News Windows 95: Eiersortiermaschine setzt auf Retro-Betriebssystem

PCGH_Sven

PCGH-Autor
Windows 95 lebt, zumindest auf einer Eiersortiermaschine der Gut Aue Marken-Ei-Vertrieb GmbH aus Düsseldorf. Der Grund hierfür ist einfach, denn das altehrwürdige Betriebssystem funktioniert seit Jahrzehnten problemlos.

Was sagt die PCGH-X-Community zu Windows 95: Eiersortiermaschine setzt auf Retro-Betriebssystem

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die tun gerade so als wenn der entwickler der einzige auf dem planeten ist. zugegeben es gibt viele dev die nicht so dolle sind und einfach machen. da wird nicht unbedingt drüber nachgedacht was der befehl für resourcen verschwendet, aber es gibt auch sehr viele echt gute devs. also weiss ich nicht was das soll. ist ehr so das er keine lust hat das zu bezahlen, da kommen wir warscheinlich ehr auf den grund ^^
 
Solange das Gerät nicht am Internet hängt, sollte es auch kein Problem damit geben diese Antiquität zu betreiben.

Interessant wird es dann, wenn die Hardware mal aufgibt und man keinen Ersatz mehr findet, welcher Win95 kompatibel ist.

Letzter Ausweg evtl. Win95 in ner VM auf einem neueren System laufen lassen.
 
die tun gerade so als wenn der entwickler der einzige auf dem planeten ist. zugegeben es gibt viele dev die nicht so dolle sind und einfach machen. da wird nicht unbedingt drüber nachgedacht was der befehl für resourcen verschwendet, aber es gibt auch sehr viele echt gute devs. also weiss ich nicht was das soll. ist ehr so das er keine lust hat das zu bezahlen, da kommen wir warscheinlich ehr auf den grund ^^
Hier geht es doch um eine Maschine mit integriertem Computer, oder etwa nicht?
Wenn es ein externer Desktop-PC mit eigenem Betriebssystem wäre, wo dann nur zusätzlich eine Software in einer VM installiert werden bräuchte, hätte es wohl jede Firma in 30 Jahren hinbekommen.

Wir haben selbst auch allerlei Maschinen, die bis vor ein paar Jahren dann noch fest mit Win 98 liefen, und wo eine defekte HDD mit 100mb (Megabyte!) mal eben 1000 Euro gekostet hat.
Das sind also ganz spezielle kleine Rechenknechte, die fest mit der MAschine verdratet sind und mit spezieller angepasster Software laufen, wo vielleicht sogar das Betriebssystem selbst dann noch Anpassungen bekommen hat, um mit einem ganz bestimmten Panel und Eingabemedium klarzukommen.
Also nix da USB Stick dranstecken und mal eben plattmachen und ein neues System mit Software draufballern.
Wir haben erst vor wenigen Jahren die Diskettenlaufwerke mit Datensicherungen abgeschafft bekommen, weil die Maschinen immer fest limitiert sind, und die laufen halt 10, 20, 30 Jahre oder noch länger.
 
Es gibt inzwischen Frameworks und Mikrocontroller, die den Job übernehmen könnten. gokrazy klingt so unglaublich geil. Man bootet ein wirklich minimalistisches System. Soweit ich das verstehe, ein minimaler Kernel, der anstatt eines Init Systems direkt eine Binary bootet.

Ich erinnere mich an einen Forenpost oder so, in dem auch mal jemand meinte, dass sie schon mal für einen 4 stelligen Betrag eine IDE Festplatte beschaffen mussten. Prinzipiell spricht ja auch nichts dagegen, ein altes System ohne Netzwerkzugang weiterzubetreiben. Die Bahn hatte mal von einem sehr alten System getwittert, an das man nicht einfach eine JSON Schnittstelle hängen kann.
Aber für so eine Maschine... wenn man nicht irgendwie weitere Auswertungen fahren will/muss... Warum updaten oder ersetzen.
Die Entwicklungskosten für eine Software auf einem moderneren OS bekommt man so schnell auch nicht wieder rein. Muss man halt gegen das Risiko des Ausfalls abwägen.
 
Ich programmiere beruflich Industriemaschinen.

Hier kann man viel spekulieren, letzendlich wissen wir aber bei weitem nicht genug um etwas konkret einschätzen zu können.
Mit "einfach Win95 in ner VM nutzen" ist es überhaupt nicht getan. Wenn so alte Hardware genutzt wird dann kommuniziert die mit hoher Wahrscheinlichkeit über irgendwelche vollkommen veralteten Schnittstellen mit ebenso veralteter Hardware (bei soner Eier Sortiermaschine könnte z.B. ne Kamera über ne uralte ISA Steckkarte kommunizieren. Sowas ist so gut wie unmöglich in ne VM zu packen).


Andererseits klingt es so als ob da noch nie jemand vom Fach bei geschaut hat. Es könnte ebenso einfach sein das System upzugraden.
 
