Netzteile mit Kabelmanagement - Leistung und Preisbildung

Infrarot

Komplett-PC-Käufer(in)
Hej Community!

Eines vorweg: Meinen Rechner betreibe ich so wie er im Profil beschrieben ist und versorgt wird das System mittels eines 350-Watt-Netzteils (HEC, 2007 mit Gehäuse erworben). Alles läuft stabil. Meinem Empfinden nach wird das Netzteil durchaus gereizt, aber nicht überlastet. Direkt neben mir befindet sich die Steckerleiste, welcher ein einfaches Leistungsmessgerät vorgeschaltet ist. Daher hab ich den groben Leistungsbedarf immer im Blick.

Langfristig soll dieses System ersetzt werden und weil ich noch einen letzten Umbau machen will, soll das Netzteil getauscht werden. Die Wahl "Welches Netzteil" ist eigentlich schon getroffen. Darum geht es mir nicht wirklich.

Mein Anliegen: Ein Netzteil mit bestimmter Leistung zu finden ist nicht schwer, soll es aber gleichzeitig MODULARES KABELMANAGEMENT (im folgenden als MKM abgekürzt) haben, wird es schwierig. Entweder das Netzteil hat gewünschte Leistung plus MKM, dann ist es teurer als ein vergleichbares Netzteil ohne MKM. Oder: Nicht jeder Hersteller hat Netzteile mit MKM und wenig Leistung.
Anders Veranschaulicht:
-Ein Netzteil hat eine maximale Leistung von 400/450 Watt und besitzt MKM. Der Preis liegt vielleicht über 75 Euro.
-Sonstige Netzteile besitzen zwar MKM, aber unter 450 Watt findet man kein entprechendes Gerät.


Für meine Zwecke bräuchte ich kein Netzteil mit mehr als 500 Watt. MKM wäre nicht schlecht, um im Gehäuse für Ordnung zu sorgen. Mir ist bewusst, dass es für diese Anforderungen Netzteile gibt.

Viel getextet, jetzt die eigentlichen Fragen:

  1. Warum sind Netzteile mit MKM teurer als Netzteile ohne?
  2. Warum gibt es im Bereich unter 450 Watt nicht von mehreren Herstellern Netzteile mit MKM?
  3. Worin würde der Unterschied zu MKM bestehen, wenn man die Kabel von einem Netzteil ohne MKM kurz nach dem Netzteilgehäuse abschneidet/ trennt und Steckverbindungen einbinden würde?
 
1. Ist ein Zusatz-Feature, also ist es teurer als vergleichbare Standard-Netzteile.
2. Solche Netzteile sind für den Performance-Bereich (Gamer & Modder) gedacht. Für
Otto-Normal-User (Office-PC´s usw.), die in der Regel nur ihr Netzteil tauschen wenn es kaputt
ist, reichen auch heute noch einfache 300W Netzteile. Diese Nutzergruppe hat jedoch in der Regel
kein Interesse ihren Rechner zu gestalten oder zu präsentieren.

Der Zielgruppe entsprechend werden Netzteile mit höhren Watt-Leistungen auch mit
Kabelmanagement angeboten, da die Verlegung (bzw. Vermeidung) von Kabeln im Gehäuse,
den Luftstrom negativ bzw. positiv beeinflussen kann. Meist haben diese Netzteile
auch einen höheren Effizienzwert, der u.a. auch den Preis steigert.

Grundsätzlich kann man sagen, dass sich die Punkte 1+2 durch einfaches Grundwissen der BWL
oder Marktforschung von selbst erklären. Bestimmte Geräte mit X-Eigenschaften sind für eine
bestimmte Nutzergruppe vorgesehen, die bereit ist entsprechend der persönlichen Anforderungen,
Betrag X für ein Gerät zu bezahlen.
Beispiel:
Ein Gamer legt mehr wert auf die Qualität / Leistung der vorhandenen Hardware, weil er
generell mehr Leistung benötigt als jemand der nur im Internet surft oder bissi was tippt. Also
ist er auch bereit für mehr Leistung mehr zu bezahlen. Im Gegensatz dazu wird der "Internet-Surfer",
der wenig Leistung benötigt wahrscheinlich eher auf ein preisgünstigeres Gerät zurückgreifen.

