sieht man bereits seit Anfang Q2 und die Preise fielen seit dem immer weiter ...
Bezüglich der Konkurrenzfähigkeit könnte man spekulieren, dass AMD die V-Cache-Modelle nicht ohne Grund noch dieses Jahr nachreicht bzw. nachreichen muss, sprich in typischen Consumer-Workloads wird sich der normale Zen4 möglicherweise nicht übermäßig von Raptor Lake absetzen können was erst mal für eine gesunde Konkurrenzsituation sprechen dürfte und daher bestenfalls auch dafür, dass die Preise nicht aus dem Ruder laufen werden ... einfach mal abwarten ...
[...] . Vielleicht erwägt AMD ja tatsächlich ein Modell mit 10 Kernen in Form des 7800X [...]
AMD erwägt so etwas höchstwahrscheinlich nicht, macht einfach keinen Sinn, da man hier zu viele Kerne deaktivieren müsste und zudem noch zusätzlich das Problem hätte, dass die Fertigung durch die zwei CCDs signifikant teuerer wird (
sowohl zus. Wafer- wie auch Packaging-Kosten), wäre also nicht wirklich ein Konkurrent für etwas wie einen 13600K, zumal wenn der sich weiterhin im bekannten Preissegment bewegen wird. Da müsste AMD schon gezielt auf Marge verzichten um hier sinnvoll gegenhalten zu können und das dürfte dem Wachstumskurs widersprechen.
Darüber hinaus hat AMD auch keine Veranlassung hier im Klein-Klein gegen jedes Intel-Modell etwas positionieren zu müssen. Das würde nur unnötig Geld verbrennen bei deren Größe und Marktanteilen. Mit der bisherigen 6/8/12/16-Staffelung fahren sie vorerst ganz gut (weiter) im Consumer-Segment.
Wird Meteor Lake nicht einfach n Refresh auf Steroide sein? So viel besser wird es denke ich nicht. Watt/Leistung wird vermutlich schlechter. [...]
Meteor Lake wird ein relativ großer Wurf werden, da es hier in einer Gen so viel Neues geben wird wie seit langem nicht mehr bei Intel. Architektonisch überarbeitete P- und auch E-Kerne, neue Fertigungsprozesse, hier Intel 4 und TSMCs N3, neues Packaging für ein hochkompaktes MCM auf Basis von EMIB/Foveros, ggf. auch ein paar kleinere architektonsiche Neuigkeiten ...
Man darf gespannt sein ob ein Zen4 mit V-Cache gegen Meteor Lake-S gegenhalten können wird, den regulären Zen4 wird man zweifellos bereits hinter sich lassen können.
Die Watt/Leistung-Betrachtung ist aktuell nur schwer zu diskutieren, da es noch zu viele Unbekannte gibt. Man darf jedoch davon ausgehen, dass die Unterschiede im Vergleich zu AMD deutlich geringer als in den vergangenen zwei, drei Jahren ausfallen dürften, was schlicht an dem modernen Intel 4-Prozess liegen wird. Hierbei handelt es sich aus TSMCs Blick um ein 5 bzw. eher 4nm-Prozessäquivalent, d. h. Intel fertigt hier erstmals seit langer Zeit nahezu auf Augenhöhe (
oder ist gar eine Naselänge voraus, das weiß man aktuell noch nicht so genau).
Nein, Dave, das sehe ich etwas anders.
Der 12 und 16 Kerner von AMD ist nicht so ineffizient wie ein 12700K oder 12900K(S) von Intel.
[...]
Aber sobald die Spiele wie Anwendungen auch ordentlich programmiert sind, laufen die Dinger natürlich einem Intel Prozessor weiter weg.
[...]
Für Mainstream-Workloads und insbesondere das Gaming sind die sogar recht ineffizent (
von einigen Titeln/Ausnahmen abgesehen), was schlicht an dem Infinity-Fabric und dem zweiten CCD liegt. Ein monolithischer Zen3/4 würde hier deutlich besser abschneiden.
Hier lassen sich mit diversen Titeln Situationen beobachten, in denen ein 12- und erst recht der 16-Kerner ggü. dem 5800X nur 2 - 4 % mehr Fps liefert, die CPU aber gerade beim 16-Kerner 35 - 50 % mehr Energie verheizt i. V. z. Achtkerner, d. h. kein nennenswerter Fps-Zugewinn aber dafür deutlich mehr Verbrauch.
Mit Zen4 wird das im Verhältnis gesehen sicherlich besser werden bei den 2-CCD-Modellen, wie weit, wird man abwarten müssen, aber der Leistung/Watt-SweetSpot wird weiterhin absehbar und deutlich beim Achtkerner liegen, von dem V-Cache-Modell, wenn der sich analog zum 5800X3D verhält, gar nicht zu reden. Das liegt schlicht an AMDs Consumer-CPU-Bauweise. (
Intel's EMIB/Foveros dürfte da absehbar zu etwas besseren Ergebnissen führen. Wird man dann erstmals bei Meteor Lake-S in Augenschein nehmen können, ob das tatsächlich so eintreffen wird.)
