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[LESERTEST] Bitfenix Colossus M mITX

phoenix86

PC-Selbstbauer(in)
Bitfenix Colossus M mITX

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Zuerst einmal ein dickes Dankeschön für den Testprobanden an PCGH, Bitfenix & Caseking und das mir entgegengebrachte Vertrauen.
Das Mini-ITX-Format ist mittlerweile ein sehr beliebtes Format für kleine, handliche PCs, die entweder als Entertainment-Würfel im Wohnzimmer stehen oder aber mit recht potenter Hardware auch schnell zu einer LAN-Party mitgenommen werden. Kurzum, jeder Gehäusehersteller der mit der Zeit geht, hat mindestens ein mITX-Gehäuse im Programm. Bitfenix trug 2012 mit dem Prodigy dazu bei, dass mITX als Formfaktor so durchstartete. Ende 2013 wurde dann das Colossus M vorgestellt, die Miniatur-Variante des Colossus aus gleichem Haus. Mein Review soll euch zeigen wie die Umsetzung des Gehäuses gelungen ist, welche Dimensionen das Gehäuse hat und ob sich ein Kauf lohnt!

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1. Äußeres und Lieferumfang
2. Chassis und Platzangebot
3. Geräuschemission
4. Wärmeentwicklung


1. Äußeres und Lieferumfang

Die Packshots und die Verpackung umgehe ich, heutzutage wird alles gut in Kartons und Styropor-Formteile gepackt,
das ist state-of-the-art und nichts mehr besonderes. Auch das Colossus M wurde ausreichend geschützt verpackt!

Dimensionen:
Maße: 250 x 330 x 374 mm (B x H x T)
Gewicht: ca. 8,6 kg, bestehend aus Stahl & Kunststoff

Was zu allererst auffällt ist der weiße Streifen fast rund um das gesamte Gehäuse und typisch für Bitfenix, das Soft-touch Finish. Zudem ist die Front sehr clean gehalten was über eine Frontklappe realisiert wird, diese hat einen Verschluss mit zwei Magneten somit schließt die Frontklappe mit deutlicher Rückmeldung und es entsteht auch nicht der Eindruck, dass das ganze labil oder minderwertig wirkt. Im Colossus M sind serienmäßig zwei 120mm Lüfter verbaut, einer an der Front und einer im Heck.

Insgesamt bietet das Colossus M Platz für 4 - 5 Lüfter in den folgenden Konfigurationen:
2x 120mm oder 1x 140/180/200/230mm in der Front
1x 140/120mm auf der Rückseite
2x 120mm im Deckel

Außerdem bietet das Colossus 3 Filter in Front, Deckel und unter dem Netzteil.

Hier ein paar Impressionen
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Nun zum Lieferumfang, das ganze ist recht überschaubar, wobei ich eins vermisse, ein Handbuch (!) war nämlich nicht dabei. Es kann sich aber nur um ein versehen gehandelt haben, den laut etlichen anderen Reviews ist ein ca. 14 seitiges Manual immer dabei. Ansonsten befinden sich die üblichen Schrauben für Mainboard und Laufwerke im Umfang. Dann gibt es noch 4 Daumenschrauben, eine Klebe-Schelle für Leitungen und sogar einen Adapter von USB2.0-Pinheader auf den Gehäuse-internen USB3.0-Pinheader, dafür legt man schon ein paar Euro hin wenn das ältere Mainboard noch kein USB3.0 hat! Was übrig bleibt sind 2 Montagehilfen für die ODD-Abdeckung um das Blech wieder zu montieren, da sonst ohne ODD das Gehäuse etwas an Stabilität einbüßt.

