Happy Birthday Atari: Von großen Erfolgen und tragischen Flops - Welche Spiele und Hardware kennen Sie?

Mein erster Atari war 1984 ein 800XL 8Bit-Homecomputer.
Zwei meiner Kumpels waren mit Atari 400 und 600XL unterwegs und hatten mich damals von Atari total überzeugt.
Mein Hobby war die BASIC-Programmierung, anfangs mit Datarekorder 1010, später mit Floppy 1050.

Mein absolutes Atari Lieblingsspiel war Donkey Kong (Modul) von Atari.
 
Ah, lange ists her. Meine erste Konsole war das Atari VCS mit der Holzoptik, das noch bei meinen Eltern auf dem Dachboden stehen "sollte". Als früh musikbegeisterter Mensch besaß ich eine Zeit lang einen 1040 STFM, der parallel in Betrieb blieb, bis ich in meinem PC eine Terratec Maestro 32/96 eingebaut hatte. Das war eine tolle Soundkarte.
 
Der Motorola 68030 hatte zum Release auch schon 5 Jahre auf dem Buckel, da hat sich Atari nicht mit Ruhm begossen (Commodore auch nicht zu der Zeit).

Gegen die genze Konkurrenz aus dem 486er Lager zu der Zeit konnte sich die CPU nicht behaupten. Ein 486er hatte 1,5 Mio Transostoren im Vergleich zu den 270k des 68030, dazu kam der doppelte Takt bei Intel/AMD. Preislich war da auch kein Unterschied, Firmensoftware war eher mager auf Atari und was ein PC zu der Zeit war, der hatte eine Netzwerkkarte und Spaß mit IPXsertup.exe. Wer sich fragt warum, der hatte 1994 mit Doom seine Antwort.

Dennoch standen Amigas (in Verbindung mit SGI's) in Hollywood und Ataris in Tonstudios, aber mit SIcherheit kein 486er - die taugten halt damals gerade nur für Office usw. Das ging bis zum 68040 im A4000 (Film Titanic) so. Da war auch der Video Toaster am Amiga ein äußerst beliebtes Werkzeug, weil die Hardware nur ein paar tausender kostete.

Ein 486er wäre da zu langsam gewesen. da die interne Anbindung zu langsam war und ihm die Co-Prozessoren fehlten. Leider auch dem Atari. Beiden sowieso auch die Software dafür, die hatte damals m.W.n. professionell nur der Amiga, wie z.B. Scala Multimedia.

Scala MM war damals Branchenstandard.

Erst als der Amiga-Markt einbrach, wurde Scala MM 1994/95 auf PC portiert.

Das war die Zeit in der die Preisbrecher die Industrie umgekrempelt haaben und die alten Geschäftsmodelle von Atari, Commodore und Schneider alle über den Jordan gingen. 1992 kostete eine 3D Grafikkarte von Herkules schlappe 5000DM, (heute mit Inflation 6000€ dagegen ist eine 5090 fast schon low Budget). 1996 kam die Voodoo für 450 DM (ca. 470€ mit Inflation).

Damals war Hardware generell teuer. Eine 50 MB Amiga-HDD kostete ~1.000,- DM, für den PC ebenso. Also nichts besonderes. SCSI-HDD's für den Amiga 2000 oder Erweiterungen für den Zorro II-Bus aufwärts waren natürlich noch teurer (was natürlich auch nicht so lahmarschiwg wie ISA o.ä. zur damaligen Zeit im PC war).

Atari und Commodore haben brutal gesagt erst verschlafen, dass ein Spielcontroller mehr wie einen Knopf braucht und dann bei 3D gepennt.

Zumindest bei Commodore war es ein anderes Problem: der Amiga kam mit seinen überragenden Fähigkeiten zu früh auf den Markt und Commodore wusste ihn nicht zu positionieren, also wurde immer nur mit seinen tollen Musik-, Grafik- und Spielefertigkeiten geworben.

Ja, OctaMED/Med Soundstudio, Cinema 4D und Lightwave 3D starteten auf dem Amiga - das nutzte aber nichts.

Die mehreren Buttons hatte dann das CD32, aber Commodore machte dann den gleichen Fehler wie Atari und strich für deren Computer massiv Budget zusammen.

Somit waren alle Gamer weg. Dann haben beide bei den Themen Software und Vernetzung in Firmen geschlafen, dann waren alle anderen User weg.

Die Gamer waren weg, weil das Budget zusammengestrichen wurde: der Amiga, also die neuen 32bitter A1200, A4000(T) und CD32 bekamen nur den abgespeckten AGA-Chipsatz, nicht den AAA-Chipsatz, der wesentlich mehr Leistung, intern 64 Bit, Hardware 3D, besseren Sound hardwareunterstützt usw. gehabt hätte.

Dazu noch die ganze Cracker-Szene mit den daraus resultierenden Schulhof- Raubkopierern, die die ganzen Studios massiv Geld kosteten und die natürlich dann vom Amiga zu den Konsolen und (tw. später) zum PC wanderten, wie z.B. Blue Byte (Siedler), Dice (Battlefield), EA, DMA Design (jetzt bekannt als Rockstar), im Artikel genannte Gremlin und Reflections usw...

