The Surge: Das Sci-Fi-Souls im Video-Test

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Habe die PC Version durchgespielt und bleibe mit eher gemischten Gefühlen zurück. Dark Souls, Bloodborne, Nioh und Lords of the Fallen habe ich ebenfalls (teils mehrfach) durchgespielt, inklusive DLCs und bin somit zumindest kein Neuling im Genre.

Im Vergleich zu Lords ist Surge zwar eine deutliche Steigerung und hat ein paar frische Ideen zu bieten, von einem FromSoftware Titel ist es allerdings nach wie vor so weit entfernt, wie die Erde vom Mond...also nicht mal eben mit dem Auto erreichbar :D

Die Art und Weise wie man an Bauteile kommt (Körperteile abschlagen) ist ziemlich gelungen, beeindruckt nach ein paar Stunden aber nicht mehr wirklich. Auch die Finisher-Cams wirken dann fast schon lästig und halten den Spielfluss auf, zum Glück kann man deren Wahrscheinlichkeit reduzieren und sogar komplett deaktivieren. Sinnvolle Option.

Etwas schade finde ich, dass viele der Waffen eher unbrauchbar sind, was sich in Youtube Videos bestätigt. Die meisten Spieler nutzen die gleichen Waffen. Abgesehen davon, gibt's keine Schusswaffen, bis auf die Drone...die auch eher unbrauchbar ist, außer zum überbrücken von Schaltkreisen. Es gibt Gegner mit Schulterkanonen, Flammenwerfern oder ähnlichem...man kann die entsprechenden Arme inkl. Waffen auch abschlagen, die Waffen aber leider nicht nutzen...das wirkt etwas unbefriedigend, da man sich drauf freut, wenn man sie sieht.

Das Implantat System ist cool, an sich aber nichts anderes als Perks, wie man sie heute in jedem zweiten Shooter vorfindet. Es gibt Festimplantate, die man nur an der MediBay ausrüsten kann und Steckimplantate, sowie Injektionen, die man jederzeit wechseln kann. Das Level und Craftingsystem wirkt anfangs evtl. etwas verwirrend, ist aber recht durchdacht gemacht, wenn man es einmal verstanden hat.

Gut finde ich auch, dass man TechScrap (Währung) zwischenlagern kann und sich nicht sofort entscheiden muss, was man damit anstellt. Die MediBay dient hier als eine Art Tresor. Man kann also farmen und so viel Währung in der MediBay ansparen, bis man sich das gewünschte kaufen kann, ohne dass man bis dahin alles am Mann tragen muss.

Das Leveldesign ist okay, teils allerdings auch etwas monoton und leider findet hier sehr viel Recycling und Backtracking statt. Es gibt nur ein paar unterschiedliche Areale, die nicht offen miteinander verbunden, sondern nur mit einem Zug erreichbar sind...sprich...man wechselt mit einem Ladebildschirm von einem zum andern Areal. Das Backtracking nervt. Anstatt neue Areale zu erkunden, muss man wieder zurück zum Anfang bzw. in vorherige reisen, die sich dann minimal verändert haben....sprich anders beleuchtet, ein paar neue Gegner sind drin. Hier hätte ich mir mehr Abwechslung und weniger Recycling und Backtracking gewünscht.

Was mir gut gefallen hat war die Lichtstimmung und die Partikeleffekte. Die Beleuchtung in dunklen Korridoren, in Verbindung mit dem farbigen Licht des ExoSuits und Qualm aus defekten Leitungen war zum Teil schon recht schön anzusehen. Insgesamt war die Grafik aber eher Mittelmaß. Die PC Umsetzung war allerdings gelungen.

Die Spielzeit betrug bei mir 16 Stunden und ich habe sehr viel abgesucht.


Mein Fazit: The Surge macht zwar vieles besser als Lords, einige der groben Schwächen bleiben leider dennoch gegeben. Viel Backtracking und Recycling vorhandener Bereiche. Die Gegnertypen sind überschaubar, nur eine Hand voll Bosskämpfe. Der Umfang insgesamt überschaubar. Wer das Genre mag und aktuell nichts zum zocken hat, ist hier dennoch gut bedient...zumindest bietet The Surge auch ein paar gute Ansätze und Ideen.
 
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Habe die PC Version durchgespielt ...

Das ist eine der besten Spiele-Reviews, die ich seit sehr langer Zeit lesen durfte. Vielen Dank dafür! :daumen:
Auch wenn Du mich damit vom Kauf abhälst :ugly:
Ich gebe keine 50€ für ein 16 Stunden Spiel aus - da stimmt das P/L-Verhältnis für mich leider nicht.
Sehr schade, dass sie zu wenige Assets in das Spiel eingebaut haben - ein abwechslungsreiches Leveldesign hätte das Zünglein an der Waage bilden können ...
 
