AW: Fallout 4: Quest-Vergleich mit Skyrim sorgt für Diskussionen
Ich hab schon oft genug lang und breit ausformuliert was mir nicht gefällt und wo viel Potenzial verschenkt wurde.
Nochmal: Zeig mir die Stelle in der ich schreibe dass Fallout 4 ein schlechtes Game ist.
Die Kritik am Game ist mir recht wurscht, mir muss es Spaß machen. Dein Kommentar, Performance, Grafik, Hauptstory, Questdesign, Charakter, Dialoge, KL, sind schonmal substanzlose Aussagen, einfach dahingeklatscht, die man auf jedes X beliebige Game deren Fortsetzung es gibt, übertragen könnte. Und bevor Du etwas über niedrige Ansprüche schreibst, kehr doch erstmal vor deiner Haustüre, oder welche Spiele genügen deinem erlesenen Geschmack und erfüllen deine Ansprüche, BF Hardline , Starwars Battelfront...?
BFH habe ich nicht gekauft, und Die Battlefront-Beta nach 2 Stunden wieder deinstalliert.
Welche Spiele ich in letzter Zeit gut fand? Ori and the blind Forest, Metro 2033 Redux, Vanishing of Ethan Carter und Dragon Age Origins.
Aber ich will dich nicht im Unklaren darüber lassen, wie ich zu meiner Kritik komme:
Performance ist nicht vom feinsten.
Ich droppe mit meiner GTX 980 und meinem i5-2400 teilweise auf 20 FPS. Kein einziger Regler ist auf Ultra, GodRays auf Mittel und uGrids hab ich auch nicht verändert. Einzig FOV hab ich auf 90° gesetzt.
Ich verlange keine 60 FPS bei den Einstellungen, aber mehr als 35 wären schon wünschenswert.
Ganz ehrlich, dafür, dass die Optik nicht gerade berauschend ist, sind die Anforderungen ziemlich hoch. Auch weil Bethesda die Engine mittlerweile kennen sollte. Ich spiele BF4 mit einer Auflösung von 130% (FHD-Monitor) und anderen Custom-Einstellungen und droppe nur auf einem 64 Player-Server auf Shanghai auf unter 60 FPS.
Grafik ist nicht vom feinsten.
Schau dir alleine die Gesichter an. Wie Wachsfiguren. Sehen aus wie in Fallout 3, etwas detaillierter, mit Lichtspiegelungen, aber man erkennt ganz klar wie wenig sich da getan hat.
Bei den Animationen das gleiche. In Skyrim haben sie mich sofort an Fallout 3 erinnert. Und zwar alles, Laufanimationen (schräg laufen sieht toll aus), wie sich die NPC bewegen, Mimik bei Gesprächen, überall erkennt man das Alter der Engine. Das ist alles aber verdient nicht das Prädikat "vom feinsten".
Hauptstory ist unterirdisch.
Was soll daran so toll sein? Mich interessiert die Story nicht, mir ist das Kind egal, mir ist der Vater egal. Wie soll ich in 5 Minuten irgendwie eine Beziehung zu dem Baby aufbauen, das in dem Bett liegt? Selten so lachen müssen. Welches Kindbett hat denn keine Decke oder sonstiges Spielzeug drinnen? Wie in einem OP-Saal, steril, gepaart mit der insgesamt lächerlichen Optik des Babys.
Der Hauptcharakter hat keine Emotion in der Stimme. Hier und da ein paar Pausen zu machen, und anscheinend um Worte zu ringen reichen mir nicht aus und irgendwie eine Verbindung aufzubauen. Der hauptcharakter reagiert kaum bis gar nicht, plappert alles monoton herunter, außer wenn es um Shaun (das Schaf) geht, dann stockt er manchmal. Da hat Bethesda wirklich alles gegeben um eine mitreißende Story zu erzählen. Und komm mir nicht mit "aber Bethesda-Spiele spielt man nicht wegen der Hauptstory", kann schon sein, trotzdem erwarte ich mir in 6 Jahren Entwicklungszeit mehr als sowas.
Questdesign ist eintönig. Suche oder töte...
