Klar gab es da noch genügend Dinge, die man optimieren konnte. Die Schärfe nennt du ja selbst, dann natürlich die Auflösung und auch die Helligkeit (eine der Achillesfersen der Röhrentechnik). Das Problem war einerseits, dass man ab 2004 endgültig sehen konnte, wohin die Reise gehen wird. Spätestens ab da wurde das ganze Entwicklungsbudget gestrichen. Samsung, Sony und Iiyama haben 2005 ja noch irre gute Monitore rausgebracht, dann war Schluß (hatte mit dem Syncmaster 1100MB einen davon).
Da hat man dann eben nicht in eine neue Maskenproduktion, mit unter 0,1mm, investiert, was aber Voraussetzung für 4K und mehr gewesen wäre.
Ein weiteres massives Problem war, dass der (nicht so) gute, alte VGA Anschluß langsam aber sicher am Ende war. Zwar konnte man mit kurzen, gut geschirmten Kabeln noch einiges rausholen, aber irgendwo bei 2560x1600@80-100Hz wäre wohl Schluß gewesen. Deshalb hätte man einen neuen, analogen, Anschluß, samt neuer Grakas gebraucht und da wollte eben keiner mehr mitziehen.
Schade, dass es keine 4K Röhrenmonitore gegeben hat.
Ich habe nicht gesagt, dass es keine Nachteile mehr gab, deren Behebung toll gewesen wäre, sondern das es keine Lösungsansätze mehr gab, um das zu erreichen.

Die Lochmasken der meisten CRTs reichten schon locker für 100 dpi und mehr aus. Geräte mit mehr als 1440p waren bereits verfügbar und zusätzliche Spalten gibt es bei Röhrentechnik praktisch gratis, wenn die Elektronik die entsprechenden Frequenzen mitmacht. Erst UHD auf typischen Desktopdiagonalen wäre für die Technik der frühen 0er Jahre ein Problem geworden, aber die Mehrheit der Anwender ist bis heute mit FHD oder bestenfalls QHD unterwegs und das nicht selten auf Diagonalen, die zu einer geringeren Pixeldichte als bei den besten Röhren führen.
Aber: Die Betong liegt auf "beste". Und im Gegensatz zu neuer Technik, die nach Einspielung der Entwickungskosten irgendwann so billig angeboten wird, wie man sie herstellen kann, hing die Qualität eine Röhre immer an der Fertigungspräzision. Die breite Masse konnte froh sein, wenn 70-80 dpi scharf dargestellt wurden und mit jedem Zentimeter zusätzliche Diagonale sowie jeden Zentimeter weniger Bautiefe wurde es schlimmer. Damit konnte man gegen billige 19- und 22-Zoll-LCDs keine Staat mehr machen. Bereits 2005 UXGA auf IPS billiger als scharfes UXGA auf CRT, dabei waren sowohl Auflösung als auch Paneltechnik damals noch Luxus im LCD-Bereich, während 21-/24-Zoll-Röhren seit 10 Jahren produziert wurden. Und ergonomisch führte der Platzbedarf derartiger Monitore bereits zu abenteuerlichen Kompromissen.
Helligkeit und Anschlüsse: Erstere war ebenfalls am Ende. Der Anteil der leuchtenden Fläche ist bei einer scharfen Lochmaske geometrisch vorgegeben und man kann Phosphor nur eine begrenzte Elektronenintensität zumuten, wenn die Lebensdauer erträglich bleiben soll. Iiyama hatte zum Schluss einen "Game Mode", den man aber in normalen Anwendungen wegen Einbrenngefahr nicht nutzen sollte und meiner Erinnerung nach waren damit dann mickrige 130 oder 160 cd möglich. Wiederum gar kein Problem wären die Anschlüsse gewesen. DVI hatte ja schon eine Transition von -A zu -D auch für Röhren eingeplant. RAMDACs auf Grafikkarten waren schon in den 90ern ein teurer, minderwertiger Anachronismus aus einer Zeit, als Röhrengeräte von Firmen ohne Ahnung von Elektronik gebaut wurden.