Danke :) Steam Keys gab's für ~30 Euro, das war okay. Den offiziellen Steam Preis wäre es mir allerdings nicht Wert gewesen. Auf Youtube gibt's komplette Playthroughs in 5 bis 6 Stunden. Wenn man nicht großartig alles absucht und erkundet, dann ist das Spiel schon recht kurz, war bei Lords aber genauso. Dort bin ich im zweiten Durchgang in wenigen Stunden durchgerannt, nur die Bosse haben teils aufgehalten.
 
Bei anderen Tests (u. a. Golem und Gamestar) wird allerdings von 25-40 Stunden Kampagne geredet :huh:
Du bist wahrscheinlich zu schnell :ugly:
 
Echt gutes Review danke.
Die kurze Spielzeit bei dir kommt vermutlich aufgrund deiner Routine mit solchen Games.
Die meisten Spieler auf Steam die ich kenne haben alle zwischen 22 und 30h dran gesessen.
Wenn sie nicht schon nach 3 das Handtuch geworfen haben, aufgrund des offensichtlich stark ansteigenden Schwierigkeitsgrades in Chapter 2.
 
Die Spielzeit variiert natürlich je nach Spielstil und Vorgehensweise. Letztendlich ändert diese aber nichts an den genannten Schwachpunkten.

Ich gehe meist so vor, dass ich mich relativ frei von allem mache...sprich...Blutechos, Seelen, TechScrap oder was auch immer in Ausrüstung oder Charakter investiere, bzw. hier in The Surge einfach in der MediBay lagere...um dann unbeschwert das Gebiet erforschen zu können. So spielt man einfach freier, als wenn man ne riesen Menge XP mit sich herumträgt und ständig Angst hat diese zu verlieren. Das kommt zwar auch mal vor, aber meist renne ich ab einem bestimmten Punkt (wenn ich sehe das Gebiet könnte problematisch werden) wieder zurück und sichere sie, wenn das nächste Leuchtfeuer nicht in Sichtweite ist. Hier in The Surge bleibt die MediBay im Areal immer an der gleichen Stelle (nur in einem kann man sie per Lift bewegen) und es gibt nur eine. Man muss also immer zu dieser zurück.

Danach renne ich einfach komplett durch und ignoriere die Gegner. Ich renne alle Wege und Gänge ab, auf der Suche nach Secrets und öffnen von Shortcuts...diese Dinge bleiben selbst nach dem ableben noch bestehen, von daher kein Problem wenn man danach stirbt. Oft renne ich durch bis zum nächsten Leuchtfeuer, oder schalte eine Abkürzung frei und gelange wieder zu nem bekannten Ort zurück. Von da aus kann man sich dann wieder gezielt zurück kämpfen in neu entdeckte Bereiche.

Wenn ich Spieler sehe, die sich mit nem Haufen XP am Mann stundenlang durch extrem schwere Stellen und Areale kämpfen und 9380 mal sterben und ihre XP wieder einsammeln müssen (teils bleiben diese nur eine Gewisse Zeit bestehen...in The Surge verfallen sie nach ~2 Min.), dann verstehe ich gut, wie man auf so ne Spielzeit kommt. Lieber an Stellen XP farmen, die man bereits kennt und diese investieren, danach kann man frei drauf losrennen und sich nen ersten Eindruck von neuen Gebieten machen. Man kann alles mitnehmen, freischalten und öffnen was man unterwegs findet, inkl. neuer Checkpoints und von dort aus dann taktisch zurücktasten...oder vor, wie man will.

Es ist auch nicht immer sinnvoll jeden einzelnen Gegner zu beämpfen, oft rennt man besser vorbei. Warum drei Gegner in einer engen, unübersichtlichen Stelle bekämpfen und fünf mal sterben...wenn man einfach durchrennen kann und die gleichen Gegnertypen an einer anderen Stelle locker zum gleichen XP Gewinn wegmachen kann?!

Das einzige was hier wirklich aufhält sind die Bosse :D Die sind schon recht knackig.
 
Wobei sich deine 16h wirklich wenig anhören.
Also bei meinem aktuellen DS3 Lauf hab ich 12h für´s Maingame gebraucht.
Allerdings kenn ich das Spiel auswendig, und hatte des öfteren Phantome dabei was die Sache nochmals leichter macht.
Da hören sich 16h bei The Surge, vorallem für den ersten Durchgang, echt wenig an.
Ich denke im Durchschnitt wird man 20-40h brauchen.
 
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