Mir fällt es selbst auch schwer, dies als Krankheit zu sehen. Nicht, dass man keine Sucht entwickeln könnte, aber für mich sind Süchte (egal in welcher Form) oft ein Ventil, ein Symptom. Ob es nun Drogen sind oder Computerspiele, man ist auf der Suche nach Glücksgefühlen, welche die Befriedigung der Sucht einem relativ "leicht" gibt, gerade dann wenn sie in anderen Lebenssituation schwer zu bekommen sind oder man den Rest der Realität (aus welchen Gründen auch immer) ausblenden will.
Ob es dann eine Depression sein muss die dahinter steckt oder eine andere Krankheit.. Ich finde, gerade hier sollte man nicht symptomatisch behandeln, also erkennen "Oh, hier ist einer computerspielsüchtig, das "behandeln" wir jetzt mal.." sondern die Ursache suchen. Wenn das Leben rund läuft und man sonst sein Glück findet, wird auch die exzessive Suchtauslebung nicht mehr nötig sein (Ausnahme maximal körperlich abhängig machende Stoffe).
Sicher, bei körperlich gefährlichen Süchten, härteren Drogen wie Heroin bspw., muss natürlich zunächst die Sucht angegangen werden bevor man seinen Körper völlig ruiniert. Aber auch dort liegen meistens andere Gründe vor, warum dieser Mensch auf diese Schiene gerutscht ist.
Natürlich gibt es ebenso Menschen die deutlich affiner gegenüber Süchten sind als andere und es mag evtl. vereinzelt Fälle geben, wo ein total glücklicher Mensch der Probleme nur vom Hören-Sagen kennt da hineinrutscht, das würde ich aber eher als selten bezeichnen.
Demnach: Ursache bekämpfen > Symptom bekämpfen
Wenn man alles andere was wichtiger ist vernachlässigt dann schon.
Jup. Und hier finde ich es dann eher wichtiger, nach dem "warum" zu fragen. Weshalb ist mir ein Computerspiel gerade wichtiger als der Rest meines Lebens? Bestimmt kaum, weil dieses "Leben" (des Süchtigen) so toll ist.