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Das Colossus M verfügt noch über ein Side-Panel. Dieses bietet neben den obligatorischen Tastern für Power und Reset noch zwei USB3.0-Buchsen und zwei Klinkenstecker für Kopfhörer und Mikrofon. Der Audio-Header ist variabel anschließbar an einen HD-Audio-Header oder an einen AC´97-Header. Auffällig ist auch, dass für die seitliche Beleuchtung keine Verkabelung besteht, sondern das ganze per Kunststoff-Lichtleiter eingekoppelt wird. Hinzu kommt noch, dass für die Beleuchtung ein SATA-Stromanschluß vorgesehen ist, sonst sind eher die 4-poligen Molex-Stecker üblich. Passend zum generell eher schlichten Design, abgesehen vom weißen Lichtband, sind die demontierbaren Standfüße.
Die beiden vorderen Standfüße müssen auch zwingend demontiert werden, wenn man den Bitfenix FlexCage entfernen möchte.

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2. Chassis und Platzangebot

Kommen wir nun zu den inneren Werten des Colossus M, wobei ich da ja schon etwas vorgegriffen habe.
Es ist nicht von der Hand zu weisen, dass das Colossus M-Chassis seine Wurzeln vom Prodigy hat. Das Mainboard-Tray, der Flexcage und auch die generellen Dimensionen sind nahezu identisch. Beim Platz für Grafikkarten ist das Colossus nur wenige Millimeter kürzer als das Prodigy, woran das liegt kann ich nicht 100%ig sagen. Aber es sollten nahezu alle Grafikkarten inkl. den Dual-GPU-Versionen rein passen, solange es Dual-Slot-Ausführungen sind. Das angehängte Diagramm soll veranschaulichen wie Lang aktuelle Grafikkarten sind und wie viel Platz das Colossus M und das Prodigy bieten.

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Die Maße sind in Zentimeter und es handelt sich um die Abmessungen der Referenz-Designs. Auch das Platzangebot nach oben ist nicht gerade unbegrenzt, aber für ein mITX-Tower nahezu luxuriös wenn man bedenkt, dass man ein Thermalright HR-02 Macho mit seinen 162mm Höhe ganz gut unter bekommt, dieser Kühler steht bei uns in der Community auch hoch im Kurs. Das Colossus M bietet aber sogar Platz für Kühler bis 175mm. Somit passen richtig gute High-End-Kühler in das Towerchen, ist aber im Endeffekt das gleiche Maß wie im Prodigy.

Hier ein paar Fotos auf denen man sieht, wie eng es doch zu geht
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Für Laufwerke bietet das Colossus auch genügend Platz. Ein 5,25" Laufwerk findet genauso Platz, wie wahlweise fünf 3,5" Laufwerke oder acht 2,5" Laufwerke wie SSD`s. Auf was man allerdings verzichten muss, ist der Kunststoff-Käfig in der Seitenwand wie beim Prodigy in dem man zwei SSD´s unterbringen kann.


3. Geräuschemission

Kommen wir nun zu den Messdaten, die Lautstärke wurde mit einem Voltcraft SL-100 ohne Messstativ ermittelt, laut den techn. Daten hat das SL-100 einen Messbereich von 30-130dB(A)/(C) da ich mich zu den Messungen in meinen ruhigen Keller zurückgezogen habe, bräuchte ich eigentlich ein Messbereich von etwas unter 30dB, da 20 - 30dB(A) einem ruhigen Zimmer entsprechen. Somit gehen wir von einem Offset von 30dB(A) aus. Gemessen werden gleich beide Gehäuse um direkt sehen zu können, wo die Unterschiede liegen. Man könnte bei den Lautstärketests auch sagen, welcher Tower eignet sich eher fürs Wohnzimmer als HTPC bzw. Konsolenersatz.