Dementsprechend designen und positionieren die Hersteller ihre Produkte am Markt.

3. Grundsätzlich ist das möglich, allerdings aus elektrotechnischer Sicht
nicht zu empfehlen. Unabhängig vom Garantie-Verlust, wird hier eine
potenzielle Gefahrenquelle geschaffen. Sei es durch schlechte Verarbeitung
(z.B. Lötstellen oder Isolierung) oder eventuell entstehende Probleme
hinsichtlich der EMV besteht u.a eine erhöhte Kurzschlussgefahr,
die auch zu Beschädigungen an der restlichen Hardware führen kann.
 
Zuletzt bearbeitet:
1. Der Aufwand ist höher, es wird ein anderes Gehäuseteil gebraucht mit den Durchbrüchen, dazu STeckergehäuse und Klemmen wodurch die Montage etwas länger dauert. Es ist kostengünstiger einmal die Kabel an die Platine zu löten.
2. CM ist kein Standard und nicht jeder ist bereit den Mehrpreis zu bezahlen, auch in dem Bereich sind viele Fertigrechner wo der User keinen Aufwand machen wird oder kann. Für einen Bürorechner braucht man so etwas nicht.
3. Du bräuchtest entsprechende Stecker und Zeit was den Kostenfaktor nach oben treibt. Auch Übergangswiderstände usw wie auch das was mein Vorredner schrieb sollte man niocht ausser acht lassen
 
Vielen Dank für die Einschätzungen!

@chrisz84: Bezüglich des 2. Punktes hast du grundsätzlich recht. Der Kunde stellt bestimmte Bedürfnisse und die Hersteller richten sich danach. (Nachfrage beeinflusst Angebot)
Somit steht dem Kunden ein angepasstes Produkt zur Verfügung. Eventuell werden mehr Leute dieses auch kaufen. (Angebot beeinflusst Nachfrage)
Über den Preis wird letztlich die Stärke dieser Wechselwirkung mitbestimmt.

Mir ist bewusst, dass "Gamer" Leistung brauchen, dabei auf Qualität achten und auch bereit sind zu zahlen. So gesehen bin ich selbst kein "Gamer", Qualität steht jedoch mit an vorderster Stelle. Hinzu kommt die Forderung nach Funktionalität. Kabelmanagement gehört für mich als EXTRA
dazu. Grundsätzlich wäre ich auch bereit mehr dafür zu bezahlen. (Nicht das ihr denkt ich will mich hier beschweren.)

@Dr Bakterius: Bezüglich des 1. (und 3.) Punktes. So gesehen hast du wohl recht. Wenn ich mir überlege, was Buchsen oder Steckerleisten zur Befestigung auf Platinen kostet, dann kommt ganz schön was zusammen. Besonders dann, wenn man verschiedene Anschlüsse realiseren möchte.

Dass aber zusätzlicher (hoher) Aufwand für die Fertigung des Gehäuses entsteht, bezweifle ich. Einige Gehäuse besitzen ja so schon "Lochbleche" als Gehäuseseiten. Bei Mustern bei denen -angenommen- mehr als 50 Löcher gestanzt werden müssen, würde es nicht viel ausmachen weitere vier bis acht zu fertigen.
 
Im Normalfall müssen die Stanzen umgerüstet werden für Normal und CM. Wer die Schnittstellen nicht braucht würde sich ja über die Löcher wundern bzw die komischen Abdeckungen. Auf alle Fälle kosten Rüstzeiten Geld, entweder steht die Maschine und / oder der Arbeiter ist nicht Produktiv was beides die vorgenommene Kalkulation negativ beeinflußt.
 
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