Netzwerk für Ratsuchende bei Mediensucht
Netzwerk für Ratsuchende bei Mediensucht
Seit 3,5 Jahren sind wir (Elterninitiative
rollenspielsucht.de und
AKTIV GEGEN MEDIENSUCHT e.V.) im Bereich der Selbsthilfe aktiv. So ist u.a. auch ein Merkblatt "Erste Schritte bei Mediensucht" entstanden, da meist die Verzweiflung und Ohnmacht der betroffenen Familien enorm groß ist. Es gibt unendlich viele Familien, in denen Kinder oder Familienväter völlig abgerutscht sind oder an der Schwelle dazu stehen. Besonders angespannt ist die Situation bei alleinerziehenden Müttern.
Da es schwierig ist, Stellen zu finden, die helfen können, haben wir angefangen, ein
Netzwerk für Ratsuchende (
netzwerk-fuer-ratsuchende) einzurichten. Dort gibt es schon über 280 Einträge, davon ca. 150 Suchtberatungsstellen. Weiter: Kliniken, Ärzte, Therapeuten, Netzwerke, Präventionsstellen, Ambulanzen, Offline-Alternativen, etc. und Info- und Austauschforen. Am meisten lernen kann man von ca. 200 Aussteigerberichten, in denen eindrücklich zu lesen ist, wie sehr die Sucht das Leben verändert. Bei vielen Menschen, besonders bei Verantwortungsträgern, fehlt einfach die Vorstellungskraft, wie verheerend die Auswirkungen für alle Beteiligten sind, wenn ein die Kontrolle über seine Spielzeit und oft damit auch die Kontrolle über sein Leben verliert.
Diejenigen, die im Internet „verloren gegangen sind“, werden von keiner statistischen Erhebung mehr erfasst. In Foren wie z.B. auf unseren Seiten, kann man nachlesen, was in vielen Familien los ist. Die Zahl der Totalverweigerer bereits ab 14 Jahren, die ihren Tag ausschließlich im Netz verbringen, steigt rapide an.
Frage: "Was würden Sie machen, wenn Ihr Sohn Ihnen am 18.Geburtstag erklärt, dass er sich vom Gymnasium abgemeldet, HartzIV beantragt hat, sich eine kleine Wohnung suchen möchte und bis an sein Lebensende World of Warcraft spielen möchte?" Eine klare Lebensperspektive! Normalität? Eine ganze Gesellschaft schaut nach wie vor einfach nur weg. Fragt sich nur, wie lange wir uns das z.B. volkswirtschaftlich oder gesundheits-finanztechnisch noch leisten können oder wollen. Müssen wir weiter mitspielen?
Christoph Hirte, Initiator