@PCGH
Ist das gut oder schlecht für die E3 ? Was sagt ihr als Zielgruppe dieser Messe dazu?
Ich denke zum einen ist nun mehr Platz für andere Aussteller vorhanden. Zum anderen fehlt ein großer Publisher und damit könnte die E3 (und damit auch kleine Aussteller die sich keine eigene Messe leisten können) an Aufmerksamkeit verlieren.
Für uns als Pressevertreter ist das jetzt keine große Sache. Die E3 an und für sich ist ja von Dienstag bis Donnerstag. Die legendären Pressekonferenzen sind ja Rahmenprogramm, die Montags laufen. Bisher waren das immer Microsoft, EA, Ubisoft und Sony. In der Reihenfolge gehts dann mit dem Shuttle im von einem Event zum nächsten. Letztes Jahr kam Sonntags noch Bethesda dazu. Ob die wieder was machen, weiß ich nicht. Nintendo ist ja auch schon ein paar Tage raus; die machen nur noch das digital Pressbriefing.
In der Summe ändert sich für uns nur der Termin der EA-PK und die Aufenthaltslänge, weil man etwas früher anreisen muss. In der Regel ist man aber eh eine Woche vor Ort. Üblich war bisher Freitag auf Freitag oder Samstag auf Samstag. Da muss man jetzt schauen, ob man das einen oder zwei Tage verlängert. das sind zwar Mehrkosten, aber auf der anderen Seite fällt ein großer Anbieter aus der Crunchtime zwischen Dienstag und Donnerstag raus und das ist natürlich angenehm, weil es weniger Stress ist. Also für uns alles nicht so wild, weil die Nummer direkt vor der E3 stattfindet. Wäre das zeitlich weiter weg gewesen, wäre es wohl was anderes. Und selbst wenn, wäre es auch kein Ding gewesen, weil wir ja auch Veranstaltungen wie die GDC im März fahren.
Grundsätzlich sind solche Bewegungen ja auch normal. Bethesda hat Jahrelang keine PK gemacht, letztes Jahr war dann eine. Nintendo steht so ein bisschen im Off und die E3 selbst hatte ja auch schon Höhen und Tiefen. EA macht halt Platz für jemand anders, aber für kleine Studios ist die E3 wirtschaftlich ne intensive Rechenaufgabe, ob sich das lohnt. Du hast auf der einen Seite die Kosten für eine E3-Teilnahme und auf der anderen Seite aber die gesamte Branche versammelt. Das muss man sich durchrechnen. Ich gehe auch davon aus, dass EA im Meeting-Bereich der E3 was haben wird, aber halt nicht mehr auf dem Showfloor.
Für Spieler ist es gut, weil die bei EA vorbeikommen können. Bei der E3 kommt man ja nicht einfach mit Ticket rein und die Amis haben auch keine große Publikumsmesse wie die Gamescom, wo alle da sind. Die PAX ist da nicht vergleichbar. Stand und Situation jetzt würde ich also sagen, dass es eigentlich eher so der nostalgische Faktor ist, der mich "Schade" sagen lässt, denn die E3 war halt immer diese "die Branche trifft sich"-Fete und es waren halt auch in der Regel alle da. Und das Anbieter ihr eigenes Ding machen, ist gang und gäbe. Das ist auf der CES so, wo man dann in Hotelräumen rumkurvt, und auf der Computex. Vielen Ausstellern sind die aufgerufenen Meterpreise für einen Stand da zu krass. Da gehts nicht mal so ums "leisten können", sondern ums Verhältnis. Termine muss man eh machen und dann wird sich halt in einem Hotel drumherum getroffen.
Das ist einfach so, die Welt dreht sich weiter, Dinge ändern sich. Ubisoft hat sein Digital-Days-Ding, Blizzard und id Software ihr Hausmessen; Mittlerweile gibt es ja auch Gamescom-PKs, für die die Großen letztes Jahr extra Stories, die normalerweise zur E3 laufen, zurückgehalten haben. Dieses Messegefüge verschiebt sich immer etwas, denn dahinter stehen wirtschaftliche Interessen der Veranstalter. So ist die Tokyo Games Show heute auch nicht mehr so wichtig wie früher für den Markt außerhalb Japans bzw. Asiens. Die ECTS gibt's gar nicht mehr. Gamescom und Games Convention kennt man ja. Am Ende ist auch Gaming immer ein Business, wenn auch ein spaßiges.