Die Art wie hier ausgefechtet wird, sieht bei einigen stark nach Fanboy-Wars aus. Schlussendlich gibt es hier kein absolutes "gut" oder "schlecht", denn die eigenen Präferenzen können selbst zugunsten der objektiv schlechteren Konsolen ausschlagen und die mag dann dennoch die richtige Wahl sein. Nicht umsonst fahren nicht alle Bundesbürger ausschließlich Mercedes und abseits dessen ... was nützt es mir, wenn ich die technisch überlegene Konsole zu Hause stehen habe, wenn mein Freundes- und Bekanntenkreis jedoch weitestgehend auf der anderen Plattform unterwegs ist?
Noch ein paar Anmerkungen:
a) Geschwindigkeiten relativ: Den internen HDDs der aktuellen Generation kann man wohl bestenfalls so um die 100 MiB/s unterstellen, wobei hier noch beträchtliche Latenzen hinzukommen.
Die SSD in der neuen MS-Konsole ist bereits um den Faktor 20x - 30x schneller, was einen beträchtlichen Zugewinn verspricht (auf beiden, neuen Konsolen). Im Vergleich zur Xbox ist die SSD in der PS5 jedoch lediglich noch einmal doppelt so schnell, dass heißt, die wird das Spielerlebnis zweifelsfrei nicht in "
ungeahnte, neue Dimensionen katapultieren können" i. V. zur Xbox Series X.
b) Geschwindigkeiten absolut: Über 2 GiB/s oder gar über 5 GiB/s schön und gut, aber das steht dennoch in keinem Verhältnis zum RAM mit seinen 450 bis 560 GiB/s, d. h. die SSDs bleibe Massenspeicher zum (gelegentlichen) Nachladen von Daten, hier wird nicht etwa das RAM erweitert bzw. virtuell direkt "auf der SSD gespielt".

Und ebenso nivelliert sich die Performance jeweils mit Blick auf den RAM: Die Xbox erreicht gut 0,5 % und die PS5 etwa 1,2 % ihrer jeweiligen RAM-Bandbreite ...
c) Gerade in Open-World-Spielen mit ihren gigantischen Landschaften ist nicht alles statisch vordesigned, sondern wird z. T. prozedural generiert, d. h. gewissen Daten können gar nicht einfach on-the-fly reingeschoben werden, weil hier erst noch eine prozessorlastige Aufarbeitung stattzufinden hat.
d) Exklusivtitel schön und gut, aber davon wird es nur eine kleine Zahl geben, schlicht weil der Markt es sich nicht leisten kann und will, die andere Hälfte zu ignorieren und Sony und Microsoft können es sich nicht auf Dauer leisten, so hohe Summen für einen Exklusivtitel zu zahlen. (Derartiges wird man vornehmlich in der Launchphase beobachten können, also vielleicht in den ersten 12 Monaten.)
Bezüglich aller anderen Titel gilt, dass diese grundsätzlich darauf ausgelegt werden, dass sie auf beiden Konsolen performant laufen und das wiederum bedeutet, dass die zusätzlichen ~ 2,6 GiB/s der PS5 gar nicht so tief in die Engine, das Gameplay und erst recht nicht in das Level-Design verankert werden können.
Die SSDs werden auf den neuen Konsolen grundsätzlich einen beträchtlichen Zugewinn bedeuten, im Wesentlichen, weil sich beide in einem Bereich bewegen, der weitab der alten HDDs liegt und noch viel wichtiger, weil sie nun ein elementares Feature der Konsolen darstellen, dessen Vorhandensein grundsätzlich gegeben und sogar die Voraussetzung ist, um moderne Titel spielen zu können.
Randbemerkung: Interessant wird dahingehend sein, welche Auswirkungen das auf PC-Games in 2021+ haben wird. Entweder die Portierungen werden in intelligenter Art von dem mögicherweise größeren RAM gebrauch machen oder man wird auch hier grundsätzlich "gezwungen sein", über kurz oder lang auf eine M.2 aufrüsten zu müsse. Ich bin gespannt ...