Warum "wohl"...?
Das ist die ganz offizielle Aussage, wie viel Twitch beim standard Streamer bei einem Abo einbehält.
Jain.
Ja, der Einbehalt im Affiliate-Programm ist 50% der Abo-Kosten.
Von "seinem" Anteil zahlt Twitch aber auch jegliche Transaktionsgebühren. Sowohl, die die für die Transaktion vom Viewer zu twitch anfällt, als auch die, die später bei der Auszahlung auf dein Konto/Paypal anfällt. Im gegensatz zur weitläufigen Meinung sind solche Transaktionen alles andere als Kostenlos, das scheint nur meist so, weil allermeistens online-shops etc. die Gebühren für dich übernehmen. Manche shops geben die Kosten aber auch pauschalisiert weiter, so kostet bei manchen Hardware-Händlern die Lieferung wenn man mit Paypal bezahlt mehr, als die Lieferung wenn man per Vorkasse überweist etc.
So ist es eigentlich auch ganz konsequent, dass Twitch anbietet bis zu 15% Rabatt an die Viewer weiterzugeben wenn dieser z.b. für 12 Monate im Vorraus abonniert (und zahlt). Die Auszahlung an den Creator ist in diesem Fall jedoch genau die selbe, wie bei jemanden der nur monatlich zahlt. Der Rabatt geht also zu Lasten des "Twitch-Anteils", dafür fallen aber auch weniger Transaktionsgebühren an (Eine Zahlung statt Zwölf). In welchem Fall die Marge für Twitch höher ausfällt ist schwer zu sagen und hängt sicher auch davon ab, wie derjenige zahlt.
Sind 50% fair? Auch da würde ich Jein antworten:
Fakt 1: Twitch verdient hervorragend an ihren Creatoren.
Fakt 2: Nicht jeder Content der dort gestreamt wird erfordert besonders große Mühen. Es gibt solche und solche. So mancher filmt sich quasi beim Zocken nebenbei ab oder gucken sich durch youtube videos, wieder andere bereiten richtige Programme vor, haben Ablaufpläne, etc. und damit neben der tatsächlichen online-zeit noch ein Vollzeit-job an Vorbereitung. Wie stark das honoriert wird, hängt natürlich ziemlich direkt mit den Zuschauern zusammen. Seitens Twitch wird hier kein Unterschied gezogen.
Fakt 3: Twitch stellt die nötige Infrastruktur und Rechtsrahmen. Natürlich ist beides immer noch optimierbar. Es gibt z.b. bisher keine möglichkeit ordentliche post-HD Inhalte zu streamen, selbst wenn die Hardware dies könnte. Dadurch, dass Codierformate vorgeschrieben und die maximale Bitrate limitiert ist. Auch im Rechtsbereich gibts Ausbaupotenzial, vorallem was den Umgang mit Verwendung von fremden Urheberrechtlich geschütztem Material geht. Es gibt derzeit kein System um z.b. durch pauschal-Beteiligung einer Verwertungsgesellschaft diese zu nutzen. Hier fehlen den entsprechenden Verträge. Der Creator kann sich natürlich selbsttätig Lizenzen einholen, jedoch gibts auch hier kein System dies kenntlich zu machen oder der Platform zu vermitteln. Erkennt der Algorythmus z.b. ein möglichweise geschütze Musik in der Streamaufzeichnung wird die betreffende Passage gemutet, unabhängig davon ob evtl. eine Lizenz zur Verbreitung vorliegt oder man selbst sogar Lizenzinhaber sein sollte (okay das betrifft beides natürlich nicht den Durchschnittsstreamer).