Schlauchtülle auf den Schlauch...

Daddelpapi

Komplett-PC-Aufrüster(in)
Mal eine Frage zum anschrauben der Tüllen an den Schlauch.
So langsam wird es ernst mit meiner ersten Custom Wasserkühlung.
Habe heute nach langer Wartezeit mein nächstes Paket von Alphacool bekommen. Eins ist noch offen.
Habe mal die erste Tülle auf den Schlauch geschraubt. Geht ziemlich schwer zum Ende hin. Ist aber alles passend. Also Schlauch und Tülle passende Größe.
Nun mal zur eigentlichen Frage. Muss ich den Überwurf Schraubverschluss bis ganz an den Rand schrauben? Hab es probiert. Ich komme bis auf Zwei mm an den Rand. Dann habe ich aufgehört weil es sehr schwer wird. Nach fest kommt ab...
Habe mal an meine Eisbär 360 geguckt. Da ist es bis ganz ran geschraubt. Ist das nötig oder reicht handfest?

Danke im Voraus für eure Hilfe.
 
Muss ich den Überwurf Schraubverschluss bis ganz an den Rand schrauben?
Nein. Prinzipiell reicht auch ein Gewindegang und gut ist. Es schadet auch überhaupt nicht, wenn die Überwurfmutter früher schon fest sitzt, im Gegenteil. Die Überwurfmutter hält den Schlauch schlussendlich fest und wenn sie handfest angezogen ist, dann hält das auch genauso gut, wie wenn du sie fester anziehst.
Optisch mag es vielleicht fragwürdig aussehen, ist aber funktional gar kein Problem.
Umgekehrt wäre es eher unerwünscht, wenn du die Überwurfmutter ganz anziehen kannst und dabei zu wenig Widerstand hast. Dann könnte der Schlauch eventuell nicht richtig gehalten werden; jedenfalls lässt er sich dann leichter rausziehen. Am Ende ist aber selbst das unbedenklich in dem Sinne, dass dir nicht plötzlich der Kreislauf um die Ohren fliegt und deinen ganzen PC flutet. Das Risiko ist bei Hardtube-Anschlüssen größer.
Überdrehen ist auch ein Problem. Du kannst natürlich Hilfsmittel zur Hand nehmen, aber darüber kann dann das Gewinde des Kühlers/Radiators/was-auch-immer leiden, wenn es nicht gerade ein Metallgewinde ist. Wobei auch bei Radiatoren die Gewindebuchse nur eingelötet ist und bei genug Drehmoment losbrechen kann (so ist mir mal ein 280er verreckt). Zudem kommt es bei reichlich Drehmoment bzw. die hohe Griffkraft durch Werkzeug oder zu starke Finger gerne dazu, dass die Überwurfmutter sich verzieht, dann eventuell gar nicht mehr zu lösen ist und du den Anschluss wegschmeißen kannst. Ist mir auch schon paar mal passiert, aber wo gehobelt wird, da fallen Späne.
Habe mal an meine Eisbär 360 geguckt. Da ist es bis ganz ran geschraubt. Ist das nötig oder reicht handfest?
Die Eisbär verwendet ein ganz anderes System und hat vor allem noch Überwurfkappen. Bei "normalen" Schraubanschlüssen (Tüllen sind eigentlich die Dinger ohne Überwurfmutter, wo man den Schlauch nur draufsteckt) arbeitet man einfach mit handfest und gut ist.
In meiner Signatur gammelt auch ein großes Tutorial mit übersichtlichem Inhaltsverzeichnis zu dem ganzen Kram.
 
vielen Dank für Deine ausführliche Antwort.
Also wie auf Arbeit: (ich arbeite als Service Tischler)
Immer mit Gefühl.

Habe auch die selben Schläuche (11/8) mit passenden Tüllen. Wollte die Eisbär eigentlich nur erweitern.
Nun mache ich aber alles komplett Custom. CPU und Grafikkarte mit zwei 420er.
 
