Die Marvel-Filme, egal wie gut oder schlecht, sind doch weiterhin riesige Blockbuster. Die schlechtesten drei der Phase 4 haben alle um die 400 Mio eingespielt, war aber auch noch in Pandemiezeiten 2021. Und seitdem gings wieder steil bergauf, selbst Thor hat fast 800 Mio eingespielt. Kann mir doch keiner sagen, dass sich das nicht mehr lohnt für Disney
400 Mio ist quasi automatisch bei jedem Marvelfilm ein großes Verlustgeschäft, dafür sind Produktions- und Marketingkosten einfach viel zu hoch.
Auch 800 Millionen sind für Marvelverhältnisse eher naja, Pandemie spielt ja keine Rolle mehr. Thor hat schätzungsweise 250M gekostet, mit Marketing und den klassischen "sonstigen" Posten ist man bei so großen Filmen locker beim doppelten, sprich ~500M $. Die 760M Einspielergebnis bekommt Disney dann auch
nicht 1:1 überwiesen, das sind nur die reinen Einnahmen aus den Ticketverkäufen an den Kinokassen. Die Kinos wollen ja auch was verdienen, traditionell geht man von ca. 50% aus, die beim Publisher hängen bleiben, kann im Fall von Disney mit ihren horrenden Gebühren aber auch 60% sein. Trotzdem kann man davon ausgehen, dass Thor mal mindestens ne
Milliarde hätte machen müssen, um sicher in der Gewinnzone zu sein.
Also nein, das lohnt sich so nicht für Disney und wird ein Minusgeschäft gewesen sein.
Ein Star Wars Kinofilm unter Disney soll $250-300 Mio. in der Produktion gekostet haben.
Das ganze Tamm-Tamm drumherum verdoppelt schonmal die Gesamtkosten.
Also schlecht gerechnet ab 600 Mio. wird Gewinn eingefahren.
Nur Solo: A Star Wars Story müsste als Misserfolg, mit seinen knapp 400 Mio. gelten.
Alle anderen Filme haben die Milliardengrenze überschritten.
Bei Star Wars: Episode VII waren es sogar 2 Mrd.
Siehe meinen Kommentar oben, nur weil im Box Office 600M $ angegeben werden, ist das noch lange nicht die Summe, die Disney am Ende vom Kuchen bekommt. Geht man von 500-600M an Kosten aus (was für die großen Streifen realistisch ist) und legt mal 60% für Disney an (optimistisch hoch, aber eine lange Zeit ging einfach nichts ohne Disney im Kino, die werden sich hohe Anteile nehmen), dann muss ein so teurer Film 833M-1000M einspielen, nur um Break-Even zu sein. Kein Wunder also, dass man Kosten einsparen will, über ne Milliarde kommt Marvel seit Phase 4 eigentlich nicht mehr, nur Spider Man lag deutlich drüber.
Ich kann den "Plan" den Disney bzw. Bob Iger hier skizziert nur Begrüßen, die Franchise sind mir da ziemlich egal, aber ich mag gute Filme und Marvel hatte bis Endgame einige dabei. Klasse statt Masse sollte sowieso immer die Herangehensweise sein, zum Glück straft das Publikum Disney ja auch schon seit längerem an der Kinokasse für ihre Überflut an Content ab, war nur eine Frage der Zeit bis dagegen gesteuert werden musste. Mich wundert nur, dass es so lange gedauert hat und erst eine weltweite Krise notwendig war.
Der Streamingmarkt ist noch mal nen ganz eigenes Ding, weil mMn total überfrachtet zur Zeit. Bei der Masse an Anbietern und möglichen Abos kann sich das eigentlich gar nicht für alle lohnen, würde mich nicht wundern, wenn die Marktsegmentierung hier so langsam ein Ende findet und einige Anbieter dieses Jahr nicht überleben werden, bzw. ihr Geschäftsmodell drastisch anpassen müssen.