Wann haben die Massaker in Syrien endlich ein Ende?

sollte man wie in Lybien von außen militärisch eingreifen? Oder das Volk dort seinem Schicksal überlassen?

Nein. Auch in Libyen hätte man nicht eingreifen sollen. Sowas müssen die betroffenen Staaten selbst regeln. Und für uns kann eine Gewaltherrschaft, die nach außen friedlich auftritt, dort wesentlich sinnvoller sein, als ein freies Land, das sich dann sofort in die Arme des extremen Islamismus stürzt, wie aktuell in Libyen und Ägypten. Wir würden uns damit letztlich einen Bärendienst erweisen.

Solange Russland und China den Sicherheitsrat der UN blockieren wird nichts passieren. Ohne die Zustimmung des Sicherheitsrates darf die Nato oder ein anderes Land nicht militärisch eingreifen.

Leider sind die UN aber nur ein wichtigtuerischer Papiertiger, der keine Möglichkeit hat, Verstöße gegen Beschlüsse des Sicherheitsrates zu sanktionieren. Ob der nun zustimmt oder nicht, ist letztlich also völlig egal.
 
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Nein. Auch in Libyen hätte man nicht eingreifen sollen. Sowas müssen die betroffenen Staaten selbst regeln. Und für uns kann eine Gewaltherrschaft, die nach außen friedlich auftritt, dort wesentlich sinnvoller sein, als ein freies Land, das sich dann sofort in die Arme des extremen Islamismus stürzt, wie aktuell in Libyen und Ägypten. Wir würden uns damit letztlich einen Bärendienst erweisen.
Haben Sie Beweise für die Behauptung, dass man sich in Libyen und Ägypten "in die Arme des extremen Islamismus stürzt"? (Bitte keine Klatschblätter wie Bild&Co.)

Edit: Sorry geht wieder Richtung OT...
 
Solange unsere Medienberichte weiterhin reine Propaganda sind, man keinerlei realistische Infos bekommt, halte ich es für müssig darüber ernsthaft zu diskutieren. Ja, Assads Vorgehen war auf jeden Fall inkorrekt, aber bei den Terroristen/Rebellen ist es nicht anders.
Und solange mir keiner erklären kann, wie eine Stadt zwar vollkommen abgeriegelt sein kann und zugleich sich Rebellen zurückziehen können, glaube ich unseren Medien da auch nichts mehr.

Wobei ich es lustig fand, als sich die "Rebellen" in Homs versteckt hatten und Assad auf die Stadt feuern lies, war er schuld am Tod von Zivilisten. Wenn aber Israel im Gazastreifen Häuser mit Hamasanhängern bombardiert, dann ist die Hamas schuld, weil sie sich feige hinter Zivilisten versteckt.

€dit: zu der Frage über mir: zumindest zu Lybien gab es da einiges an Infos zu, bin imo leider nur mit dem Smartphone on, musste also selber googeln.
Zumal die "Befreiung" Lybiens sowieso schon ein eher dunkles Kapitel ist.
 
Was meint ihr wie wird es in Syrien weitergehen? Assad mordet fröhlich weiter:

Es geht weiter mit "Assad mordet (fröhlich?) weiter" - und andere auch.
Um ehrlich zu sein fehlen mir einfach die nötigen Informationen, um die Lage in Syrien zu beurteilen. Alles, was man hat, kommt von Leuten die eindeutig eine politische Agenda haben und zeigt so kleine Ausschnitte, dass eine Einschätzung der Lage fast unmöglich ist. Ich glaube nicht, dass die Zustände gut sind - aber wie schlecht sie sind, kann man imho nicht abschätzen. Würdest du z.B. einen Taliban fragen, was die USA in Afghanistan machen, würde er dir vermutlich ähnliche Bilder vorlegen.
Genausowenig lässt sich sagen, wie eigentlich die Mehrheitsverhältnisse in Syrien liegen.

Das einzige, was man einigermaßen abschätzen kann, ist, dass man wenig daran ändern kann. In dem Land herrscht Bürgerkrieg, genauer: In den Städten dieses Landes. Die NATO hat es bekanntermaßen schon hinbekommen, in Libyien, wo sie sich auf Wüstengebiete und den Luftraum konzentrieren sollte (so jedenfalls bei bekanntgabe des Mandats gesagt...), jede menge Zivlisten und zivile Einrichtungen zu beschädigen. Derartige Militäraktionen im dichter besiedelten Syrien, vor allem in den umkämpften Großstädten, wären ein reines Massaker.


Und wie u.a. ebenfalls Libyien gezeigt hat, bringt so ein Einsatz ja auch nicht unbedingt eine Besserung. In Libyien sahen sich früher 5-25% (je nachdem, wen man so fragt - und in welcher Phase wirtschaftlicher Zusammenarbeit) der Bevölkerung wegen ihrer politischen Meinung Menschenrechtsverletzungen durch ein despotisches Regime ausgesetzt, heute sehen sich 10-20% der Bevölkerung wegen ihrer Ethnie/Herkunft Menschenrechtsverletzungen durch 50% der Bevölkerung ausgesetzt. Toller Gewinn. Parallel wurde eine eigentlich recht gute Infrastruktur vernichtet, Islamisten zu politischem Einfluss verholfen und vor allem massenhaft Waffen in freien Umlauf gebracht, mit dem Ergebniss, dass jetzt halb Afrika brennt. Die ersten Punkte mag man noch gegen Idealismus aufwiegen, der letzte ist imho pures Versagen.