Warum auch nicht. Wenn es läuft, dann läufts. Wozu unmengen an Geld für ein neues System investieren, wenn noch kein Bedarf ist.

In einem anderen Artikel habe ich gelesen, dass die Maschine auch ohne den PC funktioniert. Die Maschine sortiert rein mechanisch die Eier und der PC wird nur für die Protokollierung verwendet.
 
Na wenn diese Meldung nicht ein Geschenk an @Poulton ist :ugly:
Vorgestern waren 30 Jahre Windows 95. Vielen Dank für die schönen Stunden.
(Um es kurz zu fassen. Nicht das es heißt, Opa erzählt wieder vom Krieg. :ugly:)
Mit "einfach Win95 in ner VM nutzen" ist es überhaupt nicht getan.
Wenn dann den Weg über einen entsprechenden Emulator gehen, wo man auch entsprechende Hardware auswählen kann. Z.B. in Form von 86box.
Ist die Tage erst die 5.0 rausgekommen.
 
Windows 95 ist doch hochmodern. :ugly: Die sollten mal bei der Metallverarbeitung reinschauen. Da sind noch genug alte Maschinen im Einsatz, die noch unter DOS laufen.

Und nein, da kann man nicht einfach einen Raspi mit VM reinsetzen. Hatte erst neulich mit einer CNC-Laserschneidmaschine aus dem letzten Jahrtausend zu tun. Der "PC" war eine 50 cm lange ISA-Busplatine mit einem CPU-Modul und einem Dutzend custom made IO-Karten mit insgesamt hunderten Aus- und Eingängen für alle Sensoren, Bedientasten, Anzeigelämpchen, Schrittmotoren, Relais und Ventile. Die Verdrahtung zog sich über zwei komplette Schaltschränke. Nur die Verdrahtungspläne belegten 3 fette Leitz Ordner. Die Software ist speziell für die IO-Karten und genau diese Verdrahtung geschrieben. Nix mit Standardtreiber und .ini für die Konfiguration.

Natürlich gibt es null Quellcode/Dokumentation für die Software und IO-Karten. Die Firma existiert nicht mehr.

Diese Maschine lebt, solange die Steuerung lebt. Sobald da etwas kaputt geht, was nicht mehr reparierbar ist, geht sie in den Schrott. Denn die Analyse und Neuentwicklung einer neuen Ansteuerung würde mehr kosten, als eine neue Maschine.
 
Windows 95 ist doch hochmodern. :ugly: Die sollten mal bei der Metallverarbeitung reinschauen. Da sind noch genug alte Maschinen im Einsatz, die noch unter DOS laufen.

Und nein, da kann man nicht einfach einen Raspi mit VM reinsetzen. Hatte erst neulich mit einer CNC-Laserschneidmaschine aus dem letzten Jahrtausend zu tun. Der "PC" war eine 50 cm lange ISA-Busplatine mit einem CPU-Modul und einem Dutzend custom made IO-Karten mit insgesamt hunderten Aus- und Eingängen für alle Sensoren, Bedientasten, Anzeigelämpchen, Schrittmotoren, Relais und Ventile. Die Verdrahtung zog sich über zwei komplette Schaltschränke. Nur die Verdrahtungspläne belegten 3 fette Leitz Ordner. Die Software ist speziell für die IO-Karten und genau diese Verdrahtung geschrieben. Nix mit Standardtreiber und .ini für die Konfiguration.

Natürlich gibt es null Quellcode/Dokumentation für die Software und IO-Karten. Die Firma existiert nicht mehr.

Diese Maschine lebt, solange die Steuerung lebt. Sobald da etwas kaputt geht, was nicht mehr reparierbar ist, geht sie in den Schrott. Denn die Analyse und Neuentwicklung einer neuen Ansteuerung würde mehr kosten, als eine neue Maschine.
Und jetzt stell dir vor die hätten statt der propritären selbstgefrickelten Hardware gut dokumentierte Standardschnittstellen genutzt. Wenn die Steuerung defekt ginge könnte man sie wahrscheinlich preiswert adaptieren, vielleicht wäre sie garnicht erst so veraltet geworden, weil man sich schon vor Jahren ein Steuerungsupgrade mit neuen Features gegönnt hätte. Das sind die Anlagen die man kaufen sollte, denn davon hat man am Ende länger was. Vorallem wenn der Hersteller mal verschwindet. Leider scheint im Maschinenbau die "Ökosystem"-Gängelung noch breiter akzeptiert als in der IT.
 
Windows 95 ist doch hochmodern. :ugly: Die sollten mal bei der Metallverarbeitung reinschauen. Da sind noch genug alte Maschinen im Einsatz, die noch unter DOS laufen.

