News Förderband statt Autobahn: Container sollen kein LKW mehr fahren

Interessant. War mir so ehrlich nicht bekannt (oder ich habe es wieder erfolgreich vergessen).

Aber kommt es bei der Belastung des Straßenbelages nicht primär darauf an, wie hoch die Flächenbelastung in kg/t pro Flächeneinheit (z.Bsp.: cm²) ist?
Es muss doch einen Unterschied machen, ob sich das Gewicht auf bspw Zwillingsreifen verteilt bzw auf eine größere Auflagefläche.
Auch dürfte es eine Rolle spielen, ob beschleunigt, gebremst oder mit einer gewissen Geschwindigkeit gefahren wird.
 
Der Transport muss so günstig sein wie möglich, denn er ist letztlich nur ein lästiges Übel in den Augen der Verladerschaft.

Tjo. "So günstig wie möglich" ist, wenn man die realen Gesamtkosten betrachtet, mit der Bahn. Zweitbilligst ist Batterie-LKW. Alles andere ist nur ein Umlagern von Kosten auf die Allgemeinheit, das beendet gehört.


Interessant. War mir so ehrlich nicht bekannt (oder ich habe es wieder erfolgreich vergessen).

Aber kommt es bei der Belastung des Straßenbelages nicht primär darauf an, wie hoch die Flächenbelastung in kg/t pro Flächeneinheit (z.Bsp.: cm²) ist?
Es muss doch einen Unterschied machen, ob sich das Gewicht auf bspw Zwillingsreifen verteilt bzw auf eine größere Auflagefläche.
Auch dürfte es eine Rolle spielen, ob beschleunigt, gebremst oder mit einer gewissen Geschwindigkeit gefahren wird.

Zwillingsreifen oder nicht sollte sich nur in den obersten cm bemerkbar machen. Gleiches müsste für Längs- und Querbeschleunigung gelten. Im Fahrbahnunterbau ist die Last dann schon soweit verteilt, dass eher die Achslast zählt und ganz weit unten ist ggf. nur noch das Fahrzeuggesamtgewicht für die entstehenden Walkbewegungen verantwortlich. Ansonsten könnte ein 400 Tonnenschwertransport mit der Grundfläche eines normalen 40-Tonners ja auf allen für diesen freigegebenen Straßen fahren, er bräuchte halt nur statt der üblichen 12 Reifen insgesamt deren 120, also z.B. einen Selbstfahrer mit 3*20 Zwillingspaaren, was bei kürzer Länge und geringfügig größerer Breite möglich sein müsste. Stattdessen dürfte so ein Monstrum eher die Wirkung eines Satzes Straßenwalzen entwickeln.

Im Prinzip müsste man die Auswirkungen des Gewichts also mehrfach mit verschiedenen Aspekten der Geometrie für verschiedene Fahrbahnteile berechnen. Allein auf die Achslast abzustellen ist auf alle Fälle keine korrekte Verteilung und das europäische Zulassungswesen wird dafür auch kritisiert. Wieso kann ja jeder selbst an den Spurrillen auf den Autobahnen sehen, die sich präzise an den typischen Drillings-Einzelreifen-Hängerachsen orientieren, während z.B. die in Nordamerika üblichen Doppelreifen-Zwillingsachs-Auflieger etwas breitere (dafür flachere) Dellen mit schmalerem Berg in der Mitte hinterlassen. (Insgesamt ihre also weniger konzentriert/schädlich in die obersten Fahrbahnschichten leiten.) Was ich aber vor allem interessieren würde: Wo kommt da die vierte Potenz her? Die wäre mir bei mechanischen Fragestellungen sonst noch nie begegnet.

Wenn man diese simplifizierte Logik mal ins Extrem steigert, dann würde der Südafrikanische Rhino (46 Tonnen, 3 Achsen) die 426000-fache Bodenbelastung eines originalen Land Rovers (1,2 Tonnen, 2 Achsen) verursachen. Erstere fährt im Gefecht problemlos mehrfach über ein Stück unbefestigten Boden, also müsste letzterer das Millionen Male machen können, ohne sich in den Untergrund zu fressen? Das stimmt definitiv nicht, da müssen weitere Aspekte eine Rolle spielen. Und nur weil die für einen 30 t LKW gegenüber einem 1 t PKW mal zu einem "Gesetz" vereinfacht wurden, heißt das nicht, dass die gleiche Vereinfachung auch den Bezug zwischen dem Unterschied von 40 zu 44-Tonner auf heutige 2 t PKW wiederspiegeln.
 
Im Prinzip ist eine Variante dessen, was man bis vor gut 60 Jahren mit der Rohrpost hatte, bzw. planen wollte.

Das ganze wird daran scheitern, woran auch die Rohrpost gescheitert ist: Auto, LKW, Züge. Da ist dann nur wenig platz für eine weitere Lösung. Im Gegenteil, sollten selbstfahrende Autos kommen, dann dürfte die Luft für solche Lösungen noch dünner werden.

Klar, wenn das Schiff kommt stellst du beim Förderband den Container aufs Band(Abladen,weitertransport), beim Zug stellste den Container auf die Gleise, weil der Zug/die Züge gerade unterwegs sind(Abladen, zwischenparken/warten, weitertransport).

