M.2 SSDs finden keine Beachtung

Nikno

Komplett-PC-Käufer(in)
Hallo zusammen,

mich würde mal interessieren, warum denn Solid State Modules (SSM) so wenig Beachtung finden im Gegensatz zu normalen SSDs. Die aktuellen Mainboards besitzen ab mittlerer Preisklasse alle ein M.2 Slot und die Geschwindigkeiten von den SSMs sind deutlich besser als die von SSDs.

Beispiel: Diese SSM von Samsung mit 256GB Speicherplatz für 170€ hat eine Bandbreite von über 1000 MB/s schreiben und über 2000MB/s lesen. Die tatsächlichen Werte in den Benchmarks liegen gar nicht weit davon entfernt. Eine normale SSD, wie die im aktuellen Marktberater angepriesene Samsung 850 Pro 256GB für 130€ hat lediglich Bandbreiten von 500MB/s theoretisch.

Die Module sind also viele Male schneller und kosten dabei weniger als das Doppelte einer SSD. Trotzdem finden Sie im aktuellen Kaufberater überhaupt keine Erwähnung, zu unrecht finde ich!

Was haltet ihr davon?
 
1. Grund
M.2 Modul 256GB: 170€
2,5" SSD 256GB: 90€
Ich habe meine 500GB SSD um knapp 200€ gekauft, bei Amazon gabs sogar mal eine Aktion um 150€, das sollte alles erklären.

2. Grund
Für den normalen User (wie die meisten Spieler hier, inkl. mir) reichen SATA 6GB/s. Schnellere SSDs spürt man kaum. Daher nur für Profibereich etc. interessant
 
1. Grund
M.2 Modul 256GB: 170€
2,5" SSD 256GB: 90€

2. Grund
Für den normalen User (wie die meisten Spieler hier, inkl. mir) reichen SATA 6GB/s. Schnellere SSDs spürt man kaum. Daher nur für Profibereich etc. interessant

Zu 1.) Es gibt hier auch Leute, die sich für über 500€ eine Grafikkarte kaufen, wobei die Performance im Vergleich zu denen für 300€ nicht deutlicher ist als hier bei den SSDs.
Zu 2.) Das habe ich mir schon gedacht, aber der Hype war doch ziemlich groß von HDD auf SSD, wo die Übertragungsraten ein Vielfaches höher waren. Warum soll das denn jetzt nicht so sein? Ich merke schon noch einen deutlichen Unterschied zwischen SSD und SSM.
 
Naja, erst jetzt mit Skylake bzw. den 170er-Chipsätzen klauen die M.2-SSMs keine wertvollen Grafiklanes mehr und das ist ja gerade erst rausgekommen.
Ich gehe davon aus, dass die Verbreitung von M.2-SSMs zunehmen wird (jetzt kommen ja auch erste NVMe-fähige in den Consumerbereich).
Ich persönlich warte noch auf ne neuere -E Plattform als X99 (Sklake-E? Cannonlake-E?), die dann hoffentlich die Vorteile von Z170 mit den Vorteilen von vielenvielen Kernen kombiniert, bevor ich mir ne M.2 einbaue.
 
M.2 ist eben erst im Early-Adopter Status und noch nichts für den Mainstream.
Um nur mal einige Hürden zu nennen die im Zusammenhang mit M.2 bisher auftraten:

- Fehlender Bootsupport der ersten Generation. Ältere Boards brauchen teils Bios Updates.
- Unterschiedliche und teils undurchsichtige Anbindung der M.2 Slots auf den Boards. Teils werden da PCIe Lanes von den GPUs mitgenutzt, teils sind sie einfach nur mit einer Lane fix geschaltet, also ohne Geschwindigkeitsvorteil gegenüber Sata6G.
- Was nützen 1-2GB/s sequenzielle Lese/Schreibraten, wenn der Controller bei Random Writes/Reads kaum/nicht schneller arbeitet als eine herkömmliche SSD, und damit das System bei normaler Nutzung nicht wirklich beschleunigt wird? Controller, die beide Aspekte miteinander vereinen sind noch recht teuer (z.B. die Intel X25 Reihe) bzw. eben noch recht neu.
- Die meisten derzeit zu erhaltenen M.2 SSDs unterstützen noch kein NVMe. Da NVMe aber in den Startlöchern für den Massenmarkt steht...warum jetzt kaufen?
- Der hohe Preis ist natürlich das Hauptproblem. Wozu sollte man denn mehr Geld in die Hand nehmen für etwas, was man nur in Benchmarks sieht und nicht wirklich spürt in Alltagsanwendungen?

Sicher geht der Weg in die Richtung der SSMs, aber wie üblich langsam. In 1-2 Jahren sind SSMs dann auch im Mainstream zu finden.