Und nein, da kann man nicht einfach einen Raspi mit VM reinsetzen. Hatte erst neulich mit einer CNC-Laserschneidmaschine aus dem letzten Jahrtausend zu tun. Der "PC" war eine 50 cm lange ISA-Busplatine mit einem CPU-Modul und einem Dutzend custom made IO-Karten mit insgesamt hunderten Aus- und Eingängen für alle Sensoren, Bedientasten, Anzeigelämpchen, Schrittmotoren, Relais und Ventile. Die Verdrahtung zog sich über zwei komplette Schaltschränke. Nur die Verdrahtungspläne belegten 3 fette Leitz Ordner. Die Software ist speziell für die IO-Karten und genau diese Verdrahtung geschrieben. Nix mit Standardtreiber und .ini für die Konfiguration.

Natürlich gibt es null Quellcode/Dokumentation für die Software und IO-Karten. Die Firma existiert nicht mehr.

Diese Maschine lebt, solange die Steuerung lebt. Sobald da etwas kaputt geht, was nicht mehr reparierbar ist, geht sie in den Schrott. Denn die Analyse und Neuentwicklung einer neuen Ansteuerung würde mehr kosten, als eine neue Maschine.

Die I/O-Ansteuerungssoftware auf Windows 11 zum Laufen zu bringen, könnte Arbeit bedeuten, auch wenn DOS (mit Ausnahme der allerersten PC-Tage = real mode...) zu den am besten emulierbaren Umgebungen überhaupt gehört. Aber passende CPU-Module für PICMG 1.0 (was es vermutlich sein wird) sind bis heute in Produktion. Den Compute-Tile könnte man also binnen Minuten upgraden, hier z.B. Sockel 1151:

Fraglich ist natürlich, wie bei allen Produktivsystemen, wieso man überhaupt etwas ändern wollte? Die Anlage hat wohl 30, eher 35 Jahre so gearbeitet, wie man das möchte und sie wird vermutlich rein physisch nicht in der Lage sein etwas anderes zu machen. Also wieso sollte man ihr ein neues Betriebssystem spendieren wollen, wenn sich dadurch im besten Fall gar nichts ändert und im Worst Case gar nichts mehr geht?
 
Die I/O-Ansteuerungssoftware auf Windows 11 zum Laufen zu bringen, könnte Arbeit bedeuten, auch wenn DOS (mit Ausnahme der allerersten PC-Tage = real mode...) zu den am besten emulierbaren Umgebungen überhaupt gehört.
Am Ende läuft die Software, aber eine der I/O Karten stirbt -> damit kann man die Maschine vielleicht noch ein paar Jahre weiter betreiben.


Fraglich ist natürlich, wie bei allen Produktivsystemen, wieso man überhaupt etwas ändern wollte? Die Anlage hat wohl 30, eher 35 Jahre so gearbeitet, wie man das möchte und sie wird vermutlich rein physisch nicht in der Lage sein etwas anderes zu machen. Also wieso sollte man ihr ein neues Betriebssystem spendieren wollen, wenn sich dadurch im besten Fall gar nichts ändert und im Worst Case gar nichts mehr geht?

Ein Upgrade des Betriebssystems alleine bringt nichts. Im gleichem Zuge muss man die gesamte Maschine einmal betrachten und prüfen für welche Dinge es noch Ersatzteile oder gleichwertige Komponenten gibt.
Es kommt aber einfach darauf an wie kritisch das System ist: Wenn das Unternehmen sowieso schon neuere Anlagen hat und die hier nur ab und zu läuft ist der aktuelle Status kein Problem.
Wenn die Maschine aber regelmäßig genutzt wird und ein Ausfall hohe Kosten verursacht ist der Zustand eine Katastrophe.
 
Auch bei einem kritischen System kann ein neuer Unterbau keine Funktionsvorteile bringen, wenn die aktuelle Funktionalität genau die ist, die man braucht und die physisch möglich ist. Und ob die Entwicklung einer neuen, für die nächsten paar Jahre leichter zu wartenden Ansteuerung sich mit steigender Bedeutung lohnt, muss man vermutlich auch im Einzelfall betrachten:
Bei einer unkritischen Anlage kann man improvisierte Lösungen ausprobieren, notfalls zurück wechseln oder nachbessern. Aber neue Lösungen für ein kritisches System, das keinesfalls ausfallen oder längere geplante Downtimes haben darf, ist ein Albtraum. Keine Testmöglichkeit, kein Zugriff auf interagierende Bestandteile, oft genug nicht einmal eine genau Dokumentation und keinerlei Toleranz für Fehler? Ehe man das auf sich nimmt, zahlt man lieber sehr hohe Preise für die letzten Ersatzteil-Antiken. Sofern keine proprietären Chips verbaut wurden, würde ich bei den zum Teil sehr einfachen Platinenlayouts sogar 1:1-Nachbauten in Betracht ziehen, anstatt das Funktionsprinzip einschließlich aller Sonderfälle zu analysieren und es auf moderner Hardware nachzubilden.
 
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