Als Hardware kommt folgendes zum Einsatz:
ASRock Z87E-ITX
Xeon E3-1230 V3
Thermalright HR-02 Macho
16GB Corsair Vengeance LP DDR3-1600
Crucial m500 240GB mSATA
EVGA GeForce GTX 760 SC ACX 2GB
be quiet! DP E9-CM 480W

Nun zur "lärmenden" Hardware, folgende ist verbaut:
1x Thermalright TY147 (140mm) am HR-02 Macho
- Der Lüfter wird mit einer Lautstärke 17 - 21 dB(A) bei 900 - 1300 U/min angegeben, allerdings ohne Angabe des Messabstandes.
1x EVGA GeForce GTX 760 Superclocked ACX
- Die Grafikkarte erreicht in den meisten Tests ca. 33 dB(A) in 50cm Messabstand.
1x Bitfenix Spectre 120
- Laut Werksangabe und Tests erreicht der Lüfter weniger als 20dB(A).
1x be quiet! DP E9-CM 480W
- Das Netzteil wird häufig mit 33dB(A) gemessen und das bei verschiedenen Lastszenarien.

Da sonst keine lärmenden oder drehenden Teile, wie HDD oder ODD verbaut sind können die Tests beginnen.
Zuerst werde ich den PC 30min unter Windows 7 x64 Pro laufen lassen um die Grunderwärmung zu kompensieren und starke Ausreißer bei der Lautstärkemessung zu umgehen. Gemessen wird drei mal aus vier Richtung in 50cm Abstand.

Colossus M
Vorne: 33,9 / 34,0 / 33,9 dB(A)
Hinten: 34,2 / 34,0 / 34,1 dB(A)
Rechts: 33,6 / 33,8 / 33,6 dB(A)
Links: 33,6 / 33,8 / 33,6 dB(A)

Prodigy
Vorne: 34,6 / 34,9 / 34,5 dB(A)
Hinten: 35,2 / 35,0 / 35,1 dB(A)
Rechts: 34,6 / 34,8 / 34,6 dB(A)
Links: 34,6 / 34,8 / 34,6 dB(A)

Auch nach der Aufwärmphase ist der PC flüsterleise und kaum war zu nehmen.
Nun werde ich den PC unter Last setzen, dazu verwende ich die 3 Anwendungen Diablo 3 RoS, Crysis 3 und CineBench R15. Bei Diablo 3 RoS wird während dem Kampf gegen Malthael gemessen. Unter Crysis 3 wähle ich das PCGH-Test-Szenario "Field - Welcome to the Jungle". Es werden wieder drei Messungen aus vier Richtungen vorgenommen, der Übersicht halber werde ich nur die Durchschnittswerte angeben. Die Anwendungen werden jeweils 30min laufen.

Anwendung: V / H / R / L

Colossus M
Diablo 3 RoS: 52,4 dB(A)
Crysis 3 : 56,5 dB(A)
CineBench : 58,8 dB(A)

Prodigy
Diablo 3 RoS: 54,4 dB(A)
Crysis 3 : 56,5 dB(A)
CineBench : 59,8 dB(A)

Da CineBench ein syntetischer Benchmark ist, ist es auch nicht verwunderlich, dass mit diesem Benchmark die höchste Lautstärke erreicht wird. Die Zahlen suggerieren einen lauten PC, da Lautstärke aber äußerst subjektiv ist und in den Gehäusen so gut wie nichts vibriert, ist der Lautstärkeeindruck kaum höher als ein Fernseher auf Zimmerlautstärke oder ein normallautes Gespräch zwischen zwei Personen. Da aber das Prodigy auf zwei flexiblen Bügeln steht ist die Geräuschemission vom Prodigy subjektiv leiser. Somit würde das Prodigy eher ins Wohnzimmer passen.


