Wieso hat nicht einfach mal irgendein Publisher damit begonnen PC-Spiele auf BluRay zu verkaufen?
Ganz einfach weil kein großer Publisher mehr ein wirkliches Interesse daran hat den Retrail Markt für PC-Spiele zu bedienen und man sich schon seit einigen Jahren die Kunden dahingehend erzieht das sie ihre Spiele möglichst gleich digital kaufen indem man die Retailfassungen immer unatraktiver macht. Das fing damit an das man zuerst Schmankel wie Karten und andere Dinge weg gelassen hat, dann das die Handbücher immer dünner wurden, bis man sie komplett abgeschaft hat und nur noch ein Installationsblatt in die Box packt, Accountbindung für Spiele eingeführt hat, dann das nicht mehr das komplette Spiel auf den Datenträgern war und man ein paar GB noch zum Release runterladen musste und jetzt halt damit das man einfach nur noch einen Codezettel in die Boxen packt und alles downloaden soll, obwohl man im Laden eine Box gekauft hat die für 0 Inhalt einen Haufen Geld kostet.
Wer da jetzt glaubt diese Entwicklung wäre hauptsächlich auf die Kostensteigerungen und Raubkopien zurück zu führen muss schon zimlich naiv sein.
Die einzigen Gründe für diese Entwicklung sind das die Publisher den Gebrauchtmarkt für PC-Spiele (der sich nicht weniger großer Freude erfreute wie der für Konsolenspiele) austrocken wollten, was man bravorös geschaft hat. Hier bei mir in Berlin sind von 10 Läden die ich vor 20 Jahren kannte alle bis auf 1 zu und der existiert auch nur noch ehr schlecht als recht weil er Stammkunden hat die über den Shop Spiele aus dem Ausland importieren.
Dann das man den Verdienst der Zwischenhändler (Saturn, Media Markt, Gamestop, ect.) möglichts umgehen wollte um seine Einnahmen zu maximieren und um möglichst die maximale Kontrolle über das Konsumverhalten seiner Kunden bei den Produkten zu erlangen (allways online beim Singleplayer, wie gerne in Ubisoft-Spielen).
EA und Ubisoft haben nicht umsonst eigene Plattformen etabliert und releasen neuere Spiele wie im Fall von EA nicht mehr über Steam.
Und man hat sein Ziel ja erreicht. Retrailboxen sind inzwischen oft so unatraktiv geworden das die meisten lieber gleich zur digitalen Kopie greifen, selbst wen sie da mit ner 2k Leitung erstmal eine Woche ihre 60GB ziehen müssen.
Das beste daran ist das viele der Kunden ohne zu mossern bei der digitalen Version auch noch bereitwillig die 60 bis 120 Euro die man zum Release verlangt berappen, obwohl sie eigentlich außer einen Key fürs Spiel nichts mehr an physischen Gegenwert erhalten und Ubisoft und EA in ihrem Store 0 Abgaben an Zwischenhändler abgeben müssen, wie das der Fall wäre wen man über Steam, oder Media Markt releasen täte.
Trotzdem hat der Kunde da am Ende genau null von das EA und Ubisoft ihre Spiele jetzt digital über ihre eigene Vertriebsplattform vertreiben.
Er zahlt oft mehr als früher und bekommt weniger. Der einzige der sich darüber freuen kann und der davon profitiert sind die Publisher.
Warum man sich da als Konsument so bereitwillig ausnehmen lässt entzieht sich meinem Verständnis.
Ich persöhnlich jedenfalls kaufe nach wie vor gerne gut gemachte Retailversionen von Spielen, so wie im Fall von The Witcher 2, oder Wasteland 2, Divinty: Original Sin, ect.
Obwohl das ehr Underdog-Titel waren boten die für ihre fairen Preise von 40 bis 50 Euro oft guten Inhalt (Spiel komplett auf DVD, Handbücher die die Bezeichnung Handbuch auch verdient haben, Karten, Sticker, Artbook-Heftchen, usw.).
Wen man will geht es also und kann man auch heute noch gute Retails rausbringen und das ohne Preis e von 60 Euro aufwärts.
Wen die Kunden sich aber lieber ausnehmen lassen dann wird es das bei den großen Publishern aber natürlich weiterhin auch in Zukunft nicht mehr geben.
Warum auch, man verdient gut und das ohne dem Kunden nennswerten / bzw. überhaupt einen physischen Gegenwert dafür geben zu müssen...