Wenn dann spielt der Ablauf der Garantie des letzten Geräts einer Serie eine Rolle, schließlich müssen die Teile für diese ohnehin verfügbar bleiben. In Anbetracht von min. 5 Jahres Plänen bei Businessgeräten ist die komplette Firma Framework also jünger als manch z.B. Lenovo-Gerät, dessen Ersatzteilverfügbarkeit noch durch laufende Garantien sichergestellt ist. Und ich habe aus der Ecke ehrlich gesagt auch nach Garantieende selten Beschwerden gehört.
Im Prinzip ist die Geschichte so gedacht, dass die ganzen Plattformen permanent weiterentwickelt und mit neuer Hardware versorgt werden. Man repariert sein Gerät dann nicht nur, man kann es auch aufrüsten und die alte Hardware weiterverwenden oder verkaufen. Man wird sich also in 10 Jahren dann einfach ein neues Board kaufen und schon hat man DP 3.1(?) und eine neue CPU, sowie DDR7 oder man kauft sich irgendwann ein 8K Display, wenn es denn erscheint.
Ob das ganze dem Anspruch gerecht werden kann, muß sich noch zeigen. Die Firma ist ja nur einen Bruchteil so alt, wie der Zeithorizont ihres Konzepts.
Ähnliches gilt, aus gleichen Gründen, zum Beispiel für Apple. Wenn man die für so weit verbreitete Modelle 3rd-party-Verfügbarkeit hinzunimmt, sind Reparaturen selbst nach über zehn Jahren möglich – aber rein ökonomisch ob des Hardware-Alters nicht mehr wirklich ein Argument.
Das ganze ist für Nachhaltigkeitsfetischisten. Du sollst dir nicht nach 10 Jahren einen neuen Laptop kaufen, auch nicht nach 20, du sollst deinen Laptop aufrüsten und die alte Hardware weiterverkaufen oder verwenden.
Displays mit deutlich abweichenden Pixeldichten zur Auswahl, Tastaturen mit abweichenden Layouts (ich wünsche mir zum Beispiel Pfeiltasten in voller Höhe und Nummernblock als Drittbelegung, gibt es aber heute fast gar nicht mehr), Chassis unterschiedlicher Dicke mit verschiedenen Akkus, vielleicht sogar ein zweites Touch-Display an Stelle der Tastatur?
Die Dinger sollen möglichst Ewigkeiten unterstützt werden und da sind viele verschiede Modelle ein Problem. Bei ein paar kann man jedes mal neue Mainboard rausbringen und die Laptops weiter im Programm haben. Bei zu vielen Modellen wird es schnell teuer und unprofitabel, immerhin soll da auch in 10-20 Jahren noch jedes mal ein neues Board erscheinen.
Vor dem Hintergrund ist auch das Schnittstellenkonzept zu sehen. Was werden wir in 20 Jahren haben? Es ist durchaus wahrscheinlich, dass sich das ganze noch irgendwie mit USB C abbilden läßt, aber auch für den Fall, dass das nicht mehr geht, mußte vorgesorgt werden. Mit dem Konzept kann man dann auch in zukünftigen Boards USB D integrieren, wenn denn mal etwas neues gefragt ist oder auch Glasfaseranschlüsse, falls das mal nach dann über 50 Jahren wahr werden sollte, es wird ja schon seit den 80ern vorhergesagt. Wenn man 20-30 Jahre zurückblickt, dann sind wir da in einer Zeit, in der noch der VGA Anschluß der absolute Standard war, DVI I für die besseren Digitalmonitore, 100MBit über RJ45 für High Speed Internet gesorgt hat und USB mit maximal 2.0, alles verbunden hat. Auch wenn sich das ganze heute massiv beruhigt hat, zeigt es doch die Probleme auf.
Als Nischenhersteller muss man sich eine leere Nische suchen.
Die Nische sind Leute, die nicht nur vom bösen Elektroschrottberg reden, sondern tatsächlich bereit sind, ordentlich Geld in die Hand zu nehmen, um sich etwas zu kaufen, das extrem lange hält. Ob es die Leute wirklich so lange behalten oder es im Keller bzw. dem Schrott landet, ist nicht weiter von Bedeutung. Die Hersteller von Fitnessgeräten interessiert es auch nicht, dass ein recht großer Teil ihrer Produktion in irgendwelchen Kellern herumsteht, statt der Kundschaft zum Traumkörper zu verhelfen - verkauft ist verkauft.