4. Wärmeentwicklung

Was bringt einem ein leiser PC, wenn die Hardware im Tower langsam am Hitzetod krepiert. Je kühler die einzelnen Komponenten, desto länger hat man Freude. Aber das brauche ich hier wohl keinem mehr zu erzählen! Zur Temperaturmessung konnte ich auf ein Fluke FLK-CNX t3000 zurückgreifen, für mich wäre das für nur einen Test natürlich zu teuer, deswegen habe ich das ganze ausgeliehen. Der Messbereich liegt bei -200 bis +1375°C, die Grundgenauigkeit liegt bei einer Toleranz von 0,5% und die Auflösung bei 0,1°C.
Der PC wird erst einmal für 30min im Windows 7 x64 Pro hochgefahren um die Grunderwärmung zu kennen. Für die jeweils maximale Erwärmung werde ich auf syntetische Benchmarks setzen. Die erreichten Temperaturen stellen somit das Maximum für die verwendete Hardware in den beiden Gehäusen dar. Die Temperaturen werden per Delta-T ermittelt und angegeben, somit sind die Temperaturen die ich ermittle auf die vorherrschende Zimmertemperatur aufzuaddieren.
Da ich mich zu den Messungen wieder in meinem Keller befinde, ist die Umgebungstemperatur mit 20°C etwas kühler.
Als Benchmarks benutze ich Prime95 FFT und den Unigene Heaven Benchmark für 30min.
Die Temperaturen der Einzelkomponenten werden in drei Messreihen ermittelt und den jeweiligen Mittelwert werde ich angeben.

Colossus M
Idle-Temperaturen:
Raumtemperatur: 20°C
Mainboard : 25°C (nicht direkt unter der CPU gemessen, 4 Messpunkte außerhalb von Hotspots)
Grafikkarte : 35°C
Prozessor : 33°C

Prodigy
Idle-Temperaturen:
Raumtemperatur: 20°C
Mainboard : 23°C (nicht direkt unter der CPU gemessen, 4 Messpunkte außerhalb von Hotspots)
Grafikkarte : 32°C
Prozessor : 29°C

Colossus M
Last-Temperaturen:
Raumtemperatur: 20°C
Mainboard : 35°C (nicht direkt unter der CPU gemessen, 4 Messpunkte außerhalb von Hotspots)
Grafikkarte : 82°C
Prozessor : 65°C

Prodigy
Last-Temperaturen:
Raumtemperatur: 20°C
Mainboard : 30°C (nicht direkt unter der CPU gemessen, 4 Messpunkte außerhalb von Hotspots)
Grafikkarte : 78°C
Prozessor : 58°C

Wie man sieht sind die Temperaturen annehmbar, die Lüfter sind nicht gedrosselt, einzig der TY147 läuft über das PWM-Signals des Mainboards. Um ehrlich zu sein war ich etwas verblüfft, dass das AsRock-Mainboard so gut regelt, war doch die Lüftersteuerung bei den AsRock-Boards immer ein Kritikpunkt. Was aber auf jeden Fall auffällt ist, dass das Colossus M definitiv wärmer wird als das Prodigy da das Colossus komplett geschlossene Seitenwände hat und bei geschlossener Front-Klappe auch weniger Luft ansaugen kann. Das Prodigy ist da weitaus "luftiger" aufgebaut.

Ich bin nun am Ende von meinem Review, ich hoffe es gefällt euch soweit und könnt ein paar wichtige Informationen für euch entnehmen. Die beiden Tower sind extrem identisch, einzig und allein bei der Wärmeentwicklung kommen die Unterschiede hervor. Auf ein konkretes Fazit verzichte ich hier. Bitte bildet euch euer eigenes Fazit. Falls ihr noch ein paar Bilder von den jeweiligen Gehäusen möchtet oder ich welche vergessen haben sollte, sagt mir bitte Bescheid. Meldet euch bitte auch für Verbesserungen am Review!

Viele Grüße
phoenix
 

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Stern1710

Software-Overclocker(in)
Den Test selber finde ich gelungen, dass Gehäuse selber weniger.
Die höheren Temperaturen als beim Prodigy sind jetzt nicht so toll, wenn man bedenkt, dass wir hier von 20 Grad Umgebungstemperatur sprechen :/
Einen schönen Morgen noch

MfG
 
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