Grafikkarten Upgrade bei meinem System

aber günstigere Messgeräte messen es doch nicht völlig falsch, kann ich mir nicht vorstellen
Sie messen bei einer R9 295 X2 auch schon mal deutlich über 500 Watt, obwohl das auch theoretisch gar nicht möglich ist. Power Tune 2.0 und die Telemetrie schieben da einen Riegel vor. Nur gab es sogar Seiten, die da 600 gemessen haben wollten. :P

Das Problem liegt darin, dass die Senkung der Leistungsaufnahme aktueller Grafikkarten durch die sehr kurzen Schaltintervalle der VR erreicht wird, bei denen die Spannung sehr genau (und schnell) der tatsächlichen bzw. vorauskalkulierten Last angepasst werden. Langsame Messgeräte haben da einen deutlichen Nachteil, weil bei denen die Lastspitzen fast immer überbewertet werden und man immer eine Spannung von 12V voraussetzt. Für so etwas gibt es einschlägige Grundlagenartikel, das muss man auch nicht jedes Mal wiederkäuen ;)
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Sie messen bei einer R9 295 X2 auch schon mal deutlich über 500 Watt, obwohl das auch theoretisch gar nicht möglich ist. Boost 2.0 und die Telemetrie schieben da einen Riegel vor. Nur gab es sogar Seiten, die da 600 gemessen haben wollten. :P

Das Problem liegt darin, dass die Senkung der Leistungsaufnahme aktueller Grafikkarten durch die sehr kurzen Schaltintervalle der VR erreicht wird, bei denen die Spannung sehr genau (und schnell) der tatsächlichen bzw. vorauskalkulierten Last angepasst werden. Langsame Messgeräte haben da einen deutlichen Nachteil, weil bei denen die Lastspitzen fast immer überbewertet werden und man immer eine Spannung von 12V voraussetzt. Für so etwas gibt es einschlägige Grundlagenartikel, das muss man auch nicht jedes Mal wiederkäuen ;)

Kannst du mir erklären warum das technisch nicht möglich ist?
Würde mich mal interessieren.
Das Teilweise Messergebnisse extrem auseinander gehen wundert mich immer wieder.
Gibt es wirklich so viele inkomptetente Redaktionen ?
 
Kannst du mir erklären warum das technisch nicht möglich ist?
Ganz einfach:
Power Tune 2.0 (ich hatte mich oben vertippt, weil ich den ganzen Tag mit Nvidia-Zeugs abgehangen habe) und die Telemetrie schieben da einen brutalen Riegel vor.
Ich mag mich nicht selbst verlinken, aber nur so viel: Der Arbitrator erledigt bei AMDs Power Tune eine recht rigorose Arbeit. Zusammen mit der Power Estimation Engine, den Werten der Sensoren und des VR-Chips ist es schlichtweg nicht möglich, bis auf diverse Peaks (die ja auch Valleys als Gegenstück haben), im echten Durchschnitt mehr als das an Leistung aufzunehmen, was der Hersteller vorschreibt. Und das sind nun mal 450 Watt bei der R9 295X2. Ich habe da 447 Watt beim Furmark gemessen, drüber kommt man faktisch kaum, weil man einfach keine echte Überlast hinbekommt. Mit dem einfachen Zangenamperemeter war ich deutlich über 500 Watt, nur ist es eben so, dass sehr oft dann, wenn die hohen Stromspitzen auftreten, zeitgleich aucht die Spannung wegbricht, weil im Netzteil die Kondensatoren leerlaufen. Grafikkarten sind mittlerweile schneller mit den Lastwechseln (120 KHz und mehr), als die langsameren Netzteile liefern können. Zwei Peaks hintereinander gehen oft genug schief. Wie gesagt, dazu gibt es ellenlange Erklärungen, die sich googeln lassen. ;)

Das hat nichts mit inkompetent zu tun, sondern (a) mit den sehr hohen Preisen für professionelles Equipment und (b) mit Leuten, die das dann bedienen können. Ich habe ein ganzes Jahr gebraucht, um auch die Technik genau dort hinzubekommen, wo sie hingehört (bis hin zu den einprogrammierten Formeln im Oszi) und dem Echtzeitlogging von 8 analogen Kanälen und den ganzen Kalibrierungen. Da steht mittlerweile ein komplettes Auto auf dem Labortisch. Und nein, es ist kein Kleinwagen. Nur war es in dieser Form sogar für die Gerätehersteller komplettes Neuland, weil sich keiner Gedanken über die Kapriolen moderner Grafikkarten gemacht hat. Das trifft die Netzteilhersteller übrigens in gleichem Maße. ;)