Nicht jeder benutzt EPDM Schläuche. Bei normalen Schläuchen ist es schön nötig. Mir fiel deshalb schon mal ein Schlauch ab am Mora.
 
@Sniperxxxcool

Also mein vorheriger pc war 8 jahre lang dicht ohne irgendwas nachzuziehen.

Dicht ist das ganze sogar ohne Überwurfmutter; die dient der Abzugsicherung. Sobald sich (PVC-)Schlauch der Form angepasst hat, kann man sie nochmal nachziehen, für zusätzliche Sicherheit diesbezüglich – die ursprüngliche Haltekraft behält sie aber auch von alleine. Was anderes sind externe/regelmäßig bewegte Verbindungen. Die lösen sich zwar auch nicht von alleine und Nachziehen als solches hilft nicht unbedingt, aber wenn der Halt nicht extrem fest ist, kann sich der Schlauch nach und nach herausarbeiten. Nachziehen für mehr Halt und regelmäßige Kontrollen schaden also nicht; je nach Passgenauigkeit und Schlauchdicke. (Ich z.B. hatte Probleme bislang nur mit 16/10, aber nie mit 11/8)
 
Man kann das Schlauchende leicht anfeuchten, ein Tropfen Wasser mit Finger rundum anreiben, dann lässt sich die Überwurfmutter relativ leicht bis Anschlag eindrehen. So mach ich's bei 16/10.
 
Was anderes sind externe/regelmäßig bewegte Verbindungen. Die lösen sich zwar auch nicht von alleine und Nachziehen als solches hilft nicht unbedingt, aber wenn der Halt nicht extrem fest ist, kann sich der Schlauch nach und nach herausarbeiten. Nachziehen für mehr Halt und regelmäßige Kontrollen schaden also nicht; je nach Passgenauigkeit und Schlauchdicke. (Ich z.B. hatte Probleme bislang nur mit 16/10, aber nie mit 11/8)
Ja, das dürfte der Grund sein warum der Schlauch von meinen Mora abfiel. So ein externer Radiator wird ja natürlich bewegt und auf einmal war der Schlauch ab und das Wasser sprudelte raus. :D :D
 
Was anderes sind externe/regelmäßig bewegte Verbindungen. Die lösen sich zwar auch nicht von alleine und Nachziehen als solches hilft nicht unbedingt, aber wenn der Halt nicht extrem fest ist, kann sich der Schlauch nach und nach herausarbeiten.
Bei Schraubanschlüssen ja, bei Tüllen in Übergröße (idealerweise noch mit Schelle, auch wenn die bei einer 12er/13er Tülle bei 10mm ID ganz sicher nicht nötig ist) löst sich da nichts, wenn man nicht sehr kräftig zieht und hin und her mengt.
Ich hatte schon paar mal das Vergnügen, eine solche Verbindung wieder zu lösen. Da hat meist nur noch das Messer geholfen.
(Ich z.B. hatte Probleme bislang nur mit 16/10, aber nie mit 11/8)
Ich meine (meinen ist nicht wissen), dass die Ursache darin im Verhältnis von Wandstärke zur Länge der Tülle und Überwurfmutter liegt.
Bei üblichen Schraubis hat man eine Spreizung und wenige mm dahinter ist schon Ende. Kommt nun seitlicher Zug darauf, verformt sich der Schlauch in dem Bereich, dehnt sich und schon fehlt der Halt. Selbst fest angezogene Schraubanschlüsse bringen da nichts, Schlauch bekommt man seitlich immer raus. Bei 11/8ern findet der ganze Prozess auf viel kürzerem Weg statt, sodass am Ende des Schlauches noch ein Stück gut verbunden ist.
Klassische Tüllen sind länger und da ist es dem Schlauch an der letzten Spreizung völlig egal, was vorne passiert. Da muss schon wirklich viel Zug drauf sein, dass sich das löst.
Ja, das dürfte der Grund sein warum der Schlauch von meinen Mora abfiel. So ein externer Radiator wird ja natürlich bewegt und auf einmal war der Schlauch ab und das Wasser sprudelte raus. :D :D
Wäre dir mit 13er Tüllen nicht passiert.:P:D
 
