Vobis und Comtech haben es ja auch nicht geschafft. Bestimmt war Aldi da auch nicht ganz unschuldig. Das waren noch Zeiten, als es zu Tumulten morgens vor den Aldifilialen kam, wenn wieder ein neuer Aldi-PC angekündigt wurde.
Filialgeschäfte gibt es im PC Bereich ja auch keine mehr, mal von Atelco mit 22 Geschäften abgesehen, oder kennt jemand noch andere?
Amiga 500er gab es übrigens nicht von Escom, nur die Modelle 1200 und 4000T. Die Produktion des 500ers lief 1991 schon bei Commodore aus. Hätte man es nicht noch mit einem A500 Plus versucht oder gar dem A600 und hätte man den A1200 schneller eingeführt, würde die Computerwelt möglicherweise heute anders aussehen. Man hatte eine Technologie die richtig eingesetzt und gut vermarktet hätte alles abdecken können von der Spielekonsole über Desktop-PCs bis hin zu professionellen Workstations. Das heutige "GPU"-Konzept, was im Wesentlichen auf die Entwicklungen bei 3Dfx, NVidia und Ati zurückgeht ist im Grunde genau das was die Amiga-Technologie schon immer geboten hat, und was ihn neben anderen Aspekten auch von IBM-Kompatiblen und vom Macintosh unterschieden hat.
zu escom zeiten war da nichts mehr zu retten mit dem amiga, das lag aber schon an commodore selbst. aga kam jahre zu spät, mit den nachfolger aaa hat man sich in der entwicklung verrannt und ausserdem zeit verschwendet, die man lieber gleich in hombre investiert hätte. mit hombre hätte man noch was reissen können, aber commo war da schon pleite.
Das CD32 war schon nicht schlecht für die Zeit. Klar wäre es der PS1 unterlegen, aber die gab es zu dem Zeitpunkt noch nicht und gegen die PS1 hätte es einen Nachfolger gebraucht.

CD32 hat, auch als es noch neu war, niemanden vom Hocker gehauen. Klar nehmen die Hardcore-Amiga-Fans es oft in Schutz - sei ihnen auch gegönnt - aber hard- und vor allem softwaretechnisch wurde da einfach zu wenig geboten.
Das fiel damals in die Zeit des Generationswechsels und damals gab es ja einige Mitstreiter. Jaguar, CD32, 3DO waren alles Nischenkonsolen, die den Markt fragmentiert haben. Da haben viele Leute ihr Vertrauen nicht reingesetzt, zumal man damals ja auch wusste, dass Nintendo früher oder später eine neue Kiste bringt, dass Sega was neues macht und dass sich mit der PlayStation was großes ankündigt. Klar hat es mit dem Nebel64 dann ewig gedauert, wusste man damals aber noch nicht, so dass viele Leute einfach auch abgewartet haben und dann aus Ungeduld später dann eher zur PlayStation gegriffen haben, statt zu 3DO, Jaguar oder eben CD32. Lag ja auch gerade mal ein Jahr dazwischen zu PSX und Saturn.
Man wusste damals auch schon, dass 3D-Grafik das nächste große Ding wird, da man es entweder persönlich aus der Arcade mitbekommen hat oder zumindest überall davon las. Man wusste auch, dass Sony, Nintendo und Sega klar darauf bauen. Da haben die oben genannten "Zwischen-Konsolen" eben im Vergleich viel zu wenig Fortschritt gegenüber SNES, MD, PCE und NG geboten und waren dem, was nur kurze Zeit danach kam, in der Hinsicht natürlich gnadenlos unterlegen.
Die CD-Technik allein hat auch niemanden mehr zu Begeisterungsstürmen hingerissen, das gabs schließlich schon vorher.
Vor allem war die Arcade dem, was man auf diesen Konsolen geboten bekam, wirklich MEILENWEIT voraus, das waren ja Welten! Sowas wollten die Leute zu Hause, das war auf den Kisten aber nicht möglich (im Gegensatz zu den Konsolen, die kurz darauf kamen), also wurde es da auch relativ schnell still drum.
Die 3D-Leistung fehlte. Aber man hätte sicher bessere 2D-Games machen können. Ein Mortal Kombat fast wie am Automat wäre drin gewesen. Die CD32-Version von Super Street Fighter 2 Turbo war ja Feature Complete. Es fehlten nur die Zwischenframes, weil GameTek die Umsetzung in 4 Wochen runter rotzte.
Da war 0 Optimierung und 0 Polishing. Der Soundtrack war "super" und somit war das die bis dato teuerste Musik-CD in meiner Sammlung.
Escom hatte damals 120 Mio. DM Schulden, welche durch Misswirtschaft aus dem PC-Sektor kamen. Zufällig erst wieder beim virtuellen Durchblättern sämtlichter Amiga Joker Hefte gelesen. Auch die guten Verkäufe des A 1200 hätten Escom niemals retten können.
Und VisCorp, ein Hersteller von Settop-Boxen? Die hatten ja mal so gar keine Ahnung, was sie mit dem Amiga anstellen sollten.
Es hätte ein Unternehmen gebraucht, welches das Know How und das Kapital gehabt hätte, einen Amiga und einen CD32-Nachfolger mit entsprechenden 3D-Fähigkeiten zu bauen, welche der PSX mindestens ebenbürtig gewesen wären und natürlich Entwickler, die die Hardware entsprechend auszureizen und nutzen zu wissen hätten.
Die Games, die dann noch für AGA-Amigas kamen, nutzten die Hardware nicht sonderlich gut. Klar, es gab ein paar 3D-Shooter, XTreme-Racing, die Pinball Games von 21st Century Entertainment, ein paar gute Games von Ocean und Psygnosis... und sonst so? Ein Body Blows hatte kein Prallax-Scrolling. Der einzige wirkliche Brecher von Team 17 war Alien Breed 3D II - The Killing Grounds für Turbo-Amigas. Das erste begeisterte mich noch am CD32 wegen der Musik und der Atmosphäre und weil halt sowas auf dem Amiga neu war und das Wasser echte Transparenz hatte... aber das Geruckel, der Pixelbrei, der kleine Bildausschnitt und gerade mal 4-5 Gegnervariationen... Nee.
Da war halt der PC dann schon meilenweit voraus.
Keule!
Der Beitrag war viertausend Jahre alt! xD

Ja, die guten, alten Zeiten 