Ein anderer Grund sind die teilweise doch erheblichen Streuungen bei der Chipgüte. Ich habe zwei GTX 980 OC des gleichen Herstellers, beide das selbe Modell. Aber: eine nimmt auch beim Stresstest nur knapp über 170 Watt auf, die andere deutlich über 200 Watt. Die erste ist handeselektiert, die andere aus dem Retail-Karton. Trotzdem liegen beide weit unter dem Power Target. ;)
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Ganz einfach: Ich mag mich nicht selbst verlinken, aber nur so viel: Der Arbitrator erledigt bei AMDs Power Tune eine recht rigorose Arbeit. Zusammen mit der Power Estimation Engine, den Werten der Sensoren und des VR-Chips ist es schlichtweg nicht möglich, bis auf diverse Peaks (die ja auch Valleys als Gegenstück haben), im echten Durchschnitt mehr als das an Leistung aufzunehmen, was der Hersteller vorschreibt. Und das sind nun mal 450 Watt bei der R9 295X2. Ich habe da 447 Watt beim Furmark gemessen, drüber kommt man faktisch kaum, weil man einfach keine echte Überlast hinbekommt. Mit dem einfachen Zangenamperemeter war ich deutlich über 500 Watt, nur ist es eben so, dass sehr oft dann, wenn die hohen Stromspitzen auftreten, zeitgleich aucht die Spannung wegbricht, weil im Netzteil die Kondensatoren leerlaufen. Grafikkarten sind mittlerweile schneller mit den Lastwechseln (120 KHz und mehr), als die langsameren Netzteile liefern können. Zwei Peaks hintereinander gehen oft genug schief. Wie gesagt, dazu gibt es ellenlange Erklärungen, die sich googeln lassen. ;)

Das hat nichts mit inkompetent zu tun, sondern (a) mit den sehr hohen Preisen für professionelles Equipment und (b) mit Leuten, die das dann bedienen können. Ich habe ein ganzes Jahr gebraucht, um auch die Technik genau dort hinzubekommen, wo sie hingehört (bis hin zu den einprogrammierten Formeln im Oszi) und dem Echtzeitlogging von 8 analogen Kanälen und den ganzen Kalibrierungen. Da steht mittlerweile ein komplettes Auto auf dem Labortisch. Und nein, es ist kein Kleinwagen. Nur war es in dieser Form sogar für die Gerätehersteller komplettes Neuland, weil sich keiner Gedanken über die Kapriolen moderner Grafikkarten gemacht hat. Das trifft die Netzteilhersteller übrigens in gleichem Maße. ;)

Ein anderer Grund sind die teilweise doch erheblichen Streuungen bei der Chipgüte. Ich habe zwei GTX 980 OC des gleichen Herstellers, beide das selbe Modell. Aber: eine nimmt auch beim Stresstest nur knapp über 170 Watt auf, die andere deutlich über 200 Watt. Die erste ist handeselektiert, die andere aus dem Retail-Karton. Trotzdem liegen beide weit unter dem Power Target. ;)

Du hast meine Welt zerstört.
Also sind nahezu alle Messungen von modernen Grakas falsch ?
 
Nicht zwingend falsch, sondern einfach unzureichend. Um das zu verstehen, habe ich ein Jahr meiner Lebenszeit geopfert :D

Natürlich kann man mit so einem Equipment nicht nur GPUs messen. Ich löte gerade Mainboards um, um CPUs sauber zu vermessen. Die streuen nämlich genauso extrem. Bastelstunde, aber ohne großes Publikum. Und das gehasste Spulenfiepen ist nur eine akustische Folge des Schalt-Wahns der Grafikkarten. Netzteile sind da auch direkt betroffen. Ein Grund, warum ich keine mehr teste, denn Interessenkonflikte sind immer ein schlechter Ratgeber. Lieber bastle ich da mit ;)
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Nicht zwingend falsch, sondern einfach unzureichend. Um das zu verstehen, habe ich ein Jahr meiner Lebenszeit geopfert :D

Natürlich kann man mit so einem Equipment nicht nur GPUs messen. Ich löte gerade Mainboards um, um CPUs sauber zu vermessen. Die streuen nämlich genauso extrem. Bastelstunde, aber ohne großes Publikum. Und das gehasste Spulenfiepen ist nur eine akustische Folge des Schalt-Wahns der Grafikkarten. Netzteile sind da auch direkt betroffen. Ein Grund, warum ich keine mehr teste, denn Interessenkonflikte sind immer ein schlechter Ratgeber. Lieber bastle ich da mit ;)

Kannst mir ja eine Titan X mit HBM und 2 GHZ basteln :D
 
So gut bin ich ja nun auch wieder nicht. Aber für ein paar aufgetrennte Leiterbahnen, eingelötete Shunts & Gedöns reicht es dann doch. HBM ist am Markt zudem gerade knapp :P
 
Hast du eigentlich schonmal darüber nachgedacht deine Dienste der PCGH anzubieten? Oder gibts da nen Vertrag mit TH der das unmöglich macht?
 
Weder, noch. Aber PCGH hat doch nun schon genügend gute, festangestellte Redakteure. Dass die Agilent-Aktion damals (siehe Print), in der Philip Pfab meinen Testaufbau mal in ungefähr nachgebaut hat, nicht als Auslöser dazu gedient hat, dies alles in Zukunft ähnlich zu handhaben, war einzig und allein die Entscheidung von PCGH selbst. Es ist nun mal so, dass es dabei nicht allein nur um das zu investierende Geld geht.

Was meine Zeit betrifft, ich schreibe ja nicht nur für TH Deutschland, sondern auch in Übersetzung und bin "nebenbei" auch in der Produktentwicklung tätig. Das ist wiederum einer der Gründe, warum ich z.B. keine Netzteiltests mehr schreibe: Interessenkonflikten muss man konsequent aus dem Weg gehen. Bei mir müsste der Tag jetzt schon 48 Stunden haben, schließlich laufen hier auch noch jede Menge IR-Messungen und Tests in meinem neuen Akustik-Labor. Wenn man das allein für eine Redaktion in diesem Umfang nachbauen wollte, wäre man sehr schnell sechsstellig. So viel bringen Werbung und Klicks dann leider auch nicht ein.

Außerdem biete ich niemandem etwas an, man muss mich schon fragen ;)
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Zurück