Genau das ist ja das Problem. Die Chefetage müsste getauscht werden. Nur wird das nicht so einfach passieren. Deshalb ja auch mein Einwand, dass die Leute sich hier nicht unbedingt einen Gefallen tun. Die sollten besser abschätzen wie weit sie wirklich kommen können und danach handeln statt einfach was zu fordern was so vermutlich nicht funktionieren wird.
Genau so denken Turbo-Kapitalisten wie Bobby Kotick.
Crunch ist falsch und primär ein Versagen der Vorgesetzten oder Ausbeutung durch diese. In ABs Fall wohl beides.
Crunch ist aber nicht immer von oben gemacht. Das wird hier immer gern vergessen, auch in vorangegangenen anderen Fällen.
Beispiel:
Ich selbst sitze mit einem "Kollegen" zusammen der quasi 20% unserer gemeinsamen Arbeit macht. Ich komme früher und gehe später, nehme jeden noch so schweren Auftrag an und versuche konstant besser zu werden und mich sowie die Firma voran zu bringen. Er nicht. Der fängt gemütlich zehn Minuten zu spät an, geht fünf Minuten früher und macht den gesamten Tag nur das aller nötigste. Zudem kommen noch jede Stunde etwa fünf bis zehn Minuten Raucherpause. Zusätzlich noch mit Eigeninitiative vielleicht im Bereich Entwicklung was neues ausprobieren und Projekte zu starten oder voranbringen... Fehlanzeige.
All diese Punkte müsste unser Chef ändern, tut er aber nicht. Sitzen wir jetzt mit einem Auftrag da der einen Abgabetermin von in drei Monaten hat, würde der Kerl frühestens zwei Wochen vorher anfangen, obwohl er weiß dass das nicht machbar ist. Der verlässt sich dann darauf dass ich crunche und das Ding erfolgreich zum Abschluss bringe. Mein Chef hat mit dem Termin alles richtig gemacht in diesem Beispiel. Da liegt es an den Mitarbeitern (uns), dass cruchen am Ende nötig wird. Warum ist das überhaupt möglich? Weil unser Chef uns so viel Freiram und Eigenverantwortung überlässt. Also etwas ausschließlich positives das sich viele wünschen würden.
Crunchen ist grundsätzlich nichts schlechtes und manche Mitarbeiter wollen das sogar, weil die Firmen recht häufig diese Mehrarbeit bezahlen. Da wäre dann tatsächlich den Mitarbeitern ein Vorwurf zu machen. Allerdings eben nicht immer und letzteres ist dann ein Problem das schwer zu klären ist.
Einfach zu sagen das wäre purer Kapitalismus ist mMn nicht sonderlich weit gedacht.
Edit
Bevor jetzt einer hier meint ich würde mich beschweren wollen... Dem ist nicht so. Ich persönlich finde die Situation geil wie sie ist. Warum? Weil ich dadurch immer besser und besser werde. Ich leiste jedes Projekt und jedes Jahr mehr als davor und das merken meine anderen Kollegen, unsere Partner und Kunden und alle die mich kennen.
Gehe ich, dauert es meist nicht lange und ich werde angebettelt zurück zu kommen. Während meiner Zeit in den bisherigen Unternehmen versuchte im Schnitt jeder vierte Kunde mich abzuwerben und selbst in unserer Unternehmensgruppe weiß jeder dass wenn es Probleme gibt, auch international, ich der bin der helfen kann, selbst wenn das gar nicht mein eigentliches Level wäre. DAS schlägt sich auch auf jedem meiner Arbeitszeugnisse wieder und öffnet mir viele Türen. Mir gibt das ein gutes Gefühl. Ich finde das toll.
Also, nicht alles was augenscheinlich schlecht wirkt ist auch schlecht. Nur muss das jeder für sich selbst entscheiden.