Bezüglich dem zweiten Punkt verkennst du die aktuelle Situation. Zen gibt es in der aktuellen Bauweise schon seit 2019, also wenn dann müsste der Markt hier schon deutlich stärker für optimiert haben als für Intel's Hybrid Technology. Darüber hinaus wird es auch keine "Kern-Explosion" bei Games in nächster Zeit geben, da nur für wenige Projekte Entwickler und Publisher bereit sein werden den lukrativen Konsolen-Markt links liegen zu lassen, d. h. wenn hier mal für einen PC-Port ein Entwickler zwecks Mehrwert ein paar Kerne mehr nutzen/hinzufügen wird, dann nur für spieltechnisch irrelevantes Blink-Blink und Ähnliches aber nicht für wirklich spielmechanikrelevante Dinge. Die Konsolen werden die diesbezügliche Entwicklung auch erneut mit Blick auf den PC ausbremsen. Das ist vollkommen normal und konnte auch schon im vergangenen Jahrzehnt zur Genüge beobachtet werden.
Darüber hinaus ebenso missverstanden von dir der vermeintliche Optimierungsaspekt mit Blick auf Intel, für den der gar noch stärker als für AMD gelten würde. Aktuell gibt es kaum für Intel's Hybrid Technology optimierte Software und deren Architektur ist weitaus neuartiger als Zen, den es, wie schon gesagt, in der Form schon seit 2019 gibt. Den Aufwand, den Intel hier mit dem HGS+ und dem TD betrieben hat, dürfte in erster Linie einer möglichst "reibungslosen" Migration von Bestands-/Alt-Software gedient haben und selbst hier läuft das teilweise aus dem Ruder und entsprechend sehen Intel und Microsoft hier gezielte Optimierungen sowie spezielle Flags zur Ausweisung von Threads vor, d. h. insbesondere bei der Hybrid Technology von Intel wird man absehbar in nächster Zeit auf rein softwaretechnischer Basis noch einiges an Optimierungen erwarten können.
*) Das Problem wird natürlich wieder das vergleichende Messen der Unterschiede sein, da kein Entwickler einen identischen Build zusätzlich explizit in einer unoptimierten (quasi absichtlich verschlechterten) Variante veröffentlichen wird, nur um das mal im Detail ausweisen zu können.
Entsprechende Optimierungen werden aber so oder so gesichert kommen, was einerseits an Intel's Marktanteilen liegt und zudem ja auch schon AMD zugeschrieben wird ab Zen5 ebenso mit zusätzlichen Effizienzkernen seine Kundschaft beglücken zu wollen.
Wird interessant, ob die 7000 er den 5800x3D in Spielen überhaupt schlagen werden.
Wäre ein Trauerspiel, wenn dem nicht so wäre, denn die Zen3-Plattform ist mittlerweile deutlich billiger, sowohl die CPUs, die Boards als auch der Speicher, d. h. würde hier ein 7800X einem 5800X3D unterlegen sein, wäre das eher ein Grund für viele auf der Alt-Plattform noch eine Weile zu verharren oder aber gar eine solche neu anzuschaffen, was die AM5-Adaption deutlich ausbremsen könnte und das wäre marktstrategisch keinesfalls gut für AMD. Derartiges wäre daher zweifellos nicht in AMDs Sinne. Wer weiß, vielleicht hat der harte Takt-Lock des 5800X3D ja nicht nur thermische Gründe.

Jedenfalls würde ich durchaus erwarten, dass ein 7800X (im Gaming) etwas schneller sein wird. Wie viel, bleibt abzuwarten, vielleicht gar nicht so viel mehr, aber was man gesichert haben wird, ist ein universelles Leistungsplus mit Zen4, während der V-Cache, wie beim 5800X3D zu beobachten, nur bei sehr wenigen Workloads was bringt.
Wenn der Stromverbrauch aber gleichzeitig sinkt, wird doch die Perfomance/Watt auch besser.
Oder habe ich da etwas falsch verstanden?
Nein, das passt schon. Muss man jedoch abwarten. In erster Linie wird bei Zen4 die Effizienz besser, weil der Wechsel auf den 5nm-Prozess deutliche Power Savings mit sich bringt bzw. bringen kann.
Aktuell weiß man aber noch nicht genau wie AMD das im Detail zwischen Verbrauch und Leistung(szugewinn) zu Gewichten gedenkt, denn die kolportierten höheren Leistungsaufnahmen der diversen Zen4-Modelle kommen ja anscheinend auch nicht von Ungefähr.
Erste Tests werden auf jeden Fall spannend werden. Im Vergleich zu Raptor Lake wird man sicherlich besser abschneiden, was aber auch keine Kunst ist bei einem Abstand in der größe eines Full-Node-Sprunges. Wie gut man designtechnisch wirklich abschneiden können wird, dürfte man bereits im 1HJ23 gegen den mobilen Meteor Lake unter Beweis stellen können, denn der dürfte vergleichsweise früh im Jahr erscheinen.