Dem kann ich nichts mehr hinzufügen, außer ein praktisches Abzählbeispiel:
- Ein CCD mit einem Fehler kann in jeder beliebigen Konfiguration genutzt werden, da ist alles egal.
- Ein CCD mit zwei defekten Kernen in einem CCX kann AMD sowohl als 2+2 als auch als 4+0 verkaufen, es spricht also auch hier nichts für 4+0, aber eins mit zwei defekten Kernen in zwei CCX geht nur als 2+2. Die höheren Qualitätsanforderungen von 4+0 bedeuten also, dass weniger CCDs dafür geeignet sind, die Ausbeute sinkt.
- Ein CCD mit drei defekten Kernen in einem CCX wäre nur als 4+0 verkaufbar, eins mit drei defekten Kernen nur als 2+2. Unentschieden, solange man nicht die Häufigkeit der beiden Fällen betrachtet.
- Ähnliches gilt für vier Fehler.
Jetzt kommt aber die Stochastik ins Spiel:
- Die Wahrscheinlichkeit, dass der zweite defekte Kern im gleichen CCX liegt, beträgt 3/7, dass er im anderen CCX sitzt 4/7. Das heißt 7 von 7 CCDs mit zwei Fehlern sind 2+2-tauglich, aber nur 3 von 7 können 4+0. (Da erstere auch für 3+3 genutzt werden können, wäre das noch vertretbar.)
- Bei drei Fehlern liegt die Quote für "alle in einem" schon bei 3/7*2/6. Es sind also nur 15 Prozent der CCD mit drei defekten Kernen 4+0-tauglich, aber 85 Prozent können 2+2. Entsprechend hat AMD die Wahl zwischen 85 Prozent Ausschuss oder nur 15 Prozent CCDs, die gar nicht verwendet werden können.
- Bei vier Fehlern läuft es sogar auf 3 Prozent für 4+0 und 63 Prozent für 2+2 hinaus. (die restlichen 29 Prozent hätten drei Fehler in einem CCX und einen im anderen, währen also gar nicht Ryzen-3-tauglich)
Fazit: Eine 2+2-Konfiguration kann einen viel größeren Teil der Produktion nutzen und man muss weniger Chips wegschmeißen, erhält bei gleichen Produktionskosten also mehr verkaufbare CPUs und macht mehr Gewinn. 2+2 ist somit wesentlich wahrscheinlicher/sinnvoller. Nur wenn AMDs Yield-Raten sehr gut sind, sodass man die wenigen Chips mit symmetrischer Verteilung problemlos in CPUs mit insgesamt mehr Kernen verkauft bekommt (Epycs gibt es sogar als 1+1), dann würden ein oder maximal zwei "4+0"-Konfigurationen als Salvage-Prozessor für die wenigen CCDs, bei denen eine CCX komplett hinüber ist, Sinn ergeben. Das gilt jenseits obiger Rechnung natürlich auch für Fehler im Uncore-Bereich. Die sind entsprechend des kleineren Anteils an der Chipfläche unwahrscheinlich, aber werden sicherlich für ein paar Promill Ausschuss-CCD sorgen, die nur in einer "+0"-Konfiguration genutzt werden können. Umgekehrt kann man natürlich auch diese in einem Multi-CCD-Design verbraten, der zugehörige Salvage-Prozessor muss nicht zwingend ein Ryzen 3 sein. Am Ende kommt es darauf an, welche Stückzahlen sich AMD von diesen CPUs erwartet (es wird ja hoffentlich irgendwann auch APUs im gleichen Segment geben) und wie viele CCDs welcher Qualität vom Band laufen.
@PCGH_Torsten
Kommt aber wohl auch auf's Spiel an, als auch das getestete Preset.
(Z.B. kann sich bei 1080p was tun, bei 1440p wiederum nicht)
HUB hat die 8GB und 4GB 5500XT dahingehend getestet.
Da geht auch die 8GB manchmal runter, teils aber auch nur in den Min FPS, wie bei RB6 Siege.
Teilweise aber auch die avg, sogar wenn dies bei der 4GB nicht passiert, kann aber auch anders herum sein.
Recht heftig dann bei BF V, bei beiden GPU-Versionen. Ich meine -15% Min und -6% AVG sind nicht ohne.
Kurzum:
Pauschal kann man da eigentlich nix sagen, außer "Da kann sich was tun, oder auch net, je nach Spiel und dessen Preset".
Den Test verlinke ich
hier mal.
In Rainbow Six Siege lese ich da 58 zu 58 P99-FPS in 1440p. In FHD sind es zwar 96 zu 89, allerdings schafft ein i9-9900K sogar 98, trotz PCI-E 3.0. Wer durchgängig High-Fps spielen will, braucht also dringender eine schnelle CPU denn eine schnelle Anbindung zur GPU. Wohlgemerkt: "Schnellere CPU als einen Ryzen 9 3950X". Für eine 5500XT.
Ähnliches gilt für Battlefield V. Ja: Mit 4.0 statt 3.0 kommt man von 65 P99-FPS auf 75 P99-FPS, was eine deutlich spürbare Verbesserung sein dürfte. Aber welche 150-Euro-CPU schafft bitteschön durchgängig über 70 FPS im Battlefield-V-Multiplayer? Milchmädchenrechnung: Wenn wir GPU und Zahl der PCI-E-Lanes um Faktor 2 skalieren, also eine 5700XT in ein System mit 400-500 Euro Prozessor einbauen, ergäbe sich umgekehrt ein Vorteil ab 140 P99-FPS aufwärts beziehungsweise man könnte 190 statt 160 avg. FPS dank PCI-Express 4.0 erreichen. Aber selbst ein 3970X schafft in unseren Benchmarks nur 179 avg., ein 3950X nur 170. In der Praxis dürften die Zielgruppe eher die Auflösung hochschrauben und in 1440p ist man schon 51 zu 57 P99-FPS und 61 zu 62 avg. FPS. Ersteres ist nett, aber kein Muss beziehungsweise 100 Euro Einsparung beim Mainboard (X570 vs. Vorgänger) wären in einer stärkeren GPU wirkungsvoller aufgehoben und letzteres ist am Rande der Messgenauigkeit.
Wobei die Battlefield-V-Zahlen von HU bezüglich letzterer sowieso Fragen aufwerfen. Für obige Analyse habe ich sie mal für bare Münze genommen, aber es ist sehr merkwürdig, dass die 4- und 8-GB-Versionen der Karten in FHD exakt gleich abschneiden. Insbesondere wenn der VRAM überläuft. Und das es allemein keinen Unterschied zwischen i9-9900K und 3950X gibt, würde mich auch zu einer intensiven Suche nach möglichen Limits aus ganz anderer Quelle veranlassen.