Ich finde das hat alles sein Für und Wider was die Geschichte mit den Mindestpreisen angeht.
Für den Endkunden ist das gut wenn jeder Händler Preise gestalten kann wie er möchte,
für die Verkäufer und teils den Hersteller jedoch nicht.
Diesen krassen Preiskampf gibt's eigentlich erst seitdem es Preisvergleichsportale gibt, da jeder oben stehen will.
Problem:
Große Händler können ordentliche Massen einkaufen und bekommen somit sehr gute Staffelpreise,
oder handeln sich sogar ganz besonders gute aus.
Oder können auf Grund der Masse statt beim Vertrieb direkt beim Hersteller/Werk einkaufen.
Die kleinen Händler haben keine Chance solche Preise zu bekommen.
Wenn der Große nun mega Angebote macht, da dieser auf Masse geht und am Einzelartikel entsprechend sehr wenig verdient,
hat der Kleine das Problem, dass er diese Preise überhaupt nicht halten kann, vielleicht sogar teurer einkauft.
Und jetzt?
Entweder gibt's dann nur noch ganz kleine Preisstaffelungen für alle Händler gleich,
oder die Kleinen verkaufen die Produkte einfach nicht mehr, da hier eh kein Gewinn abfällt.
Am Ende haben nur noch die paar ganz Großen die Produkte im Programm, ähnlich wie's momentan mit Behringer läuft.
PS:
Ich sage mal der Schnitt im Lautsprechersektor ist so 10-20% unterhalb der UVP zu verkaufen,
sofern diese nicht künstlich unrealistisch aufgebläht wurde.
Im Proaudio Bereich haben wir aber auch noch das Problem, dass viele selbst Gewerbetreibende sind
und somit direkt einkaufen können statt über einen üblichen Shop und somit oftmals schon gute bis sehr gute Preise bekommen,
dies ist auch ein Grund wieso manche Händler die Preise massiv runterdrücken.
Aus dem Nähkästchen:
Einige Hersteller/Vertriebe haben verschiedene Preislisten für Händler,
da wird unterschieden ob man z.B. Veranstaltungstechniker ist, reiner Webshop, echter Fachhandel
oder nur DJ mit Zauberschein.
Auch gibt's Hersteller die sagen: Wir verkaufen nur über Fachhandel, Große "Musikhäuser" dürfen unser Zeug gar nicht Ein- und Verkaufen.
Auch dass ein Hersteller oder Vertrieb anruft und sagt "Ey, hör mal auf den Marktpreis kaputt zu machen,
die anderen Verkäufer beschweren sich alle über dich. Ansonsten wirste nicht mehr beliefert",
habe ich auch schon recht oft mitbekommen. (nicht selbst)
Noch was aus der Praxis:
Vertriebe und Hersteller sind sehr oft genervt von den ständigen Preisdiskussionen.
Gerade letztens hatte der Kollege einen Fall (Hersteller von Smarthome Produkten),
dass ein (jedem bekannter) großer Elektroladen sein Lager leeren will und die Produkte
unterhalb des Einkaufspreises verkaufte, da dies günstiger ist als die Lagerhaltung oder Entsorgung.
Was passiert: Gleich ab Tag 1, tagelang Telefonterror von anderen Händlern, wie der eine Laden die Produkte so billig verkaufen kann, man will
ebenfalls bessere Preise damit man mithalten kann.
Kurzum:
Der Endkunde sieht nur "Hier is am billigsten, da kauf ich ein".
Aber hintenrum (Verkäufer/Händler/Vertriebe/Hersteller) geht's ganz schön rund und ist stressig für viele,
vor allem für die Hersteller und Vertriebe, nicht die Shops.
Was wir also passieren, wenn noch weitere solcher Fälle auftreten?
Staffelpreise fallen weg und jeder kauft zu gleichen Preisen ein.
Ändert für den Endkunden im Prinzip nix mehr, außer vielleicht weniger "sehr gute" Deals,
ist für manch einen vernünftigen Händler dann aber doof, da er weniger verdient.
Oder die Großen bekommen einfach keinen Einkauf mehr.
Noch eine Sache zum Schluss:
In Deutschland ist B2C kein "Preis auf Anfrage" mehr erlaubt, im Ausland schon.
Einige Hersteller sagen aber "wir wollen keine Preise im Shop sehen, auf Grund der Vergleichsportale",
da stehste nun da als deutscher Shop und kannst die Produkte einfach net verkaufen,
bzw. nur an eingeloggte Gewerbetreibende.
Bose macht immer noch sehr gutes Geld mit der PA-Beschallung
Eher im Bereich Alleinunterhalter / Einzelmusiker.
Bei ProAudio sieht man Bose überhaupt nicht.