AW: Deltatronic Silentium X99: Komplett passiv gekühlter PC im Spiele-Praxistest
Die Leistung zu verringern sollte doch nicht das Ziel sein.
Aber ja, in gewissem Maße geht es hier auch um die Theorie. Die geht meines Erachtens allerdings noch nicht auf.
Passive Systeme bringen - zumindest nach derzeitigem Stand - noch zu viele Nachteile oder besser gesagt "Hürden" mit sich. Meines Erachtens scheitert es wie gesagt schon an der Auslese der Komponenten. Grafikkarten zum Beispiel sind in den letzten Jahren deutlich leiser geworden, laufen im Idle mittlerweile schon komplett lüfterlos. Aber gerade seitdem es (semi-)passive beziehungsweise deutlich leisere Grafikkarten gibt, fällt vielen Nutzern das Spulenfiepen ihrer Karte auf.
Rein technisch gesehen hat man beim Händler auch keine Gewährleistung, dass eine Graka nicht fiept! Ein Austausch beruht auf reiner Kulanz, oder man tritt eben komplett vom Kaufvertrag zurück.
Ein Anbieter von Komplettsystemen müsste hier eine ganz schön aufwendige Auslese von Hardware betreiben, was wiederum auch die Preise in die Höhe treiben dürfte.
Andererseits leidet das hier gezeigte Kühlsystem der Grafikkarte konzeptionell schon unter einigen Schwächen.
Der Kühlblock für die Spannungswandler ist beispielsweise nicht in das passive Kühlsystem integriert, sondern kommt nur mit einem separaten Alu-Kühler daher.
Doch was brint mir dieser? Ganz ohne Lüfter wird hier weder kalte Luft angesogen, noch warme verdrängt.
Gerade bei den Spannungswandlern kann das gravierende Folgen mit sich ziehen, was hier wohl auch dazu beigetragen hat, dass die Karte unter Last heruntertakten musste.
Bei dieser Kühllösung werden daher auch so einige leistungsfähige GPUs wegfallen oder eben nur zum Zeil ausgereizt werden..
Den Sommer mal ganz außen vor gelassen...
Passive Systeme sind in der Idee vielleicht reizvoll, kommen bei hohen Leistungsaufnahmen aber (noch) nicht ganz ohne Belüftung aus.
Ich bin jedenfalls der Meinung, dass ein guter Silent-Lüfter Marke be quiet! oder von mir aus auch Noctua unterhalb der Schwelle von 400 U/min im eingebauten Zustand (geschlossenes Gehäuse) kaum bis gar nicht mehr wahrzunehmen ist.
Die Geräuschemission liegt hier meist deutlich unter dem Raumpegel. Das Minimum an Umdrehungen bräuchte man dann auch nur für den Last-Betrieb, um einige kritische Stellen im System zu entlasten (Grafikkarte oder z.B. Intake und Exhaust beim Gehäuse).
Ehrlich gesagt sehe bei solch einem Rechner auch deutlich mehr Handlungsbedarf als bei einem semi-passiven oder aktiv belüfteten Leistungssystem, das ein mal richtig konfiguriert kaum noch der Aufmerksamkeit bedarf.
Qualiative Lüfter fallen nicht innerhalb von einem Jahr aus und brauchen auch keine kontinuierliche Wartung. Bei einem sinnvoll konstruierten Gehäuse (gibt es ja genügend Kandidaten) ist auch die Beseitigung von Staub kein Thema.
Ich sehe ja die Visionen hinter dem Ganzen.
Aber ich sehe auch die offensichtlichen Schwierigkeiten, die man mit nur geringfügigen Änderungen umgehen könnte.
Wäre auch mal interessant, herauszufinden, ob ein Laie bei zwei Blindtests überhaupt einen Unterschied zwischen einem komplett passiven und einem (gut konstruierten) semi-passiven System feststellen könnte.
Und damit meine ich jetzt keine künstliche, realitätsferne Studie, die in schalltoten Räumen erhoben wird