Which part of "extrem fest" didn't you understand? :-D

Große Wandstärken verschärfen das Problem meiner (nicht repräsentativen) Beobachtung nach deutlich. Ist auch irgendwo logisch: Die Kraft, mit der die Überwurfmutter angezogen werden soll/kann ist bei 19/13 nicht wesentlich größer als bei 11/8. Man kann die große Mutter zwar etwas besser packen, aber zum einen haben die alten, kleinten Überwurfmuttern oft noch einen unschlagbaren Sechs-/Achtkant, zum anderen wirkt die Kraft beim Erreichen des Anschlags auch auf Anschlussbasis und Kühler, zwischen denen immer knappere Gewinde verwendet werden. Da kann man nicht mit roher Gewalt rangehen. Wenn man aber die Reibung von 19*Pi mm Umfang statt der von 11*Pi mit gleicher Kraft überwinden muss, dann bleibt weniger für die Einquetschung des Schlauchmaterials. Und diese absolut kleinere Kraft verteilt sich dann ihrerseits wieder über den größeren Umfang, sodass der punktuell wirkende Druck deutlich kleiner ausfällt. Um dickeres Material um den gleichen Faktor zusammenzudrücken, bräuchte es aber eigentlich mehr Druck. Ergebnis: Dicke Schläuche werden mit weniger Kraft gepackt. Dabei zerren sie mit größeren Hebelkräfte, während schlankere Schläuche einfach nachgeben.

Ob die Tüllenlänge da auch einen Einfluss hat, kann ich nicht beurteilen. Aber auf alle Fälle kommt noch die Möglichkeit für Globalisierung-Fails hinzu: 11/8 mm ist immer 11/8 mm; so dünner Schlauch spielte international nie eine Rolle. Aber 5/8x3/8-Anschlüsse, die oftmals als "16/10" verkauft werden, sind für 6 Prozent mehr Wandstärke ausgelegt als sie echter 16 mm/10 mm Schlauch bietet. (Wobei man das natürlich auch umgekehrt für einen extra straffen Sitz nutzen kann. Ist noch jemand anders alt genug für den Innovatek-"Spezial"-10/8-Schlauch, der in Wirklichkeit 10/7,5 war? Und damals kamen die Anschlüsse noch direkt aus der Pneumatik, hatten auch bei den Schraubtüllen scharfe Rippenstrukturen, die sich in den Schlauch krallten.)
 
Große Wandstärken verschärfen das Problem meiner (nicht repräsentativen) Beobachtung nach deutlich.
Nicht nur deiner.
aber zum einen haben die alten, kleinten Überwurfmuttern oft noch einen unschlagbaren Sechs-/Achtkant
Nächster Nachteil moderner Anschlüsse: Die Überwurfmutter hat eine eher geringe Wandstärke und es kommt vor, dass sie sich verzieht.
Gerade bei ungünstigen Kombinationen wie Barrow-Schraubanschlüsse (die ich eigentlich sehr gerne habe) und EK ZMT braucht es reichlich Kraft und man schneidet im Grunde mit der Überwurfmutter ein Gewinde in den Schlauch. Das hält zwar ganz gut, solange, niemand von der Seite zieht, aber der Kraftaufwand reicht oft schon, dass sich die ganze Angelegenheit verbiegt (oder man die Überwurfmutter verkantet festschraubt, ohne es zu merken, weil der Schlauch schon so viel Widerstand abgibt) und der Anschluss danach für die Tonne ist. 4 durfte ich über die letzten Jahre deshalb schon wegwerfen. EPDM kann da recht zickig sein und ist auch wesentlich elastischer als PVC. Jedenfalls macht es mehr Probleme mit den Anschlüssen, auch wenn es andere Vorteile bietet.
, zum anderen wirkt die Kraft beim Erreichen des Anschlags auch auf Anschlussbasis und Kühler, zwischen denen immer knappere Gewinde verwendet werden. Da kann man nicht mit roher Gewalt rangehen.
Na ja, Metall in Metall geht schon einiges...
Ob die Tüllenlänge da auch einen Einfluss hat, kann ich nicht beurteilen.
Tut sie, zumindest bei seitlichem Zug. Gerader Zug ist aber auch nie das Problem; der Kraftaufwand ist da schon recht hoch, um den Schlauch rauszubekommen.
 