Sowas muss man in unmittelbarer Nachbarschaft zu Israel, Israels Lieblingsfeinden und Kurdistan nicht unbedingt wiederholen. Zumal in einem verbündeten des Irans und -wie oben erwähnt- mit vorraussichtlich sehr vielen unschuldigen Toten.

(Militärische) Aufklärungseinsätze wären vielleicht ein Ansatz, vielleicht kann man das Informationsdefizit ja ein wenig eindämmen. Ansonsten bleibt nur zu hoffen und abzuwarten, dass die Kriegsparteien ein klareres Bild abgeben oder sich zumindest teilweise aus Wohngebieten zurückziehen.
(Beide Seiten. Soviel ist zumindest auch in den einseitigen Rebelleninformationen noch zu erkennen: Die Stadtviertel, die von Assads Armee beschossen werden, enthalten nicht nur Unschuldige, sondern eben auch bewaffnete, verschanzte Kämpfer. Die müsste man übrigens, wenn man den etablierten Definitionen der USA folgt, als "unlawful combatants" einstufen und ihnen somit sämtliche Rechte aberkennen.)
 
Haben Sie Beweise für die Behauptung, dass man sich in Libyen und Ägypten "in die Arme des extremen Islamismus stürzt"? (Bitte keine Klatschblätter wie Bild&Co.)

Okay, war Tunesien. Bitte: Tunesien: Gewalttätige Proteste nach Wahlsieg der Islamisten - Nachrichten Politik - Ausland - WELT ONLINE

Aber in Ägypten geht die Reise wohl in dieselbe Richtunge. Finde nur den Artikel dazu nicht mehr. Und in Libyen ist momentan ja anscheinend alles ungeklärt. Aber diese Friedhofsschändung bei Bengasi ist ja auch nicht unbedingt das Gelbe vom Ei. Wenn das in dieser Richtung weiter geht, herzlichen Dank.
 
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Haben Sie sich ihre eigene Quelle mal selber durchgelesen?
Hier mal ein Paar Zitate aus dem Bericht, die gegen ihre These spricht, wonach sich Tunesien in die Arme des extremen Islamismus stürzt:
Die Ennahda selbst vergleicht sich hingegen mit der islamisch-konservativen türkischen Regierungspartei AKP
Der von der Ennahda nominierte Kandidat für das Amt des Übergangs-Regierungschefs, Hamadi Jebali, sprach sich gegen Alkoholverbote oder Kleidervorschriften aus. Die traditionellen Freiheiten seien „für Ausländer ebenso wie für Tunesier garantiert“, sagte Jebali.
 
Nein (glaub ich zumindest). Die Regierungen sind entweder auf der Seite der syrischen Regierung (z.B. Russland oder China) oder auf der Seite der Rebellen (z.B. USA).
 
Russland und China richten sich allgemein gegen internationale Einmischung. Sonderlich pro-Syrien sind sie nicht unbedingt. (Die mögen zwar Hauptlieferant für Waffen sein, aber das kleine Syrien ist alles andere, als ein Hauptabnehmer). Aber ich denke nicht, dass sich jemand in der herrschenden Situation (auch der von EU und USA vorgegebenen diplomatischen) in irgend einer Weise contra-Rebellen positionieren möchte. Also kritisiert man lieber niemanden, als beide Seiten.
 
Russland ist nicht nur wegen den Waffenlieferungen an Syrien interessiert. Die haben auch ne große Marine-Basis dort, von wo aus die Ihre "Mittelmeergeschäfte" kontrollieren und wenn Assad gestürtzt wird, können die den Laden mit aller Wahrscheinlichkeit dicht machen.
 
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Haben Sie sich ihre eigene Quelle mal selber durchgelesen?
Hier mal ein Paar Zitate aus dem Bericht, die gegen ihre These spricht, wonach sich Tunesien in die Arme des extremen Islamismus stürzt:

Selektives Zitieren ist natürlich auch eine Möglichkeit. Der Satz davor lautet: "Kritiker werfen der Ennahda Fundamentalismus vor und glauben, sie wolle Menschenrechte, speziell für Frauen, und Meinungsfreiheit beschneiden." So. Und dagegen sagt die Partei selbst, sie wäre wesentlich gemäßigter. Ist ja auch kein Wunder. Das würde jeder tun. NPD und LINKE sagen von sich selbst auch, daß sie furchtbar harmlos sind.
 
Können Sie z.B. anhand von Parteiprogrammen beweisen, dass NPd oder Linke extremistisch sind? Nein! Deshalb sind auch versuche, solche Parteien zu verbieten, gescheitert.
 
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