Mit dem letzten Punkt hats du recht und das fehlte Commodore komplett: es gab gute Office-Software auf dem Amiga, es gab Unix etc., noch dazu hatte der Amiga neben Mac OS das beste, schnellste und stabilste OS.

Aber im professionellen Bereich Marketing zu betreiben, an Firmen heran zu treten und das entsprechend zu vermarkten, dass der Amiga nicht nur Hollywood, TV, Musik und Spiele kann, sondern auch Office, Science und Industrie, dafür fehlten Commodore die entsprechenden Marketing-Experten.

Zu Atari und dem Artikel:

Nach dem großen Crash hat Atari im VG-Bereich sehr viel verschlafen. Es kamen NES und Master System und Atari versuchte sich weiterhin, mit uralt-Hardware und Spielen zu positionieren. Klar, dass das nichts werden konnte.

Der ST konnte sich in Musikstudios zwar, auch dank Cubase, noch lange halten. Vor allem mit MIDI war er damals unschlagbar. Aber als 16 Bit Rechner war er mangels Co-Prozessoren dem Amiga mit Paula, Agnus und Denise unterlegen. Multi Parallax Scrolling in mehreren Ebenen auf dem ST? Unmöglich. Der Amiga klang dann auch trotzdem besser. Vgl. u.a. Turrican II, Szene Demos oder sonstiges...

Alles, was von Atari danach kam, lief nur noch unter ferner liefen. Auch DooM auf dem Jaguar hatte im Vergleich zur PC-Version so viele Abstriche und der Rest an Spielen... Naja, sogar das Amiga CD32 hatte mit Shadow Fighter, Pinball Fantasies, Flink, Roadkill, Soccer Kid, Microcosm, Alien Breed Tower Assault, Disposable Hero, Guardian, Worms Director's Cut, Gunship 2000, Subwar 2050, Wing Commander etc... bessere Spiele.

Der Lynx war nicht schlecht und hatte ein paar gute Spiele, aber der hohe Preis und Batterieverbrauch (war wohl auch das Problem des Game Gears, welcher ja auch noch mehr schlecht als recht TV-Empfang hatte) machten ihm schnell einen Strich durch die Rechnung. Keine Chance gegen den Game Boy mit der Macht und dem Spiele Line Up von Nintendo.

Das letzte, wirklich gute Spiel, an das ich mich von Atari als Publisher spontan erinnere, war TD Unlimited auf der XBOX360. Das ist jetzt ca. 20 Jahre her...
 
Arakanoid, Driver... Früher hat das zocken richtig viel Spaß gemacht. Heute gibt es trotz Mega-Grafik immer weniger gute Spiele. Kann aber auch daran liegen das ich so mega alt geworden bin
:-)
 
Der Atari ST war ein wunderbarer vielseitiger Computer, mit einem für damalige Verhältnisse futuristischem Design. Zugegeben, die Funktionstasten waren, aufgrund des Design schwer zu bedienen...
Neben Spielen konnte man auch richtig mit ihm arbeiten. Mit Signum2 habe ich damals meine Diplomarbeit geschrieben. (Ausdruck der Arbeit mit manuellem Blatteinzug auf einem NEC P2200 ca. 6-8 Stunden. (Ab und zu noch mal einen Schreibfehler korrigieren..:stupid:
Programmieren mit GFA Basic und Compiler. Mein Zimmernachbar hat sich damals meinen 520 ST geliehen, da eine selbstgeschriebene Simulation auf seinem Sinclair QL ungefähr viermal langsamer war. Bei 100.000 Durchläufen läpperte sich das.
Die Computerräume der Physik und Chemie der Uni Köln waren damals mit Ataris bestückt.
Meine Lieblingsspiele waren Dungeon Master (manchmal mit 5 Leuten gespielt, also einer spielt und die anderen schauen einfach zu :D, Carrier Command, Starglider, Karate Kid 2.
Ich hatte nachher auch das neue Betriebssystem MagiC , Atari Works und sogar eine 20 MB(!) Festplatte. Das war ein eigentlich ein tolles System und immer noch schneller als die ganzen PCs mit Windows 3.0, die ich in meinem Nebenjob nutzen musste. Schade eigentlich, war aber auch eine tolle Zeit.
 
DotC

Eingebundener Inhalt
An dieser Stelle findest du externe Inhalte von Youtube. Zum Schutz deiner persönlichen Daten werden externe Einbindungen erst angezeigt, wenn du dies durch Klick auf "Alle externen Inhalte laden" bestätigst: Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit werden personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt.
Für mehr Informationen besuche die Datenschutz-Seite.
 
Kann mir mal jemand verraten, warum DAS Vorzeigespiel des Commodore AMIGA: "Defender of the Crown" als Teaserbild für diesen Artikel über ATARI ausgewählt wurde? Auch wenn es für den Atari ST einige Monate später in 1987 erscheinen ist, war es doch DAS Kauf-Argument für den AMIGA (zumindest aus Gamer-Sicht).
Ich werde alt... Nein, ich bin alt ;-)
 
Echt kraß, das gefühlte verschwinden von Atari oder Sega. Gerade die ersteren haben ja gamingtechnisch schon was los gemacht.

Das wäre heute wie .... wenn es kein Sony oder Nintendo mehr gäbe. Oder Nvidia dicht macht oder sowas. :D
 
Zurück