Der Vergleich mit GPUs hinkt im übrigen. Probier mal ein aktuelles Spiel in Auflösungen > FullHD mit den aktuellen GraKa Generationen zu spielen. 40% Mehrleistung sind da eine Menge, vorallem etwas das man spürt und sieht. Ob der Rechner 2s schneller bootet oder Spielstände 5s kürzer laden ist dem gegenüber ziemlich egal.
 
Danke für den Beitrag Malkolm :)

Also die tatsächlichen IOPS sind bei der SSM auch deutlich höher als beispielsweise bei der Samsung 850 :)

Ansonsten hast du vermutlich recht.

Zu den GPUs: Naja, aber mit der R9 380 kann ich alle aktuellen Spiele eigentlich auf hoher Qualität spielen, auf die paar Details achtet man beim Spielen doch nicht mehr, die man dann mit der 980 TI noch rausholen kann. Da finde ich schnelleres Booten schon praktischer.
 
M.2 ist eben erst im Early-Adopter Status und noch nichts für den Mainstream.
Um nur mal einige Hürden zu nennen die im Zusammenhang mit M.2 bisher auftraten:

Ich muss da leider widersprechen. M2 nimmt man natürlich erst jetzt mit Skylake, der entsprechende Lanes zur Verfügung stellt.
Obwohl ich durchaus auch im meinem Sockel 1150 Mainboard plane, 4 Lanes für eine schnelle SSD und 4 Lanes für zwei USB 3.1
Anschlüsse zu opfern.

- Fehlender Bootsupport der ersten Generation. Ältere Boards brauchen teils Bios Updates.
- Unterschiedliche und teils undurchsichtige Anbindung der M.2 Slots auf den Boards. Teils werden da PCIe Lanes von den GPUs mitgenutzt, teils sind sie einfach nur mit einer Lane fix geschaltet, also ohne Geschwindigkeitsvorteil gegenüber Sata6G.
- Was nützen 1-2GB/s sequenzielle Lese/Schreibraten, wenn der Controller bei Random Writes/Reads kaum/nicht schneller arbeitet als eine herkömmliche SSD, und damit das System bei normaler Nutzung nicht wirklich beschleunigt wird? Controller, die beide Aspekte miteinander vereinen sind noch recht teuer (z.B. die Intel X25 Reihe) bzw. eben noch recht neu.
- Die meisten derzeit zu erhaltenen M.2 SSDs unterstützen noch kein NVMe. Da NVMe aber in den Startlöchern für den Massenmarkt steht...warum jetzt kaufen?
- Der hohe Preis ist natürlich das Hauptproblem. Wozu sollte man denn mehr Geld in die Hand nehmen für etwas, was man nur in Benchmarks sieht und nicht wirklich spürt in Alltagsanwendungen?
Wir sind jetzt schon in der zweiten Generation und bisher scheint es zu laufen. Es ist jetzt bootfähig, zumindest bei Skylake.
Es gibt schnelle SSD, bei denen die Geschwindigkeit auf genutzt wird. Gerade für große Datenmengen, z.B. Profifotographen
ist der Weg über USB 3.1 zur M2-SSD ziemlich hilfreich. Ich habe oft CAD-Daten von mehreren GB, auch da hoffe ich bald
auf den Einsatz der neuen Anbindung.

Spiele haben bei mir zum Teil schon Dateigrößen jeneits der 100 MB, auch das wird in den nächsten Jahren eher noch viel
größer. Wenn man heute eine neue Plattform für die nächsten 5-8 Jahre kauft, würde ich immer darauf achten, zumindest
eine entsprechende Anschlussmöglichkeit zu haben. Noch sind die SSD etwas teuer und der Sinn ist gering. Aber das wird
sich schnell ändern.
 
Sehen wir uns doch mal diese Grafik hier an: Grafikkarten-Rangliste: Kaufberatung Juni 2015 - ComputerBase
Nehmen wir mal die R9 290 und die GTX 980 TI.

Die R9 290 kostet ~300€, die 980TI ~700€. Die Nvidia ist laut der Grafik um 40% schneller als die von AMD. Hier zahle ich für eine SSM nicht mal doppelt so viel, hab aber die 4-fache Leistung.

Die Grafikkarte bringt die Leistung aber auf die Straße und somit spürbaren Mehrwert, die M.2 SSD nicht mal annähernd - zumindest nicht dann, wenn nicht die Gegenstelle über die gleichen Leistungswerte verfügt.

Einzig in der Musikproduktion, beim Laden von riesen Soundfiles und Samples hast Du einen spürbaren Mehrwert.
Ingame bei MP-Spielen kannst Du vielleicht als erster Spawnen, mußt aber trotzdem auf den letzten warten....und von den reinen Zugriffszeiten unterscheiden sich SSD und M.2 zwar in den Messwerten, dies ist im Praxisalltag aber nicht relevant.
 
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