Im November letzten Jahres habe ich mich von meinen Netflix-Aktien getrennt. Vom Netflix-Abo selbst schon irgendwann 2016. Die buttern eine Kohle in neue Serien und Filme, die sich kaum rechnet. Hätte Netflix 2021 Squid Game nicht gehabt, wären die Aktien nicht nur um gut 25, sondern eher um 35 Prozent gefallen.
Squid Game kostete irgendwas um die 20 Millionen Dollar für eine komplette Staffel und generierte knapp 1.7 Milliarden geschaute Stunden im ersten Monat. Ein Witcher, der mit Nachdrehs sogar 120 Million gekostet haben soll und damit eine der teuersten Netflix-Produktion sein dürfte, kam in S1 gerade mal auf 541 Millionen und in S2 schon auf 15 Prozent weniger geschaute Stunden. The Witcher war dazu nur ein Strohfeuer, welches nach einem Monat auch schon wieder zu Ende war. Der Squid Game Hype lief über Monate.
Dazu sei noch angemerkt, dass die Maßeinheit mit geschauten Stunden eigentlich wertlos ist.
Neben den viel zu teuren Produktionen, welche aus unbegreiflichen Gründen (Sicht eines Shareholders) teilweise in die Hände unerfahrenen und inkompetenten Produzenten, Drehbuchautoren etc. gelegt werden, sind die günstigeren Produktionen unterm Strich erfolgreicher. In meinem letzten Stockholder Meeting war das Thema. Um sich die teuren Steckenpferde der politischen Korrektheit (inclusion, diversity, equality, racial equality uvm. sind Schlagwörter, die ständig bei solchen Veranstaltungen verwendent werden) weiter leisten zu können, müssen die Gebühren saftig angehoben werden. Das ist nun passiert und es bleibt spannend zu beobachten, wie die Kunden darauf reagieren. Irgendwann ist bei einem signifikanten Teil die Grenze erreicht, bei der man viel Geld für einen Haufen Kompromisse und bestenfalls Mittelmäßigkeit ausgeben möchte.