Um was geht es sonst? Entweder muss man irgendein Item holen, und dabei alle Gegner töten, oder man muss alle Gegner töten.
Die Minutemen-Quests sind alle dieselben. Nochmal, 6 Jahre Entwicklungszeit und mehr als "sprich mit Bewohnern der Siedlung X", "töte alle Gegner" und sprich mit "deinem Minuteman-Cowboy in Sanctuary" (mir fällt der Name nicht ein, Preston Garvey vl, keine Ahnung). Keine Abwechslung, 0, in 6 Jahren fällt ihnen nichts anderes ein? 2 Minuten Nachdenken und mir kommen diese Ideen:
-Bewohner gekidnappt. Dann hat man ein paar Möglichkeiten: 1.)Man ignoriert es, Siedler ziehen selbst los und gehen drauf. 2.)Man überredet die Siedler, dass die Rettung vergebens sein wird. 3.)Man stimmt zu und macht sich auf den Weg 4.) Man holt ein paar Minutemen und macht sich auf den Weg.
Auch dann gibts ein paar Vorgehensweisen, je nach Schwierigkeit gibts mehr XP.
1.) Schleichen:
-Man schleicht solo rein, befreit die Geisel und haut ab ohne entdeckt zu werden = meiste XP.
-Man schleicht, muss aber ein paar Gegner töten und haut aber trotzdem ab = etwas weniger XP.
-Man schleicht und erledigt alle Gegner ohne gesehen zu werden = auch viele XP + optionalen Bonus bei den Siedlern die froh sind von den Raider/Mutanten nicht mehr belästigt zu werden.
2.)Charisma:
-Man überredet den Raiderboss die Geisel freizulassen = meiste XP.
-Man bezahlt den Raiderboss und bekommt die Geisel = weniger XP.
-Man kann den Raiderboss überzeugen, dir Geld zu zahlen dass man den Bewohnern erzählt, die Geisel wäre schon verkauft/tot. (Optionales Vorgehen danach: Man erzählt den Siedlern, die Geisel wurde umgebracht und sie wollen Rache und bezahlen dich dafür = doppeltes Geld)
3.) Waffengewalt:
-Man erledigt alle Gegner, egal wie.
Das mit der Geisel war nur ein einfachstes Beispiel wie man an so etwas herangehen könnte. Dazu brauch ich keinen Literaturnobelpreis.
Und solche Optionen sind keine unbekannten Dinge in Fallout, Fallout 3 hat dir oft 2-3 Optionen geboten. Durch hohen Sprachwert, hohen Wissenschaftswert, hohe Stärke, all das konnte den Dialog zu deinen Gunsten beeinflussen. In Fallout 4? Nada, man bekommt maximal ein paar Kronkorken weniger oder spart sich etwas Zeit.
Aber nichtmal bei den Standardquests machen sie mehr als das absolute Minimum. Nach 6 Jahren. Du findest sowas vielleicht toll, ich finde es fast schon peinlich, vor allem das sie gezeigt haben dass sie es besser können (Fallout 3).
Gerade in einer Welt, in der es keine Gesetze mehr gibt, kann man theoretisch so viel machen. Was liefert Bethesda ab? Absolutes Mindestmaß.
Charaktersystem wurde simplifiziert und abgespeckt.
Was kann ich mir unter "Du wirst um 20% schwerer entdeckt" oder "Du bekommst viel bessere Preise bei den Händlern vorstellen"?
Das war zwar auch in Fallout 3 nicht optimal gelöst, aber da konnte man die Werte wenigstens pro Level Up selbst erhöhen und nicht nur eine Perkstufe.
Da wäre mir sogar das System von Skyrim lieber gewesen, bei denen man Punkte durch Fertigkeitenverbesserungen bekommt, indem man diese Fertigkeit "ausübt", wie etwa schleichen.
Vor allem nerven mich die Voraussetzungen für manche Skills. Local Leader, braucht man um so Dinge wie Werkbank in der Siedlung bauen zu können. Und dafür braucht man Charisma auf Stufe 6? Herrlich, ein Special-Wert der im Spiel kaum Wert hat. Quests lassen sich dadurch nicht lösen, man spart sich halt etwas Zeit oder bekommt ein paar Kronkorken mehr. Mit Händlern handel ich relativ wenig. Ich behalte mir meinen Schrott selbst, kann man ja brauchen, ergo war mir Charisma nicht nicht. Jetzt darf ich noch 2 Level-Ups in Charisma investieren um dann nochmal einen Punkt in Local Leader zu versenken um endlich eine Werkbank für Rüstungen und Explosives bauen zu können? Das ist lächerlich.
