Gefahren hoher Spannung

Ralf Dieter

Komplett-PC-Käufer(in)
Hallo Zusammen,

ich übertakte gerade meinen i7-2600k und bin inzwischen bei 5 GHz mit ca. 1,5V (für feintuning war noch keine Zeit) angelangt.
Da ich die Temperaturen noch für akzeptabel halte (unter Prime95 max. 69°C), wollte ich fragen ob eine hohe Spannung nur im Zusammenhang mit hoher Temperatur wirklich gefährlich ist, oder ob es weitere Gefahren gibt.
Das es natürlich die Lebenszeit verkürzt ist mir klar, aber es geht nicht um den 24h-Betrieb, sondern darum das Maximum meines Prozessors zu finden.

Grüße
 
1,5V Finde ich auch für den Altag etwas hoch mit Wakü find ich geht es noch aber alles über 1,3-1,4 Würd ich mal sagen
 
ich habe meinen 2600k auf 5 ghz mit 1,5 v seid jetzt fast ein halben jahr lauft noch immer werd werde aber auf 3770k umsteigen und glaube der 2600k macht auch nicht mehr lange mit macht
 
Ich verweise da einfach mal hierhin:
http://extreme.pcgameshardware.de/blogs/incredible-alk/1361-alkis-blog-9-alki-gefahr.html

Da wurde das ganze zwar mit ner GPU gemacht, ist aber prinzipiell übertragbar.

SB-CPUs gelten ab 1,35v Spannung als gefährdet (ab dieser Spannung gibts diverse Berichte in Foren von "toten" CPUs. Mit einer sehr guten Wakü würde ich also nicht weiter als maximalst 1,4v gehen (immer im Hinterkopf, dass man 200€ für ne Ersatz-CPU im Notfall bereit hat...), mehr als 1,4 sind nur zum Benchen sinnvoll. (eigentlich sind mehr als 1,25v nur zum Benchen sinnvoll - beim Spielen bemerkt man den Unterschied zwischen 4,2 und 4,8 GHz eh nicht).

Zur Frage des Verschleißes: Der basiert auf Elektromigration (siehe Wiki) und die steigt sehr stark mit der Stromstärke (also bei uns mit der dazu proportionalen Spannung). Die Temperatur spielt dabei eine untergeordnete Rolle - eine CPU überlebt eher 3 Jahre bei 85°C und 1,2v (wie es Hunderttausende Laptop-CPUs täglich tun :ugly:) als 3 Monate bei 30°C und 1,5v.
 
Danke für die schnellen Antworten.

Wie gesagt, geht es bei meinen Übertaktungsversuchen nur darum das mögliche Maximum meiner CPU zu finden.
Im Alltag werde ich eher versuchen zu Undervolten.
 
Für diesen Zweck ist (kurzzeitig) wenig dagegen einzuwenden. Es ist zwar schädlich für die CPU aber wenn du später im Alltag nicht ebenfalls stark übertakten willst sollte das nicht weiter schlimm sein. Die Zerstörung binnen Minuten bei 1,5v und mehr ist zwar durchaus möglich aber recht unwahrscheinlich.
 
Da werden aus den Minuten dann Sekunden, und aus dem "unwarscheinlich" ein "todsicher" :D


War ja wohl hoffentlich ein Scherz, aber man weiß ja nie, was Leuten alles einfällt :ugly:
 
Ja das war ein Scherz^^

Zurück zum Thema. Wie sieht es bei einem relativ hohen Delta zwischen Idle- und Turbo-Spannung aus? Also wenn die CPU zum Beispiel im Idle @ 1600MHz mit 0,85V und im Turbo @ 5000MHz mit 1,5V läuft. Hat das einen zusätzlichen negativen Einfluss auf die Lebensdauer? Vor allem bei vielen Lastwechseln.
 
Soweit ich weiß sind diese Lastwechsel nur dann schädlich, wenn LLC aktiviert ist und daher Spannungsspitzen schlechter abgefangen werden.

Ich kann mich da aber auch irren.
1,5V sind auf Dauer auch dann nicht zu empfehlen, wenn die CPU sich im idle runtertaktet.
 
