Wenn man die Nintendo Switch, eine mobile Konsole, die sich über 150 Millionen Mal verkauft hat, mit dem Steam Deck vergleicht, was sich 3,7 Millionen mal verkauft hat, liegen Größenordnungen dazwischen.
Es ist einfacher die Dinge aufzuzählen, die Switch und Steam Deck gemeinsam haben als die Dinge, die sie voneinander unterscheiden... Ich weiß garnicht womit ich anfangen soll...
Nintendo-Spiele sind Hardware-exklusiv und unter vielen Spielern begehrt, das zeigen ja die Verkaufszahlen. Willst du das neue Zelda, Smash Bros, Mario etc. spielen, kommst du um die Switch legal nicht herum, und ein nicht unerheblicher Teil der Spielerschaft hat keinen Bock auf Emulations-Basteleien (wir reden von Leuten, die die Faszination für PC-Basteleien generell nicht haben, aber trotzdem zocken...). Zudem wird die Switch oft von den Eltern für ihre Kinder gekauft - ich bezweifle, dass ein Kind mit einem Steam Deck als erstes Videospiel-Gerät überhaupt etwas anfangen kann.
Das Steam Deck hingegen ist für all jene interessant, die bereits eine gut gefüllte Steam-Bibliothek haben, die sie jetzt mit einem Schlag auch mobil spielen können. Ich hätte auch nicht gedacht, dass soviele Leute u.a. Baldurs Gate 3, Elden Ring, Cyberpunk 2077 und Red Dead Redemption 2 mobil spielen möchten,
aber die Steam-Zahlen sind da ziemlich eindeutig...
Valves erklärtes Ziel ist es, die Spieler in ihren Stores zu halten. Die sind auf die Hardware-Verkäufe nicht so stark angewiesen wie bspw. Nintendo. Sie müssen nur Anbieter von Windows-Handhelds zeigen, dass es auch möglich ist, diese Dinger mit einem "Konsolen-Feeling" bedienen zu können. Das bringt die anderen Anbieter dazu, selbst entsprechende Geräte (teils mit spürbar besserer Performance als das Steam Deck selbst) zu veröffentlichen - die alle die Steam-Oberfläche nutzen, was wiederum die Chance erhöht, dass Leute im Steam-Store einkaufen...
Eigentlich hat Valve nur ein bestimmtes Defizit von Windows-Handhelds gesehen: Die Dinger waren eigentlich schon seit Jahren leistungsfähig genug, um aktuelle AAA-Games mit reduzierter Leistung, und aktuelle Indie-Spiele abspielen zu können. Aber Windows selbst und praktisch sämtliche Oberflächen, die irgendwas mit Videospielen zu tun hat, waren nicht für Handhelds ausgelegt, das merkt man an der Bedienung deutlich... Valve hat sich dessen angenommen, natürlich nicht ohne Eigennutz, und bei der Gelegenheit gleich eine Hardware präsentiert, die das demonstrieren kann.
Valve ist egal, dass das Steam Deck sich nicht so gut verkauft wie eine Switch. Sie haben selbst einen vorher brachliegenden Markt angekurbelt, die jetzt alle - mangels Konkurrenz - jetzt ebenfalls viel mehr Geräte verkaufen, auf denen voraussichtlich ebenfalls Steam, oder gleich SteamOS, laufen wird... Und das kommt Valve ebenfalls enorm zugute, wenn auch auf eher indirektem Weg...