Samsung 305T/+ reparieren

Lendox

Freizeitschrauber(in)
Ich habe einen Samsung 305T, der zu flackern begonnen hat. Soweit ich weiß gibt es zwei häufig genutzte Reparaturansätze: Die Kondensatoren auf dem Netzteil austauschen oder den Chip auf dem Mainboard backen (also in den Backofen damit brüchige Leitungen sich wieder verflüssigen). Hat jemand schon Erfahrungen damit?
 
Ahoi!

Yep, ich habe die gleiche Geschichte bereits hinter mir und kann dir den Backversuch prinzipiell ans Herz legen. Bei dir ist's aktuell nur Flackern, d.h. keine groben Farbfehler? Dann geht's der Kiste noch verhältnismäßig gut. In der Redaktion hat's meinen Testmonitor des Typs 305T+ halb gerissen, in der rechten Bildhälfte liegt ein großer, meist grüner Streifen über dem Bild. Mein privater, den ich etwa ein Jahr später anschaffte, begann erst mit dem Flackern und hielt es etwa ein Jahr später für 'ne coole Idee, die linke Bildhälfte komplett unbrauchbar zu machen (Farbfehler, kaum Licht, unfassbare Schlieren). Damit war mir klar: Backen oder wegschmeißen - ich entschied mich natürlich fürs Backen, denn irgendwann muss ja das erste Mal sein! :ugly:

Ich habe vorher stundenlang Threads gewälzt und Videos angesehen, bevor ich meinen Samsung 305T Plus zerlegt habe. Offenbar haben wir's mit einem Serienfehler zu tun. Die Diagnose der backenden Pioniere ist, dass der Hauptprozessor, ein Altera Hardcopy-Chip, eine fiese Hitzeschleuder ist, die man beim Design leider nicht mit ordentlicher Kühlung versehen hat. So führt die starke Erwärmung (und das anschließende Erkalten) auf Dauer anscheinend dazu, dass das Lot des Chips bröselig wird und fiese Probleme entstehen - Flackern, Linien durchs Bild, halbseitige Ausfälle et cetera. Was ich beim Checken der Elkos sah, war äußerlich in Ordnung, allerdings galt mein Fokus der Logikplatine, da die meisten gemeldeten Probleme damit zusammenhängen. Meine Hauptquellen:

http://www.badcaps.net/forum/showthread.php?t=10164
100% Working repair for Gateway XHD3000 30" LCD monitor - [H]ard|Forum
https://www.youtube.com/watch?v=p3MbGPWuFOY

Wichtig ist, die Kabel vorsichtig von der Platine zu lösen. Das können echte Zicken sein und man braucht teilweise dosierte Gewalt. In den Ofen darf bis auf die Stecker nichts aus Plastik! Anschließend habe ich die Platine wie im Video zu sehen komplett mit Alufolie eingewickelt (reflektierende Seite nach außen!), nur der Altera-Chip schaute nackig nach oben. Ofen auf 200 °C, vorheizen und idealerweise mittels Ofenthermometer prüfen, wie heiß es wirklich ist - die 200 °C gelten als Obergrenze, 180-190 könnten schon reichen. Ich habe das Ding dann jedenfalls für 8 Minuten bei knapp 200 °C reingelegt. Wichtig: Das Teil muss wirklich gerade liegen. Nach dem Backvorgang: Ofentür auf, aber auf keinen Fall die Platine anpacken, sondern erst mal eine Viertelstunde auskühlen lassen, sonst verrutscht möglicherweise etwas und das Teil ist hin!

Um das neu gewonnene Leben zu schützen, habe ich anschließend jedem Chip einen Kühlblock verpasst, außerdem sorgt ein Lüfter für etwas Luftbewegung. Die Kunststoffabdeckung ist seitdem ab, sonst würde das nicht passen. Zwar sehe ich immer wieder ein partielles Flackern im kalten Zustand, aber dennoch: Das Backen im November 2014 hat dazu geführt, dass ich den 305T+ selbst jetzt, ein halbes Jahr später, noch wie vorher nutzen kann.

Habe den Vorgang übrigens in Bildern dokumentiert, soll ich sie raussuchen? :-) Wenn bei dir aber wirklich die Elkos futsch sind, wird das eher nicht helfen. Hast du das schon überprüft?

MfG,
Raff
 
Also ich habe nur einen Kondensator gesehen, dessen Decke etwas gewölbt war und den habe ich schon ausgetauscht, aber das Problem ist immer noch das gleiche. Wenn deine Bilder heraus zu suchen nicht zu viele Umstände macht, wäre es auf jeden Fall hilfreich für mich.
Wie dick soll ich das Mainboard mit Alufolie einwickeln? Soll sie fest anliegen? Soll ich es auf ein Blech oder ein Gitter legen? Ist ein Umluftofen ein Problem (ich habe nämlich einen)?
 
Hat der noch Kaltlichtkathoden oder schon LED?
Wenn der noch Kaltlichtkathoden hat, könnte das flackern von einer defekten Röhre oder Inverter herrühren.
 
Hat der noch Kaltlichtkathoden oder schon LED?
Wenn der noch Kaltlichtkathoden hat, könnte das flackern von einer defekten Röhre oder Inverter herrühren.

Er verwendet CFL.
Nein, das Flackern tritt nur bei Bildausgabe auf, wenn er das Tesbild ausgibt (Rot, Grün, Blau nacheinander) flackert er nicht.
 
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