AW: Was benötigt man, um 3 Monitore .......
Hallo allerseits!
Eigentlich suche ich hier ja gerade nach etwas anderem in diesem Forum, da ich mich aber mit dem Thema schon eingehend beschäftigt habe, teile ich gerne mein Wissen mit euch (auch wenn es eigentlich nur eine seeehr ausführliche Untermauerung von Falcons Beitrag ist).
Grundsätzlich muss man um Spiele über mehrere Monitore im Vollbildmodus anzeigen zu können die Bildschirme horizontal (oder vertikal) erweitern. Dadurch wurde unter XP der Bildschirminhalt auf alle angeschlossenen Bildschirme ausgedehnt und somit auch Spiele die im Vollbildmodus laufen. Würde man das Dual-View-Feature nutzen, würde ein Spiel nur auf einem Bildschirm im Vollbildmodus laufen und auf dem anderen Bildschirm würde man weiterhin den Windows-Desktop sehen.
Zunächst mal muss ich euch enttäuschen, ganz so einfach ist die ganze Sache nicht.
Ich betreibe meinen PC schon seit einiger Zeit mit zwei 22“ TFT-Monitoren und die Probleme haben mit dem Umstieg von XP auf Windows 7 angefangen.
Seit Windows Vista gibt es eine grundlegende Umstellung beim Erkennen der Bildschirme, die an der Grafikkarte angeschlossen sind. Bis XP wurden die angeschlossenen Anzeigegeräte von der Grafikkarte erkannt und diese hat dann dem Betriebssystem diese Informationen weitergeleitet. So konnten die Grafikkarten dem Betriebssystem vorgaukeln, mehrere angeschlossene Monitore wären nur ein einziger sehr breiter Monitor. Des Weiteren hat das Betriebssystem lediglich die Informationen, was angezeigt werden soll an die Grafikkarte weitergegeben. Das eigentliche Anzeigen hat dann jedoch die Grafikkarte übernommen.
Seit Windows Vista gibt es nun das Windows Display Driver Model (
WDDM) welches die anzuzeigenden Inhalte selbst bestimmt und die Grafikkarte nur noch als Werkzeug nutzt um die Anzeige umzusetzen. Bei der Entwicklung dieser neuen Technologie hat Microsoft auch das Erkennen der Monitore an sich gerissen. Somit war es den Grafikkarten nicht mehr möglich, dem Betriebssystem mehrere Anzeigegeräte als ein einziges zu verkaufen.
Fortan war es nur noch möglich mehrere Monitore in Dual-View (mehrere Monitore mit voneinander unabhängigen Inhalten) oder im Clone-Modus (mehrere Monitore mit identischen Inhalten) zu betreiben.
Diese Einschränkung hat sich auch mit dem Release von Windows 7 nicht geändert.
Da ich diese Situation als sehr unbefriedigend empfand und mir nicht vorstellen konnte, dass es keine Möglichkeit gibt, dieses Problem zu umgehen habe ich mich an Microsoft und an NVidia gewandt (zu diesem Zeitpunkt kam mir keine ATI-Karte in mein System). Leider haben beide meine Nachforschungen nur bestätigt und teilweise die Verantwortung für den Verlust der Horizontalen-Erweiterung jeweils dem anderen in die Schuhe geschoben. Schlussendlich gab es für einen gewisse Zeit nur zwei Lösungswege:
- Windows XP als Spiele-Plattform nutzen und damit allerdings auf DirectX 10/11-Grafik verzichten.
- Der Erwerb eines externen Matrox-Adapters. Dieser wird zwischen die Anzeigegeräte und die Grafikkarte geschaltet und übernimmt sozusagen das vorgaukeln. Kostenpunkt ca. 215€.
Eine gewisse Zeit habe ich also Windows XP genutzt und irgendwann dann eben nur noch auf einen Bildschirm unter Windows 7 gespielt. Der Zweite war dann nur noch Dekoration bzw. war nützlich beim Programmieren und parallelen Surfen.
Da mich die Problematik aber weiterhin beschäftigt hat habe ich die Augen offengehalten und bin schließlich über einen Artikel über die neuen ATI 5xxx-Grafikkarten gestolpert. Diese wurden mit der neuen
Eyefinity-Technologie beworben, welche die Einschränkungen des WDDM aufheben sollte. Einige Artikel, Forendiskussionen und Video-Beweisen später war ich mir sicher und hatte folgende wichtigen Infos gesammelt: Dank Eyefinity-Technologie ist es den neuen ATI 5xxx-Karten möglich nicht nur (theoretisch) bis zu sechs Bildschirmen (pro GPU) gleichzeitig zu betreiben, sondern diese auch tatsächlich wieder horizontal und vertikal zu erweitern. In diesem Fall heißt das Stichwort dann „Display-Group“, wodurch mehrere Monitore zu einer Gruppe zusammengeschlossen werden, auf welche dann der Inhalt aufgeteilt wird. Es gibt bisher nur
eine Grafikkarte die tatsächlich sechs Bildschirmausgänge hat, doch in folgendem
Video wird bewiesen, dass vier dieser Grafikkarten tatsächlich auch ein Feld von 24 Monitoren zu einem großen Bildschirm zusammenfügen können.