Ein Feature, nämlich Siedlungsbau, welcher als so toll angepriesen wurde, so zu limitieren? Schneidet man sich da nicht ins eigene Fleisch?
Bei mir hat es dazu geführt, dass mein Drang nach Siedlungsbau völlig abgeflacht ist.
Sofern für dich 4 Dialogoptionen (Ja, Nein, Unsicher, Sarkasmus) so toll sind, ok, für mich ist es unterirdisch.
Teilweise gibts noch die Möglichkeit mehr Kronkorken zu verdienen, oder etwas nachzufragen, das was. Super, genauso stelle ich mir ein Rollenspiel vor.
Wenn ich die KI schon großartig in Deckung gehen lasse, dann vielleicht so dass nicht der Kopf oder ein Bein hervorschaut.
Oder wenn die Gegner die toten Kameraden sehen, ist es ihnen völlig egal. Das machte sogar Crysis weit besser, dort haben sie nämlich gesucht.
Fallout? Ich knipse die Gegner allesamt aus der Distanz aus, keinen interessiert es. Es ist ihnen auch völlig egal wenn Projektile ein paar Zentimeter am Kopf vorbeifliegen. Solange sie nirgends einschlagen passiert gar nichts.
Die KI ist nicht dumm wie Nussbrot, aber auch nicht "vom feinsten".
Soll ich weitermachen?
Der Siedlungsbau ist nur was für Minecraft-Fans, spielerisch absolut unwichtig. Meine Siedlung X wird zum 10. Mal von Raider überfallen? Who cares? Ob es die jetzt noch gibt oder nicht, ist völlig irrelevant.
Das Spiel ist zu leicht, bzw schwankt der Schwierigkeitsgrad extrem.
Ich bin auf Schwer eingestiegen und wirklich herausfordernd ist etwas anderes. Nur läuft mir teilweise irgendein Legendärer Gegner über den Weg der auf Level 40 ist während ich mich auf 23 befinde. Wie sieht der Kampf aus? Entweder gehe ich drauf und lade neu, oder ich überlebe weil ich ein paar Stimpaks eingesetzt habe.
Ich renne auch in einer einfachenCombat-Armor herum, Power Armor steht in Sanctuary^^ Warum? Ich brauche sie schlicht nicht, so gerne ich die Teile auch einsammel.
Auch richtig, Fallout 4 bietet nicht die beste Grafik, !!!allerdings!!! finde ich persöhnlich die gebotene Grafik mehr als ausreichend, das einzige was stark bemängelbar ist sind die lausigen Animationen die hölzern, unfreiwillig komisch und roboterhaft wirken.
Mit der Grafik, exklusive Animationen und Gesichter, wäre ich nahezu zufrieden. Aber wenn ich auf häufig 20-30 FPS droppe, dann bemängel ist das. Ja, meine CPU ist nicht mehr die schnellste, aber auch stärkere System haben Probleme mit der schwankenden Performance.
Unterirdisch würde ich sie nicht nennen, aber bestenfalls ausreichend (nach Schulnote eine 4). Der Story mangelt es einfach an Inzinierung, Konsistenz, vernünftig gesetzten Höhepunkten, markanten / ausgearbeiteten Charakteren und einer klaren Linie.
Der grundlegende Storyhintergrund mit dem Institut und der Problematik von Synthetischen Menschen die man nicht mehr von "normalen" Menschen unterscheiden kann ist eigentlich nicht schlecht und hätte halt zu wesentlich mehr getaugt als das was man abgeliefert hat...
Für mich ist die Inszenierung und auch die Story an sich, in Relation zu der langen Entwicklungszeit, kein Ausreichend. Potenzial wäre da, und Bethesda ist halt anscheinend nicht gewillt, etwas halbwegs vernünftiges zu machen.