Da stellt sich halt eben das gleiche Problem, wie beim Hyperloop für Container: wenn so ein Container Tage oder Wochen auf See verbracht hat, warum sollte man dann eine stinketeure Lösung bauen, damit man da dann noch ein paar Stunden einsparen kann?

Es ist wesentlich sinnvoller den schneller benötigten Krempel entweder per Eisenbahn oder Flugzeug anzuliefern. Temu usw. machen letzteres und sparen damit so richtig viel Zeit, da stink dann auch der Hyperloop ab.

Der restliche Zugverkehr ist eher vergleichbar mit Europa. Jetzt nicht Deutschland-Level schlecht, aber auch nicht überpünktlich.

Das stimmt so nicht.

Die Japaner haben einfach Ansprüche, die aus Sicht der deutschen Bahn einfach nur krank sind. Wenn eine S-Bahn z.B. an zwei Stationen hintereinander mehr als 30 sek Verspätung hatte, dann wird automatisch eine Untersuchung eingeleitet, warum das so war. Da sitzt dann der Lokführer, mit seinem Chef vor den Chefs seiner Chefs und dann versucht man herauszufinden warum war das so? Wer hat Schuld? Braucht der Lokführer eine Nachschulung? Wie läßt sich das in Zukunft verhindern?

Wenn man so heran geht und nicht so, wie in Deutschland, wo jeder Zug unterhalb von 5:59min Verspätung als pünktlich gilt, dann kommt da auch etwas anderes heraus.

Förderband (für 40" Container zu je max 26,5to!!) ans Schiff stellen und "Container auf die Gleise" setzen

Alles klar, keine weiteren Fragen mehr Herr Logistik-Experte :-P

Man stelle sich die Dimensionen eines Förderbandes für zig tonnenschwere 20" oder 40" Container vor.
Samt Abzweigungen, Bypass & Co..

Wenn man sich die Quelle durchliest, dann kommt heraus, dass da keine Container verfrachtet werden sollen, sondern nur Paletten.
 
Sowas wird Beinen auch geplant… und wird scheitern weil sich mehr und mehr Geldgeber zurück ziehen. Strassenverkehr ist nach wie vor einfach viel zu günstig. Das muss teurer werden. Und zwar massiv.
Ok, wir haben keine Dieselsubvention, Diesel kostet in der Regel 10cent mehr als Benzin, aber wenn man allein die Subvention in D dafür streichen würde und Kerosin auf Inlandsflügen voll besteuern käme schon was zusammen.
 
Das stimmt so nicht.

Die Japaner haben einfach Ansprüche, die aus Sicht der deutschen Bahn einfach nur krank sind. Wenn eine S-Bahn z.B. an zwei Stationen hintereinander mehr als 30 sek Verspätung hatte, dann wird automatisch eine Untersuchung eingeleitet, warum das so war. Da sitzt dann der Lokführer, mit seinem Chef vor den Chefs seiner Chefs und dann versucht man herauszufinden warum war das so? Wer hat Schuld? Braucht der Lokführer eine Nachschulung? Wie läßt sich das in Zukunft verhindern?
Nochmal: Shinkansen != Restliche Japanischen Eisenbahn.

Solche Strengen Vorgaben gibt es nur beim Shinkansen. Bei den Reional- und Schnellzügen können es schon mal ein paar Minuten sein. Soweit ich Statistiken dazu finden kann hat sich die Verspätung bei den verschiedenen Shinkansen von 20-30 Sekunden vor ca. 10 Jahren auf 1 Minute heute erhöht. Fairerweise kommen da auch Ursachen wie Naturkatastrophen und dergleichen hinzu.

Geil finde ich auch Entschuldigungen für zu frühe Abfahrt. Erinnert mich aus irgendeinem Grund an das eine mal, wo ich sogar 25 Minuten zu früh mit der DB/DSB (ich weiß unglaublich) in Hamburg war. Mussten dann auf ein freies Gleis warten und kamen unterm Strich 35 Minuten zu spät an :lol:

Was am Erstaunlichsten bei der Japanischen Bahn ist, das die ähnlich privatisiert ist wie in GB (mit mehreren verschiedenen Anbietern) und trotzdem so gut funktionieren. Ist wohl das einzige Land, wo private Unternehmen nicht komplett auf Gewinnoptimierung aus sind.
Die Briten sind ja gerade im Prozess der Rückabwicklung, was Thatcher da damals verbrochen hat. Bin gespannt ob es den Deutschen Steuerzahlern und damit der Regierung auch irgendwann mal reicht. Das Einzige, was seit der "Privatisierung" ja nennenswert besser wurde sind die Vorstandsgehälter...
 
Mahlzeit,

so ein Gedankenspiel gab es auch mal vor 20 Jahren oder so für das Ruhrgebiet. Von Dortmund bis Duisburg unterirdische autonome Zugstrecken, um den Güterverkehr von der Straße zu bekommen. Mal sehen, ob die Japaner mehr Ausdauer beweisen.

derGronf
macht macht, tut die Bahn
 
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