Allerdings handelt es sich bei diesen sechs Anschlüssen für Monitore an dieser Grafikkarte um den neuen sogenannten
DisplayPort (und leider nicht um mini-HDMI), was uns zum großen ABER bringt.
ATI setzt mit seinen neuen Grafikkarten immer stärker auf diesen neuen Standard. Dieser kommt im Gegensatz zu den „alten“ Übertragungsstandards (VGA, DVI, HDMI) ohne eine überflüssige und redundante Technologie aus. Bei den „alten“ Standards liefert die Grafikkarte Daten, welche von einem Modul zunächst umgerechnet werden müssen, bevor sie über das Kabel übertragen werden. Das Anzeigegerät rechnet diese Daten seinerseits wiederum um, sobald er sie erhält. Der neue DisplayPort überträgt direkt die Rohdaten der Grafikkarte, ohne sie davor nochmals umzurechnen, da das Anzeigegerät die Daten ja sowieso nochmals umrechnet.
Das Problem hierbei liegt jetzt darin, dass auf den Grafikkarten nur zwei solcher Umrechnungsmodule verbaut werden, die für VGA, DVI und HDMI benötigt werden. Auch wenn eine Grafikkarte beispielsweise mit 2x DVI, 1xHDMI und 1xDisplayPort ausgestattet ist, stehen nur zwei Umrechnungsmodule zur Verfügung, weshalb man nur zwei der „alten“ Anschlüsse gleichzeitig nutzen kann. Möchte man einen dritten Monitor anschließen, muss man auf den DisplayPort-Anschluss ausweichen.
Manche mögen denken, dass das doch eigentlich kein wirkliches Problem ist. Schließlich gibt es
Adapter von DisplayPort auf HDMI für unter 20€. Leider muss ich euch da wieder enttäuschen. Diese Adapter sind leider passive Adapter und funktionieren in diesem Fall nicht. Erfolg versprechen lediglich die
aktiven Adapter die leider mit um die 90€ gehandelt werden.
Eine weitere Alternative wäre, sich nach einem Bildschirm umzusehen, welcher den DisplayPort-Standard bereit unterstützt. Leider sind diese momentan noch nicht sehr häufig und zudem vergleichsweise
teuer.
Da ich ja eigentlich ein NVidia-Fan bin, habe ich natürlich dort nachgefragt, ob in nächster Zeit geplant ist, ein Eyfinity-ähnliches Feature anzubieten. Die Antwort viel leider negativ aus. Marktforschungen zu Folge, würde sich der Markt der Zukunft im Bereich der 3D-Darstellung wiederfinden. Mehrere Monitore in Eyfinity-Manier zusammenzuschließen sei nur für eine Minderheit interessant und daher für sie uninteressant.
Fazit: Wenn man unbedingt auf drei (oder mehr) Monitoren Spielen möchte. Muss man seine Momentane Situation betrachten.
- Ist man bereits in Besitz eines Hochleistungsrechners mit guter Grafikkarte (keine ATI 5xxx) und drei Monitoren ohne DisplayPort-Anschluss, sollte man zum Matrox DripleHead2Go für ca. 215€ greifen.
- Möchte man sich sowieso eine neue Grafikkarte kaufen und hat bisher maximal zwei Bildschirme mit DVI oder HDMI, würde ich empfehlen sich eine ATI HD58xx zu kaufen und dementsprechend einen oder mehrere Monitore mit DisplayPort.
Ich persönlich habe mir eine ATI HD5850 zugelegt. Da ich sowieso nur zwei Bildschirme habe, betreibe ich momentan nur diese beiden unter Windows 7. Sollte ich mal wieder etwas Geld übrig haben, kommt dann evtl. ein Monitor mit DisplayPort dazu.
Ich hoffe meine Ausführung war verständlich und hat alle offenen Fragen korrekt beantwortet. Sollten noch weitere Fragen offen sein, wenn jemand etwas besser weiß oder jemand neue Erkenntnisse auf diesem Gebiet haben sollte, einfach Bescheid geben

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MfG, Athlone
PS: Fast vergessen... Leider darf man, wenn man ein solches System hat, dann nicht davon ausgehen, dass man jedes Spiel dann auch tatsächlich auf allen Bildschirmen Spielen kann. Nehmen wir das Beispiel Blizzard, haben wir z.B. World of Warcraft (funktioniert) und Starcraft (funktioniert nicht). Laut Blizzard würde bei Starcraft ein System mit mehreren Monitoren einen zu großen taktischen Vorteil bedeuten. Daher wird in einem solchen fall das Spiel auf alle angeschlossenen Bildschirme geklont - sehr frustrierend. Ein guter Anhaltspunkt ist die
Liste der Eyefinity-Validierten Spiele von AMD.