Ein sehr großes Delta zwischen den Spannungen ist für die CPU absolut kein Problem, ABER:

Je größer die Unterschiede zwischen den Spannungen sind, desto besser muss die Energieversorgung des Mainboards arbeiten, um bei Lastwechseln die schnell auftretenden, dann viel größeren Spünge passabel zu bewältigen. Beispiel:

Wenn du von 1v auf 1,2v willst kann das Mainboard nicht einfach auf "1,2" schalten, da sich die Spannung dann zu langsam annähert an den gewollten Wert - ähnlich wie wenn du von 70 auf 100 km/h beschleunigen willst und das Gaspedal einfach in die "100 km/h-Stellung" trittst - du wirst am Anfang durchtreten und bei 100 wieder etwas wegnehmen um die Geschwindigkeit zu halten.
Genau das macht das Mainboard auch - es "tritt voll durch" um möglichst schnell die Spannung anzuheben und wenns Richtung 1,2 geht machts wieder etwas langsamer um die 1,2 zu halten (für versierte Regelungstechniker: quasi das gleiche Verhalten wie ein PI/PID-Regler mit 10-20% Überschwingverhalten)- da gibts dann auch ein kleines "überschwingen" der Spannung am Anfang (um das zu kompensieren gibts den vdroop - der wiederum duch die Loadline Calibration verhindert wird - das "Überschwingen" ist dann die Spannungsspitze die entsteht ;-))

Wenn man jetzt von 0,8 auf 1,5v will muss die Spannungsversorgung des Mainboards anfangs noch viel mehr treten um möglichst schnell die 1,5v zu erreichen - denn ansonsten wird die CPU ja sofort instabil. Das hat zur Folge, dass die Flankensteilheit der sich vergrößernden Spannung viel größer ist und infolge dessen das Überschwingen ebenfalls verstärkt wird (da man nicht mehr so leicht "bremsen" kann).
Das ist auch dert Grund, warum bei höheren Spannungen/stärkerem OC die Nutzung der Loadline Calibration nicht empfohlen wird da das den Effekt noch verstärkt.

Ich hoffe das ist einigermaßen verständlich ;-)
 
Danke für die ausführliche (und verständliche ;)) Antwort.
Also wäre es beim Benchmarken besser, wenn auch die Idle-Spannung höher angesetzt wird.
 
Danke für die ausführliche (und verständliche ;)) Antwort.
Also wäre es beim Benchmarken besser, wenn auch die Idle-Spannung höher angesetzt wird.

Wenn es sowieso nur ums benchen geht gibt es ja keinen Grund eine sehr niedrige Idle-Spannung zu nutzen - der Stromverbrauch ist beim Benchen ja drittrangig. Dazu muss aber nicht an den Spannungen herumgeschraubt werden - es reicht meist aus, einfach die Stromsparfunktionen wie C6, EIST usw. abzuschalten und damit die Idle Spannung hoch zu halten (Vorsicht: bei Spannungsabfall unter Last kann dann die Idle Spannung HÖHER liegen als die Lastspannung, das sollte man natürlich vermeiden um nich unnötig viel reinzuhauen!). Das ist auch der Grund warum einige User immer noch die SParfunktionen abschalten obwohl sie nur alltagstaugliches OC verwenden, das ist natürlich nicht nötig.

Spezielle OC-Mainboards wie etwa das Rampage Extreme und ähnliche sind aber bereits so ausgelegt, dass sie mit solchen extremen Bedingungen besser klarkommen, daher immer die großzügig dimensionierte Spannungsversorgung des Sockels. So groß ist das Problem des Überschwingens also bei so hochwertigen Boards nicht mehr - es sei denn man betreibt wirklich extremes OC bei sehr hohen Spannungen - aber die Leute die das tun wissen normalerweise auch über solche Dinge bestens bescheid ;-)
 
Also mein Board ist das Asus Maximus IV Extreme-Z, was man denke ich als hochwertig bezeichnen kann.

Und Leute die wirklich estremes OC betreiben, werden wohl auch nicht nur mit Wasser kühlen ;)
 
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