Metall in Metall? Zeig mir mal einen Bis-in-die-Anschlüsse-Vollmetall-GPU-Kühler.
"Frage für einen Freund"
Rein beispielhaft, dass es nicht nur am kurzen Gewinde liegt. Wobei ordentliche Gewindeeinsätze aus Metall im Kunststoff ihren Zweck auch hinreichend erfüllen sollten und man auch da mehr als genug Drehmoment aufbringen kann.
Wobei es ja eigentlich "handfest" heißt...:fresse:
 
Im Kontext "Dark Pro 3 versus Skylake" habe ich Be Quiet mal gefragt, was sie unter "handfest" verstehen. Antwort: "Schraubendreher in die Faust ..."
Seitdem sind meine redaktionellen Formulierungen etwas vorsichtiger, obwohl ich privat am liebsten immer noch den Maulschlüssel ansetzen würde. Nichts nervt mehr, als wenn Aktivitäten am anderen Ende des Schlauchs den Anschluss wieder lose drehen können.

@blautemple: GPU ;-)
Für CPU ist kein Problem. Aber bei Grafikkarten kriegt man immer häufiger nicht einmal mehr POM, sondern nur noch Acryl. Und da sollte man wirklich vorsichtig mit umgehen.
 
Im Kontext "Dark Pro 3 versus Skylake" habe ich Be Quiet mal gefragt, was sie unter "handfest" verstehen. Antwort: "Schraubendreher in die Faust ..."
Puh... da sind mal schnell 20+ Nm drin. Wobei der normale Kreuzschraubenzieher da sowieso schon den Kopf entweder rund dreht oder rausfliegt.
Ich meine, EKWB hat mal 6 Nm für Anschlüsse (und 0,6 für Montageschrauben) angegeben.
Nichts nervt mehr, als wenn Aktivitäten am anderen Ende des Schlauchs den Anschluss wieder lose drehen können.
Das passiert aber nur bei geraden Schlauchverbindungen. Überall, wo ein Bogen drin ist, kommt es eigentlich nicht vor. Jedenfalls hatte ich noch nicht ein mal die Erfahrung; bei geraden Verbindungen jedoch ausgesprochen regelmäßig.
Zugegeben, das war alles mit verschiedenen EPDM-Schläuchen. PVC kommt mir, seit ich mir in meinen Wakü-Anfängen 2018 die Schmodderseuche reingeholt habe, nicht mehr ins eigene System.
Für CPU ist kein Problem. Aber bei Grafikkarten kriegt man immer häufiger nicht einmal mehr POM, sondern nur noch Acryl. Und da sollte man wirklich vorsichtig mit umgehen.
Ich würde eher sagen, es ist wieder besser geworden. Um RTX 3000 rum ist es mir wirklich unschön vorgekommen, aber seitdem setzen gefühlt immer mehr Hersteller vermehrt auf stabilere Anschlussterminals.
 
EPDM ist etwas labbriger, der verdreht sich aber einer gewissen Länge gegebenenfalls durchaus auch in sich selbst. PVC, vor allem dickwandiger, ist dagegen ganz gut darin, Drehmoment weiterzugeben. Meiner Erfahrung nach relativ unabhängig davon, ob er selbst gebogen ist oder nicht. Klar – wer an einem Ende einer halben Bretzel dreht, macht nur einen echten Knoten draus. Aber ob ein 10 cm Stück 16/10 gerade oder ist eine 90°-Biegung macht, hat keinen großen Einfluss auf die übertragenen Kräfte. Der funktioniert auch als "flexible Welle".
 
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